Kerbeborsch sind lustige Brüder: Sven Werner, Kerbevadder Mika Ehry und Fabio Maurer (von links) freuen sich, dass sie nach der Pause im Vorjahr wieder loslegen durften. FOTO: kröner
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Kerbeborsch sind lustige Brüder: Sven Werner, Kerbevadder Mika Ehry und Fabio Maurer (von links) freuen sich, dass sie nach der Pause im Vorjahr wieder loslegen durften.

Brauchtum

Flörsheim: Ein Prosit auf die Weilbacher Kerb

Die Kirchweih wird unter Corona-Auflagen gefeiert - dennoch: "An guter Laune fehlt es nicht".

Weilbach -Sven Werner brauchte nur ein Wort, um zu beschreiben, wie er die Rückkehr der Weilbacher Kerb empfindet: "Mega", entfuhr es dem Kerbeborsch, der seit 2018 zu den Aktiven gehört. "Das ist etwas anderes als Pakete zu verteilen", ergänzte sein Mitstreiter Fabio Maurer. Die Kerbeborsch hatten das Fest im Vorjahr wegen Corona abgesagt und stattdessen Kerbepakete an Weilbacher Haushalte verteilt. Am vergangenen Wochenende durften sie nun auf den Festplatz vor dem Haus am Weilbach zurückkehren.

2020 habe etwas gefehlt, erklärt Kerbevadder Mika Ehry. "Wir haben es vermisst, hier mit allen Leuten zu sitzen", so der 18-Jährige. Dieses Jahr mussten der Weilbacher Kerbeverein und seine Aktiven relativ spontan reagieren, weil bis kurz vor dem Kirchweih-Termin nicht klar war, welche Auflagen gelten.

Ungewohnte Anpassungen

Letztendlich konnte die Kerb dann aber von Freitag bis Sonntag unter Hygieneauflagen gefeiert werden. Passend zu den Vereinsfarben lila und gelb präsentierten sich die Kerbeborsch mit lila Mundschutz. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes übernahmen den Einlass der Besucher, die geimpft, genesen oder negativ getestet sein mussten.

Die derzeitige Situation erforderte einige ungewohnte Anpassungen. So durfte etwa beim Kerbetanz mit der Band "Spit" am Samstag nicht getanzt werden. Zumindest nicht direkt im Rampenlicht - denn die Besucher mussten einen Abstand von drei Metern zur Bühne einhalten. Der Stimmung und dem Gemeinschaftsgefühl tat dies jedoch keinen Abbruch.

"Kerb ist Kerb", meinte Sven Werner. "Wir sind froh, den Platz wieder voll zu sehen", erklärte Kerbevadder Mika Ehry. Hinnehmen mussten die Kerbeborsch auch, dass der Kerbebaum diesmal nicht viel mehr als ein dicker Ast war.

Besonderes Auge auf Hildegard

"Der Baum ist eher ein Strauch", räumte Fabio Maurer ein. Man habe auf einen größeren Stamm verzichtet, weil die Kerb in diesem Jahr um zwei Tage gekürzt wurde, erläuterte der Vereinsvorsitzende Matthias Theis. "So konnten wir uns den Kranwagen sparen", sagte der Weilbacher. Dies bedeute aber auch, dass die Traditionsverfechter diesmal ein besonderes Auge auf Kerbepuppe Hildegard haben mussten, die nur etwas über Kopfhöhe am Kerbebaum thronte. "Da kommt jeder mit der Leiter ran", war sich Sven Werner bewusst.

"Es fehlen der Rummelplatz und ein bisschen an Programm", erklärte Mika Ehry. "Aber an guter Laune fehlt es nicht." Die Kerbeborsch taten auch alles dafür, möglichst viel Programm für die Besucher in die drei Festtage zu packen.

Kurzfristig wurde am Sonntag noch der Kerbehammel Armin Baerbock versteigert. Nur einen Gickelschlag gab es in diesem Jahr nicht, weil die Zuschauer während dieses Programmpunktes zu dicht beieinander gestanden hätten.

Für drei Neueinsteiger bei den Kerbeborsch bedeutete die Corona-Situation außerdem, dass sie die traditionellen Lieder nicht im Vorfeld einstudieren konnten. "Wir konnten uns nicht treffen, um zu üben", berichtete der Kerbevadder. "Wenn man die Lieder einmal gehört hat, sind sie aber drin."

Vereinschef Mattias Theis war schon nach dem Auftakt der Kerb am Freitag äußerst zufrieden. Die rund 300 Besucher hätten sich an alle Corona-Regeln gehalten, ohne zu diskutieren. "Ich hatte wegen der Auflagen mit einigen kritischen Stimmen gerechnet", sagte der Weilbacher. Die seien glücklicherweise aber ausgeblieben.

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