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Flörsheim: FDP fürchtet Nachteile für den Einzelhandel

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Noch rollen täglich viele Fahrzeuge durch die Frankfurter Straße. In den einigen Jahren soll der Weilbacher Ortskern aber ruhiger und attraktiver werden. FOTO: kröner
Noch rollen täglich viele Fahrzeuge durch die Frankfurter Straße. In den einigen Jahren soll der Weilbacher Ortskern aber ruhiger und attraktiver werden. FOTO: kröner © Kröner, Sascha

Zupflastern oder mehr Grün: Fraktionen sind sich über die künftige Gestaltung des Weilbacher Ortskern nicht einig.

Weilbach -Momentan rollt vor der Nepomuk-Statue an der Frankfurter Straße noch der Durchgangsverkehr - in Zukunft soll dieser zentrale Bereich zum Verweilen einladen. Die Arbeitsgruppe für das Integrierte Stadtentwicklungkonzept (ISEK) hat ihren gemeinsamen Antrag für den Stadtteil Weilbach auf den Weg gebracht. Ein Punkt, der bei allen Fraktion ganz oben auf der Liste steht, ist die Entlastung und Verschönerung der Ortsmitte.

Die SPD hielt fest, dass sie sich neben der Verkehrsentlastung mehr Grün in der Ortsmitte wünscht. Es müsse eine bessere Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Die Freien Bürger (dfb) fassten ihren Wunsch kurz und knapp unter dem Wort Verkehrsberuhigung zusammen. Mehr ins Detail ging die CDU/GALF-Koalition: Zunächst definierten sie das Gebiet, das erneuert werden soll. Als Dorfmittelpunkt betrachten sie den Bereich von der katholischen Kirche bis zur Johanneskirchstraße sowie vom Weilbacher Schloss bis zur Weilbachhalle. Der gesamte Ortskern solle gepflastert und verkehrsberuhigt werden, um die Option für Außengastronomie oder Straßenfeste zu schaffen. Der Verkehr aus Richtung Wicker und Flörsheim solle über die Rüsselsheimer Straße auf die künftige Umgehung gelenkt werden. Für die Kreuzung von Frankfurter, Raunheimer und Hofheimer Straße schwebt der Koalition ein Kreisel vor.

Äußerst kritisch zeigte sich FDP-Fraktionschef Thorsten Press, der keinen eigenen Antrag eingereicht hatte und sich bei der Abstimmung enthielt. Der Freidemokrat erinnerte an frühere Aussagen, wonach es nicht möglich sei, die Frankfurter Straße neu zu gestalten, solange es sich um eine Bundesstraße handelt. Die Weilbacher Umgehungsstraße werde sicher nicht in den nächsten drei Jahren fertig werden, vermutet Press. Und ihm falle es schwer, jetzt schon über Ideen für in 15 Jahren zu sprechen. GALF-Fraktionschef Frank Laurent erklärte, dass die Arbeitsgruppe einen grundsätzlichen Beschluss fasse, um dem Magistrat die Richtung vorzugeben. Die Verwaltung könne dann vorbereitend tätig werden und über den Erwerb von benötigten Flächen nachdenken. CDU-Fraktionsvorsitzender Marcus Reif betonte, dass Stadtentwicklung deutlich über die nächsten Monate hinausgehe.

Thorsten Press warf den anderen Antragstellern vor, sie würden "Phrasen in den Raum stellen". Er vermisse konkrete Vorschläge, so der Liberale. Denn in der Weilbacher Ortsmitte gebe es nicht nur Lärm, sondern auch Einzelhandel. Diesen mache man mit den Anträgen kaputt, monierte der Weilbacher, dessen Familie eine Metzgerei im betroffenen Bereich betreibt. Frank Laurent wies diese Darstellung zurück. Der Antrag der Koalition verfolge das Ziel, dass sich Menschen gerne im Ortskern aufhalten. Davon profitiere auch der Einzelhandel. Laurent bezeichnete die Haltung der FDP in der Arbeitsgruppe als destruktiv. Press hätte durch eigene Anträge die Möglichkeit gehabt, gestaltend mitzuwirken, bemängelte der Grüne. Marcus Reif äußerte sich zur Forderung nach konkreteren Ausführungen und wies darauf hin, dass es Aufgabe der Verwaltung sei, in Zukunft genauere Planungen zur Umsetzung der Schwerpunkte vorzulegen.

Die SPD wiederum wollte die Anträge zum jetzigen Zeitpunkt möglichst wenig konkret fassen. Genaue Vorgaben sollten im Ortsbeirat diskutiert werden, fand Fraktionschefin Melanie Ernst. Deshalb waren die Sozialdemokraten dagegen, ihren Antrag gemeinsam mit dem ausführlicheren Antrag der Koalition abstimmen zu lassen. SPD und FDP enthielten sich, als die Vorlage der CDU/GALF-Koalition verabschiedet wurde. Die Anträge von SPD und dfb wurden, mit Enthaltung der FDP, angenommen. sas

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