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Abstand halten ist auch in der Schule immer angesagt. So wie hier bei einer Vortragsveranstaltung am Graf-Stauffenberg-Gymnasium vor einigen Wochen.

Schule

Eine Hälfte in der Klasse, eine Hälfte daheim!

  • vonSascha Kröner
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Das Graf-Stauffenberg-Gymnasium würde dieses Halb-Halb-Modell gerne in der Corona-Krise anwenden.

Flörsheim – Schulferien markieren eine Unterbrechung und damit auch immer einen Neuanfang im Schulalltag. Dieser Einschnitt war nur selten so unberechenbar wie in diesem Jahr. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie können sich nämlich weder Lehrer, noch Schüler und Eltern gewiss sein, dass der Unterricht nach dem Schulstart derselbe ist wie wenige Wochen zuvor. Am Montag kehren die Flörsheimer Schüler aus den Herbstferien zurück. Während ihrer freien Tage sind die Infektionszahlen rapide gestiegen, und der Main-Taunus-Kreis wurde zum Risikogebiet mit mehr als 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche.

"Dass die Zahlen am Ende der Ferien hochgehen, konnte man erwarten", sagt Klaus Hartwich, Schulleiter des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Schon zu Beginn der Ferien habe er sich mit einer Nachricht an die Eltern der rund 1200 Schülerinnen und Schüler gewandt und an Reiserückkehrer appelliert, im Zweifelsfall lieber zu Hause zu bleiben. "Wir rechnen mit einem erheblichen Schwund", erklärt der Pädagoge. Bevor es zu einem neuen Lockdown komme, sei es ihm aber lieber, die Schüler blieben der Schule fern. Einen Schreckmoment gab es bereits am Donnerstag vor den Herbstferien, als ein Schüler positiv auf Covid 19 getestet wurde. Alle Mitschüler des Betroffenen wurden zum Ferienbeginn in Quarantäne geschickt.

Keine Sportstunden in der Halle

Nach den Ferien passt sich das Gymnasium mit verschiedenen Maßnahmen an die schwierige Situation an - unter anderem wird es nur noch einen sehr begrenzten Sportunterricht geben. Das Problem liegt in der Heizanlage der Schulturnhalle: Weil das System im Umluftbetrieb arbeite, gelange beim Heizen nicht genug Frischluft in die Halle, erläutert Klaus Hartwich. Anstatt Sport werde den meisten Schülern Ersatzunterricht angeboten. In der ungeheizten Halle sollen ab sofort nur noch Schüler trainieren, die sich auf Sportprüfungen für ihr Abitur vorbereiten. Weiterhin achte die Schule darauf, größere Zusammenkünfte ins Internet zu verlegen. "Das Kollegium hat die Online-Konferenzen schon schätzen gelernt", erzählt der Schulleiter. Teilweise seien die Absprachen im Chat sogar effektiver. Ebenfalls virtuell soll die jährliche Informationsveranstaltung für Eltern künftiger Schüler abgehalten werden. Das Gymnasium habe über die Grundschulen zu einem Vortrag eingeladen, der Ende November im Internet übertragen wird. Statt 150 bis 200 Interessierte in der Aula der Schule zu versammeln, können die Zuhörer Hartwichs Vortrag über einen Link am Computer verfolgen. Klaus Hartwich macht allerdings keinen Hehl daraus, dass er nicht alles umsetzen kann, was er derzeit für sinnvoll hält. Das Graf-Stauffenberg-Gymnasium hat sich nach Beginn der Pandemie im Frühjahr für moderne computergestützte Alternativen zum Unterricht eingesetzt. An mehreren Wochentagen fand der Austausch zwischen Lehrern und Schülern nur online statt. Hartwich würde gerne wieder zum verstärkten Einsatz von Computern zurückkehren - seit den Sommerferien sehen die Vorgaben des Kultusministeriums jedoch den Präsenzunterricht in der Schule vor. "Wir wären zu mehr Online-Arbeit bereit", betont der Schulleiter. Dies werde momentan aber nicht gestattet. Lediglich sechs bis acht Schüler, die zu den Risikogruppen zählen, verfolgen den Unterricht über das Internet. Klaus Hartwich würde dieses Modell gerne ausgeweitet sehen. Wenn es nach ihm ginge, könnte jeweils die Hälfte einer Klasse im Schulgebäude in den Klassenräumen lernen, während die andere Hälfte am Computer zugeschaltet wird. Das entsprechende Konzept und die technischen Voraussetzungen seien bereit, sagt der Pädagoge. "Wenn wir dürften, wäre uns das lieber." Sascha Kröner

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