Firmenchef Kurt-Jochem Graulich. ArchivFOTO: Nietner
+
Firmenchef Kurt-Jochem Graulich. ArchivFOTO: Nietner

Porträt

Flörsheim: Ein Unternehmer im besten Sinne

Kurt-Jochem Graulich feiert heute im kleinen Kreis einen besonderen Tag.

Flörsheim -Kurt-Jochem Graulich ist nicht nur Unternehmer und ein sozial handelnder Mensch. Er wird als an allem interessiert, freundlich und großzügig beschrieben. Es ist für einen Firmenchef auch nicht üblich, stets ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter zu haben. Kurt-Jochem Graulich hat dies aber. Er ist stets ansprechbar, nimmt sich Zeit für ein Gespräch und auch oft für Sorgen nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für seine Mitbürger.

Vorbildlich ist sein soziales Engagement nicht nur bei der Stiftung sichtbar, die er gegründet hat, sondern außerdem in seinem Unternehmen. So hat er jahrelang in seiner Firma jungen Leuten eine Chance gegeben, die aus verschiedenen Gründen manche Probleme mit dem normalen Alltag hatten oder in anderen Firmen nicht so einfach eine Anstellung gefunden hätten. Doch das wäre ja nicht so unüblich, wenn es um einen sozial eingestellten Unternehmer gehen würde. Denn das alleine wäre nicht unbedingt einen Zeitungsbericht wert. Bei dem Firmenchef gibt es aber einen sehr guten Grund: Kurt-Jochem Graulich wird nämlich heute 75 Jahre alt.

Graulich, der für sein großes soziales Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, hat fast sein gesamtes Leben in dem Baustoffunternehmen, das im Höllweg 7 angesiedelt ist, verbracht. Er musste früh Verantwortung übernehmen. Durch einen tragischen Verkehrsunfall verlor er, selbst erst fünf Jahre alt, seinen Vater. Seine Großeltern, Heinrich und Mariechen Graulich, nahmen den jungen Mann unter ihre Fittiche. Besonders seine Großmutter Mariechen Graulich war ihm eine harte Lehrherrin und Ausbilderin. Kurt-Jochem Graulich musste als junger Mann tagtäglich frühmorgens auf der Matte stehen und überall da anpacken, wo es notwendig war.

Die Firma Gebrüder Graulich GmbH & Co.KG war 1920 von den Großeltern von Kurt-Jochem Graulich gegründet worden. Seit der Gründung ist das Unternehmen gewachsen und ist erfolgreich geblieben. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet gibt es kaum ein Bauvorhaben, an dem das Unternehmen nicht als Lieferant von Baustoffen mitgewirkt hat. Gestandene Bauunternehmer loben den Flörsheimer Baustoffhändler: "Egal was wir gebraucht haben, die Firma Graulich aus Flörsheim besorgte und lieferte in kürzester Zeit", erinnert sich ein Bauunternehmer aus Bischofsheim, der hauptsächlich im Opel-Werk Rüsselsheim mit seinem Unternehmen beschäftigt war, an die Zusammenarbeit mit der Firma Gebrüder Graulich und mit Firmenchef Kurt-Jochem Graulich. Das Unternehmen Graulich hat in seiner über 100-jährigen Geschichte eine außergewöhnliche Aufwärts-Entwicklung genommen. 1920 wurde das Unternehmen für Baustoff und Kohlen gegründet. 1921 kam Heinrich Graulich in die damals kleine Firma, die sich fortan Gebrüder Graulich nannte. Das Gelände, auf dem sich der Baustoffhandel heute noch befindet, wurde 1927 erworben. - 1944 fielen auch in Flörsheim Bomben, eine Lagerhalle wurde getroffen und brannte völlig aus. 1946 begann ein Neuanfang. Das Unternehmen wurde wieder aufgebaut. Der Betrieb hatte einen guten Namen, Kunden und Aufträge nahmen zu. 1963 entstand die Lieferbeton Rhein-Main, mit den Gesellschaftern Gebrüder Graulich und der Zementindustrie. 1976 wurde das Verwaltungsgebäude gebaut, ein Baumarkt angegliedert. Inzwischen war auch Kurt-Jochem Graulich längst mit an Bord.

Ein Herzensanliegen ist Kurt-Jochem Graulich seine von ihm vor 25 Jahre gegründete Kurt-Graulich-Stiftung "Helfen in Not". Die Stiftung ist nach seinem zu früh verstorbenen Vater benannt. Nach einem Vierteljahrhundert kann die Stiftung auf Veranstaltungen und Hilfsaktionen zurückschauen. So wurden Vorträge mit psychologischen und gesellschaftlichen Themen angeboten und jedes Jahr wird ein Stiftungspreis vergeben. red/meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare