Vize-Präsident der Weilbacher "Fuchselöcher": Frank Spengler.
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Vize-Präsident der Weilbacher "Fuchselöcher": Frank Spengler.

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Flörsheim: Eintracht-Anhänger fragen sich: "Wieso Gladbach?"

Was die "Fuchselöcher" vom Abgang des SGE-Trainers Adi Hütter halten und was sie dem Fußballclub in dieser Saison noch zutrauen.

Weilbach -Die Nachricht vom Weggang des Eintracht-Trainers Adi Hütter hat viele Fans unvorbereitet getroffen. In einer Phase, in der sich die größte Sorge darum drehte, ob die SGE in die Champions League einzieht oder nicht, löst Hütters Abwanderung Unverständis aus. Frank Spengler, Vize-Präsident des Weilbacher Eintracht-Fanclubs (EFC) "Fuchselöcher" weiß, wie sich viele Anhänger der SGE nun fühlen. Auch in Weilbach hat die Entscheidung des Trainers, zu Borussia Mönchengladbach zu wechseln, für Verwunderung gesorgt.

Dass man sich im Profi-Fußball verbessern möchte, sei ganz normal, findet Frank Spengler. Der Weilbacher macht sich keine Illusionen darüber, dass Fußball letztlich immer ein Geschäft ist. Trotzdem habe der Weggang Adi Hütters einen faden Beigeschmack. Er persönlich sei enttäuscht, sagt der EFC-Vize - und das nicht nur weil er Hütter für kompetent und sympathisch hielt. Enttäuschung löse vor allem die Tatsache aus, dass der Trainer erst im Februar erklärte, er werde in Frankfurt bleiben. "Das war eine klare Aussage", meint Frank Spengler. Vor diesem Hintergrund sei die jüngste Meldung ein Schock. Nachdem sich Hütter in den folgenden zwei Monaten aber nie klar äußerte, habe er diese Entwicklung allerdings schon befürchtet. Bei einem Angebot aus Manchester oder Barcelona hätte der Weilbacher Eintracht-Fan den Entschluss Hütters nachvollziehen können. "Keine Frage", sagt Spengler. Die gegenwärtige Situation will ihm allerdings nicht in den Kopf. "Wieso Gladbach?", fragt der Vize-Präsident, der sich wie ein Detektiv anhört, dem ein entscheidendes Puzzlestück fehlt, um einen wichtigen Fall zu lösen. So viel mehr Geld könne es bei der Borussia doch gar nicht geben, und nach internem Krach bei der Eintracht habe es auch nicht ausgesehen.

Als Niko Kovac vor drei Jahren - ebenfalls am 13. April - den Trainerposten aufgab, sei dies nachvollziehbar gewesen, meint der Weilbacher. Kovac habe ein Angebot des FC Bayern München gehabt. "Das fehlt hier als Argument", wundert sich Frank Spengler. Er könne nicht verstehen, wieso Hütter die Eintracht trotz seiner Erfolge verlässt und sich einem etwa gleichwertigen Verein anschließt. "Man muss doch auch mal die Früchte auskosten."

Negative Auswirkungen auf die Motivation der Spieler erwartet der Weilbacher nicht. "Ich glaube trotz allem, dass die Stärke der Eintracht bleibt und dass jetzt nicht alles zusammenbricht", erklärt Spengler. Jeder Spieler habe den Antrieb, zu gewinnen und sich selbst zu verkaufen. Außerdem rechne er damit, dass sich Adi Hütter jetzt umso mehr ins Zeug legt, um negative Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Der erste Schock muss überwunden werden. Dann werde jedoch nicht lange getrauert, glaubt Spengler. "Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft", so der EFC-Vize. Das sei so ähnlich, wie wenn man von seinem Partner verlassen werde und dann ein paar Wochen oder Monate trauere. "Irgendwann kommt jemand anderes", sagt der Weilbacher. Wer dieser Neue im Fall der SGE sein könnte, will Spengler lieber nicht spekulieren. Einen Wunschtrainer zu benennen, sei schwer. Man könne vorher schließlich nie genau wissen, wer vom Typ passt. Ein neuer Trainer müsse sich erst beweisen. Doch der Weilbacher bleibt zuversichtlich: "In letzter Zeit hat die Eintracht gute Entscheidungen getroffen", findet Frank Spengler. "Warum soll das jetzt in die Hose gehen?" sas

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