Diese Situation ist unter anderem der Anlass für Kritik von den Freien Wählern. An diesem Gitter vor diesem Kanal-Ausgang hängen die Reste von Toilettenpapier.
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Diese Situation ist unter anderem der Anlass für Kritik von den Freien Wählern. An diesem Gitter vor diesem Kanal-Ausgang hängen die Reste von Toilettenpapier.

Naturschutz

Flörsheim: Freie Bürger sorgen sich um den Weilbach

Bei Starkregen würden Fäkalien sowie Reste von Toilettenpapier in das Gewässer gelangen, erklärt die dfb-Fraktion.

Weilbach -Starke und anhaltende Regenfälle samt den folgenden Überflutungen haben in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht. Der Schutt löste extreme Hochwasserereignisse aus, die Menschenleben forderten und ganze Landstriche verwüsteten. Während die Bilder von überfluteten Autos, eingestürzten Gebäuden und weggespülten Brücken für Entsetzen sorgten, gibt es weitere unerwünschte Folgen des Starkregens, die viel weniger schlimm sind, aber dennoch zum Ärgernis werden. Zumindest haben die Freien Bürger (dfb) Auswirkungen des Starkregens ausgemacht, die im Stadtteil Weilbach zur Verunreinigung des namensgebenden Gewässers führen. Der Weilbach werde zum Abwasserkanal, klagt die dfb-Fraktion und wendet sich an den Magistrat.

Die Freien Bürger belegen ihre Beobachtung mit Fotos: Die Aufnahmen zeigen Einleitstellen für Klärwasser im Bereich der Industriestraße. An den Gittern vor den Kanal-Ausgängen hängen die Reste von Toilettenpapier und Abfall. Ein Foto zeigt das Grün am Uferbereich vor einem Zulauf. Dort hängen ebenfalls Papierfetzen in den Ästen. Am Ufer seien Reste von Toilettenartikeln zu sehen, beschreiben die Freien Bürger die dortige Situation. Als Ursache hat die Fraktion Starkregen infolge des Klimawandels ausgemacht.

Die Ablagerungen vor den Zuflüssen seien ein deutliches Zeichen, dass der Weilbach nach einem starken Niederschlag als Überlauf für den Schmutzwasserkanal diene. In ihrer vom Fraktionschef Frank Herzog unterzeichneten Anfrage führen die Freien Bürger aus, dass die Kanalisationen und die Regenüberlaufbecken auf derartige Wassermassen nicht vorbereitet seien. Dies führe dazu, dass die Überlaufbecken überlaufen und sich der ungeklärte Schmutz in den so genannten Vorfluter ergieße - es gelange in kleine Gräben und Bäche. "Der ganze Unrat fließt in den Weilbach und anschließend in den Main", klagen die Freien Bürger und befürchten schlimme ökologische Folgen. "Immer, wenn es stark geregnet hat, trägt der Weilbach ekelige Fracht mit sich." Problematisch seien nicht nur Müll und Fäkalien, die sich im Bewuchs verfangen. Weitere Gefahr bestehe in den Stoffen, nicht auf Anhieb sichtbar sind: Die Freien Bürger verweisen auf Medikamente, Hormone oder die Anti-Baby-Pille, die in einem Gemisch aus Regen- und Abwasser durch die Kanalisation in den Weilbach fließen würden.

Um dem Problem und einer möglichen Lösung auf den Grund zu gehen, bitten die Freien Bürger den Magistrat um die Beantwortung mehrerer Fragen. Die Fraktion erkundigt sich, wie der Magistrat die geschilderte Situation bewertet und was er dagegen zu tun gedenkt. Die dfb-Stadtverordneten interessieren sich auch dafür, ob es Regenentlastungsanlagen gibt.

Außerdem wollen die Fragesteller wissen, um welche Abwasserrohre es sich handelt und welche Auflagen der Genehmigungsbehörde dort gelten. Die Freien Bürger fragen, ob die Einleitungsstellen im Bereich der Industriestraße mit dem Wasserhaushaltsgesetz sowie dem Landeswassergesetz vereinbar sind. Darüber hinaus soll der Magistrat erklären, wie die Stadt mögliche Wasserverunreinigungen und deren Ursache feststellt. Die Antwort steht noch aus. sas

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