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Flörsheim: "Fahret hin in Frieden": Pfarrer Preis segnet Fahrzeuge

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Für eine sichere Fastnacht: Pfarrer Christian Preis (links) segnete am Samstag unter anderem einen Traktor des Flörsheimer Narren Clubs. FOTO: kröner
Für eine sichere Fastnacht: Pfarrer Christian Preis (links) segnete am Samstag unter anderem einen Traktor des Flörsheimer Narren Clubs. FOTO: kröner © Sascha Kröner

Weihwasser und eine Christophorus-Plakette für die Gläubigen - etwa 20 bringen ihren fahrbaren Untersatz mit, auch der Narren Club.

Flörsheim -Nicht jeder mag dem ölverschmierten Mechaniker trauen, der nach kurzem Blick unter die Motorhaube eine lange Mängelliste und eine ebenso lange Rechnung präsentiert. Für alle, die ihre Fahrtauglichkeit auf höherer Ebene bestätigen lassen wollten, gab es am Samstag eine besondere Gelegenheit am Mainufer. Dabei war Sicherheit aber reine Glaubenssache. Die Flörsheimer Kolpingfamilie hatte nämlich zur Fahrzeugsegnung mit Diözesanpräses Christian Preis eingeladen. Der sakrale Sicherheitscheck sollte den Besuch in einer Werkstatt nicht ersetzen. Denn Pfarrer Preis füllte weder Kühlwasser nach, noch durfte er die TÜV-Plakette erneuern. Stattdessen gab es Weihwasser und eine Christophorus-Plakette für die Gläubigen.

Rund 20 Teilnehmer brachten ihren fahrbaren Untersatz auf die Wiese hinter dem Bootshaus, wo zunächst gebetet wurde, bevor der Seelsorger die im Halbkreis aufgestellten Gefährte abschritt. "Wir segnen kein Blech - wir segnen die Bewegung", betonte Christian Preis. Wer sich in Bewegung setze, der übernehme auch Verantwortung für die Menschen, die er unterwegs trifft. Preis bat um Gottes Schutz und um "eine gute Bewegung" für diejenigen, die die Fahrzeuge benutzen. Dabei war es egal, ob es sich um ein Kinderfahrrad, einen Traktor oder - wie im Falle eines Teilnehmers - um einen fahrbaren Rasenmäher handelte. Er habe auch schon Skateboards und Rollstühle gesegnet, erzählte Preis im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Präses bat die Anwesenden, im Straßenverkehr rücksichts- und verantwortungsvoll zu sein. Der Heilige Christophorus solle dazu beitragen, dass sie ihr Ziel gesund und sicher erreichen. Und auch für Momente, in denen dieser Wunsch nicht mehr ausreicht, hatte der Segenspender mit einer Bitte vorgesorgt: Gott solle sich der Opfer von Unfällen annehmen und deren Angehörige trösten. Schließlich entließ Preis die Anwesenden mit einem: "Fahret hin in Frieden."

Die Hofheimerin Brigitte Garrido reihte sich mit ihrem Fahrrad in den Kreis der Segenempfänger ein. Sie setze auf den zusätzlichen Beistand, weil das Rad keine Knautschzone hat, erklärte die Teilnehmerin.

Eine Abordnung des Flörsheimer Narren Clubs (FNC) holte sich den Segen für das neue Zugleitungsfahrzeug und für einen der Traktoren, die die Fastnachtswagen ziehen. Der Rest der FNC-Zugmaschinen habe gerade keine Zulassung, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Alexander Stirne. "Sonst wären wir mit allem gekommen", sagte der Straßenfastnachter. "Damit es ein sicherer und gesegneter Fastnachtsumzug wird."

Alles, was Räder hat, könne an der Fahrzeugsegnung teilnehmen, erläuterte Preis, der zum Termin mit dem Fahrrad gekommen war. Was er nicht segnen würde, sind Panzer. Waffen schließe er aus, erklärte der ehemalige Bundeswehrpfarrer auf Nachfrage - egal, auf welcher Seite sie eingesetzt werden. sas

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