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Kämmerer Dr. Bernd Blisch (CDU) legte den Etat-Entwurf für das nächste Jahr vor.

Finanzen

Flörsheim: Fette Etat-Jahre sind wegen Corona vorbei

Die Kommune kommt trotz Einbrüche bei den Steuereinnahmen noch gut davon.

Flörsheim -Trotz der Corona-Krise und damit zusammenhängender Einbrüche bei der Einkommen- und Gewerbesteuer legte Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) den Stadtverordneten gestern Abend einen ausgeglichenen Haushaltsplan vor. Als Ergebnis für das nächste Jahr hat der Kämmerer ein Plus von 134 000 Euro angepeilt - und das, ohne dafür Steuern oder Gebühren anzuheben. Wie der genehmigungsfähige Etat zustande kam, und was dies mit Kühen aus dem alten Ägypten zu tun hat, erklärte Blisch in seiner Haushaltsrede.

Der Rathauschef eröffnete seine Einbringung des Haushalts mit einem Blick ins Alte Testament. Die derzeitige Finanzlage erinnerte Bernd Blisch an die Geschichte des Pharaos, der von sieben fetten und sieben mageren Kühen träumt - Vorzeichen für die kommenden Wirtschaftsjahre. Durch frühzeitiges Sparen kann der biblische Herrscher für die kommende Krise vorsorgen. In Flörsheim blieb dafür allerdings weniger Zeit. "Die mageren Jahre setzten bei uns schon nach zwei fetten Haushalten ein", so Dr. Blisch. Er verwies auf das Jahr 2019, in dem der Haushaltsansatz von 514 000 Euro aufgrund sparsamer Politik auf 1,4 Millionen Euro im Plus gewachsen sei.

Die Unterstützung von Bund und Land sowie eine sparsame Ausgabenpolitik seien entscheidend gewesen, um die Krise abzufedern. Blisch rechnet trotz Einbrüchen von 1 Million Euro bei der Einkommensteuer und 3 Millionen bei der Gewerbesteuer mit einer "schwarzen Null" für 2020.

Dem Plus von 134 000 Euro für den Ergebnishaushalt 2021 gingen mehrere Sparrunden voraus. Nachdem die Ämter ihre ersten Mittel im Sommer angemeldet hatten, habe die Verwaltung vor einem Minus von 4,6 Millionen im Ergebnishaushalt und einem Defizit von 5,2 Millionen im Finanzhaushalt gestanden. "Hier musste die schwäbische Hausfrau ran", führte Blisch einen weiteren Vergleich an. Jede Position sei auf den Prüfstand gestellt worden. Im Finanzhaushalt bleibt dennoch ein Minus von 329 000 Euro.

Der Kämmerer rechnet mit Erträgen von 14,8 Millionen Euro aus der Einkommensteuer und 7,5 Millionen aus der Gewerbesteuer. Zuweisungen des Landes in Höhe von 9,4 Millionen und die Grundsteuer in Höhe von 4,5 Millionen Euro spülen weiteres Geld in die Kasse. Bei den Aufwendungen machen die Personalkosten mit 13,9 Millionen Euro den größten Brocken aus. Der Kämmerer erklärte die Kostensteigerung in diesem Bereich mit der Eröffnung zweier neuer Kindergärten. Zudem muss die Stadt 18 Millionen an Umlagen abführen. Auf Sach- und Dienstleistungen entfallen 6,6 Millionen Euro, auf Zuschüsse und Zuweisungen 4,7 Millionen.

Die Verwaltung habe unter anderem im Bereich der Sach- und Dienstleistungen alle Puffer und Vorsorgeansätze rausgenommen. Bernd Blisch sprach von "einem Ritt über den zugefrorenen Main". Wenn das Eis nicht dick genug sei, müsse notfalls mit einem Nachtragshaushalt nachgesteuert werden. Die Amtsleiter könnten auf Vorsorgeansätze verzichten, weil sie wüssten, dass der Magistrat sie im Notfall nicht im Regen stehen lässt. Gleichzeitig könne die Politik darauf vertrauen, "dass hier keine Schattenhaushalte des Bürgermeisters oder der Verwaltung aufgebaut und geparkt werden". Schließlich zitierte Blisch noch John F. Kennedy mit der Aussage, dass sich das chinesische Wort für Krise aus zwei Schriftzeichen zusammensetze: Eines bedeute Gefahr, das andere Gelegenheit. sas

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