Sie wurde im Marienkrankenhaus geboren und zieht mit ihrer Apotheke dorthin um: Simone Tschugg. Foto: Nietner
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Sie wurde im Marienkrankenhaus geboren und zieht mit ihrer Apotheke dorthin um: Simone Tschugg.

Marienkrankenhaus

Flörsheim: Fast alle Pachtverträgesind abgeschlossen

Die Bahnhofsapotheke zieht 2023 in den künftigen Gesundheitscampus um.

Flörsheim -Die formalen Rahmenbedingungen zur Umwandlung des Flörsheimer Marienkrankenhauses in einen Gesundheitscampus sind in trockenen Tüchern. Im Dezember 2019 einigten sich die Stadt und die Marienhausgesellschaft auf einen Nutzungsvertrag. Im Februar dieses Jahres erteilte der Kreis die notwendige Baugenehmigung. Parallel dazu gilt es, das Gebäude mit Arztpraxen und Gesundheitsangeboten zu füllen. Auf diesem Weg können die Verantwortlichen mittlerweile Erfolge vermelden. Fast alle Pachtverträge für die zentralen Flächen der ersten Bauphase seien vergeben, berichtet Marienhaus-Geschäftsführer Michael Osypka.

Zu den Unterzeichnern gehört die Betreiberin der Flörsheimer Bahnhof Apotheke. Simone Tschugg hat sich den Umzug in den neuen Gesundheitscampus gut überlegt. Lange Jahre hielt sie ihren Räumen in der Bahnhofstraße 39 die Treue, obwohl sich die Rahmenbedingungen verschlechtert hatten. Ihr Opa habe die Apotheke 1950 am Standort schräg gegenüber des Bahnhofsgebäudes eröffnet, berichtet die Flörsheimerin. Der damals noch stark frequentierte Platz büßte an Attraktivität ein, als die Bahnschranke 2006 geschlossen wurde und damit ein Großteil des Durchgangsverkehrs wegfiel.

Auch die Konkurrenz durch die Eröffnung der Flörsheim Kolonnaden im Jahr 2010 habe sie gespürt, sagt Simone Tschugg. Nun zeichnete sich ab, dass die Entwickler des in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Gesundheitscampus die Ansiedlung einer Apotheke planten. "Wenn man mir da ne Apotheke hingesetzt hätte, hätte ich zumachen können", sagt Simone Tschugg. Deshalb habe sie zugesagt, als man ihr das Angebot machte, die neue Apotheke im ehemaligen Krankenhaus selbst zu betreiben. Zuerst habe sie über eine Filiale nachgedacht, sich dann jedoch für den Umzug entschieden.

Ihre Entscheidung sei bereits vor etwa einem Jahr gefallen, erzählt die Apothekerin, die den Mietvertrag in der vergangenen Woche endgültig unterzeichnete. Bevor sie ihren Namen unter das mehrseitige Dokument setzte, seien aber noch einige Anpassungen nötig gewesen.

Zuerst habe man ihr eine Fläche in einer Ecke des Gebäudes angeboten, erklärt Tschugg. Es gebe jedoch strenge Auflagen, die vorschreiben, dass Apotheken barrierefrei von einer öffentlichen Fläche aus erreichbar sein müssen. "Wenn, dann muss es mittendrin sein", betont die Apothekerin, die nun eine Fläche direkt hinter dem Eingang im Erdgeschoss beziehen wird.

In den Verhandlungen habe sie außerdem sichergestellt, dass die Voraussetzungen für ein Labor mit feuerfesten Wänden geschaffen werden. Man habe ihr in Aussicht gestellt, dass sie die neue Apotheke im Gesundheitscampus im April 2023 beziehen kann, sagt Simone Tschugg, die im Marienkrankenhaus geboren wurde. "Es schließt sich ein Kreis", kommentiert die 50-Jährige ihre Rückkehr.

Marienhaus-Geschäftsführer Michael Osypka berichtet auf Nachfrage, dass neben der Apotheke auch schon eine Physiotherapiepraxis und mehrere Ärzte gefunden wurden. Betreiber für Kardiologie, Orthopädie, Chirurgie, Neurochirurgie, Radiologie, Dialyse und Allgemeinmedizin hätten bereits zugesagt. Der Vertrag für ein ambulantes OP-Zentrum stehe kurz vor dem Abschluss. "Da geht es nur noch um die Feinabstimmung", sagt Osypka.

Das Krankenhaus soll in mehreren Bauabschnitten zum modernen Gesundheitscampus umgestaltet werden. Der Startschuss falle voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres, sagt der Geschäftsführer. Laut Michael Osypka werden noch weitere Praxen für Allgemeinmedizin gesucht. Interessierte Mediziner können sich über die E-Mail-Adresse info@mainmed-floersheim.de melden. sas

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