So wie hier auf dem Foto fliegen die Flugzeuge bei Ostwetterlage über Flörsheim hinweg in Richtung Nordwestlandebahn. In den Nachtstunden ist meistens Ruhe von den Maschinen angesagt.
+
So wie hier auf dem Foto fliegen die Flugzeuge bei Ostwetterlage über Flörsheim hinweg in Richtung Nordwestlandebahn. In den Nachtstunden ist meistens Ruhe von den Maschinen angesagt.

Fluglärm

Flughafen Frankfurt: Ist auch Flörsheim von der neuen Nachtflugroute betroffen?

Ob die Flugroutenänderungen in Flörsheim zu mehr Fluglärm führen werden, beantwortet Bürgermeister Bernd Blisch. Die Antragsfrist für eine Entschädigung endet bald.

Flörsheim – Neben allen Nöten und Belastungen hat die Coronavirus-Krise in Flörsheim auch einen angenehmen Nebeneffekt. In der vom Fluglärm stark belasteten Stadt ist es während der Corona-Pandemie leiser geworden. Flugzeuge zeigen sich aufgrund des geringen Reiseaufkommens derzeit nur selten am Himmel. Dieser Zustand wird jedoch nicht dauerhaft anhalten. Für alle vom Fluglärm betroffenen Anwohner ist es deshalb weiterhin sinnvoll, die Zeit nach der Coronavirus.-Krise im Auge zu behalten. Gerade in dieser Woche tagte die Fluglärmkommission. Dabei ging es unter anderem um die Anpassung von Flugrouten am Flughafen Frankfurt.

Das Land Hessen und die Deutsche Flugsicherung haben sich die Neuordnung von Flügen in der Nachtzeit zwischen 23 und 5 Uhr vorgenommen. Hintergrund sind Überlegungen zur Lärmminderung und zur Einsparung von Treibstoff. Was bedeutet dies für Flörsheim?

Lärm von Flughafen Frankfurt betrifft durch Änderungen vor allem Rüsselsheim, Mainz und Darmstadt

Obwohl es sich so anhört, als könnte die Mainstadt Flörsheim betroffen sein, haben die Pläne laut Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) keine Auswirkung. „Das betrifft nur die andere Mainseite“, erklärt der Verwaltungschef, der an der virtuellen Sitzung der Fluglärmkommission teilnahm. Die Anpassungen seien auf Städte wie Rüsselsheim, Mainz und Darmstadt gerichtet. Er gehe auch nicht davon aus, dass Flörsheim negative Effekte durch veränderte Flugrouten ab und zum Flughafen Frankfurt zu spüren bekomme, sagt Blisch.

Ein weiteres Thema, das die Anwohner in Flörsheim angesichts des momentan rückläufigen Fluglärms nicht ignorieren sollten, ist die Beantragung von passivem Schallschutz. Bis zum Jahresende laufen mehrere Fristen aus. Eigentümer von Wohn-Immobilien in der Tagschutzzone 1 haben Anspruch auf Schutz für alle Aufenthaltsräume. In der Nachtschutzzone werden Schallschutzmaßnahmen für Schlafräume geprüft. Die Antragsfrist beim Regierungspräsidium Darmstadt endet am 12. Oktober.

Betreiber des Flughafen Frankfurt hat bislang 12000 Haushalte in Flörsheim entschädigt

Bisher hat Betreiber des Flughafen Frankfurt Fraport bereits 24,6 Millionen Euro an rund 8000 Haushalte gezahlt. Die Antragsfrist für Entschädigungen aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit von Außenflächen endet ebenfalls am 12. Oktober. Fraport zahlte in diesem Bereich rund 30,4 Millionen Euro für Entschädigungen von 12 000 Haushalten, die gesondert berechnet werden.

Zusätzlich gibt es einen Topf mit Landesmitteln: Rund 17 000 Haushalte können Zahlungen aus dem Regionalfonds für die Durchführung baulicher Schallschutzmaßnahmen abrufen. Auf Nachweis stehen den Betroffenen bis zu 4350 Euro zu. Die Antragsfrist für den Fonds läuft noch bis zum 31. Dezember. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat bisher Zuwendungsbescheide in Höhe von 39,7 Millionen Euro erstellt.

Anträge zum Schutz vor Fluglärm vom Flughafen Frankfurt müssen Anwohner in Flörsheim schnell stellen

Wer seinen Antrag für Maßnahmen zum Schutz vor Lärm vom Flughafen Frankfurt bisher noch nicht eingereicht hat, sollte dies schnellstmöglich tun. Spätestens bis zum Ende der Antragsfrist müssen auch die Schlussrechnungen für alle baulichen Maßnahmen vorliegen. Ob eine Immobilie in der entsprechenden Zone für Schutzmaßnahmen liegt, können Betroffene über die Internetseite des Regierungspräsidiums Darmstadt herausfinden. (sas)

Viele Flugzeuge auf der Gegenanflugroute am Flughafen Frankfurt sind deutlich zu tief unterwegs. Die Deutsche Flugsicherung hat eine Erklärung dafür, die aber nicht alle zufrieden stellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare