Stadtbrandinspektor Peer Eric Neugebauer, der mit der Weilbacher Jugendwartin Isabell Janer vor einem Werbeplakat der Nachwuchswehr steht, berichtete über die Absage der Weihnachtsbaum-Abholaktion.
+
Stadtbrandinspektor Peer Eric Neugebauer, der mit der Weilbacher Jugendwartin Isabell Janer vor einem Werbeplakat der Nachwuchswehr steht, berichtete über die Absage der Weihnachtsbaum-Abholaktion.

Neuregelung

Flörsheim: Feuerwehr holt die Weihnachtsbäume nicht ab

Wegen der Corona-Krise ist ein Müllentsorger mit dem Einsammeln der Bäume beauftragt worden.

Flörsheim -Für viele Menschen markiert der Besuch der Feuerwehr den Schlussstrich unter die weihnachtlichen Festtage. Dass Mitglieder der Jugendfeuerwehr die ausgedienten Christbäume einsammeln, gehört einfach zum Start ins neue Jahr. Im Gegenzug darf sich die Nachwuchsabteilung der Brandschützer meist über großzügige Spenden freuen. Normalerweise. In diesem Jahr wird die Weihnachtsbaum-Aktion jedoch anderes verlaufen als bisher. Aufgrund von Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie hat die Feuerwehr das Sammeln der Tannen an die Stadt abgetreten. Die hat einen Müllentsorger damit beauftragt, die Bäume ab 16. Januar abzuholen.

Ursprünglich sollte die Freiwillige Feuerwehr auch in diesem Jahr die Sammlung der Christbäume übernehmen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, diskutierten die Verantwortlichen verschiedene Ideen - wie etwa die Beschränkung der Gruppengröße während der Sammlung. Die Brandschützer haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht: Eine Arbeitsgruppe aus allen drei Stadtteil-Feuerwehren habe verschiedene Konzepte entworfen, berichtet Stadtbrandinspektor Peer Neugebauer. Übrig blieb schließlich der Plan, zentrale Sammelstellen einzurichten, an denen die Flörsheimer ihre Christbäume abgeben können. Nach eingehender Überlegung kamen den Verantwortlichen allerdings Zweifel.

Abholung erfolgt später als angekündigt

"Wir haben uns die Frage gestellt, ob es wirklich sinnvoll ist, die Leute während des Lockdown zusammenzurufen", erklärt Peer Neugebauer. Die Feuerwehren befürchteten, dass es zu größeren Versammlungen an den Abgabestellen kommen könnte. "Wir können den Leuten ja nicht verbieten, sich zu unterhalten", sagt der Stadtbrandinspektor und Vorsitzende der Weilbacher Feuerwehr. Bei dieser Perspektive hätten sich die Verantwortlichen aber nicht wohl gefühlt. Deshalb habe die Feuerwehr Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) gebeten, eine andere Lösung zu suchen. Diese Alternative der Verwaltung sieht nun folgendermaßen aus: Christbäume werden nicht wie im städtischen Umweltkalender angekündigt am 11. Januar, sondern erst am Samstag, 16. Januar, durch das Abfuhrunternehmen Kilb eingesammelt. Die vollständig abgeschmückten Tannen müssen ab 7 Uhr am Straßenrand stehen. Weitere Grünabfälle werden nicht mitgenommen. Die Sonderfahrten des Abfallentsorgers kosten die Stadt rund 4000 Euro, wie Bürgermeister Bernd Blisch auf Nachfrage berichtete. Die Jugendfeuerwehren werden trotz des Verzichts auf die Sammelaktion in den kommenden Tagen im Stadtgebiet unterwegs sein. In kleinen Trupps, die sich aus maximal zwei Haushalten rekrutieren, verteilen die Jugendlichen die gelben Müllsäcke an alle Haushalte. Im Zusammenhang mit diesem Service sollen auch Flyer mit dem Hinweis auf das Spendenkonto der Feuerwehr in Briefkästen eingeworfen werden. Den Nachwuchsabteilungen gehen durch den Wegfall der Baumsammlung bedeutende Einnahmen verloren. In Weilbach würden beispielsweise über 90 Prozent der Feuerwehr-Jugendarbeit aus den Spenden vom Anfang des Jahres finanziert, erläutert Neugebauer. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare