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Flörsheim: Für das Weinfest gibt es keine Warteliste mehr

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Auf sehr gute Besucherzahlen, so wie hier auf dem Archivbild, hoffen die Wickerer Winzer auch in diesem Jahr. ArchivFOTO: reuß
Auf sehr gute Besucherzahlen, so wie hier auf dem Archivbild, hoffen die Wickerer Winzer auch in diesem Jahr. ArchivFOTO: reuß © Maik Reuß

Grund dafür sind immer weniger Nebenerwerbswinzer - so sinkt zugleich die Zahl der Verkaufsstände.

Wicker -Es gab Jahre, in denen sich die Wickerer Winzer auf einer Warteliste eintragen mussten, um einen Standplatz auf dem Weinfest zu ergattern. Dieser Andrang hat sich mittlerweile gelegt. Der Winzerverein könne momentan alle interessierten Betriebe im Festgebiet unterbringen, berichtet die Vorsitzende Juliana Venino auf Nachfrage. Beim diesjährigen Weinfest, das vom Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August, gefeiert wird, muss niemand zuschauen.

Dass alle Weingüter unterkommen, ist erfreulich für die Standbetreiber. Die Entwicklung deutet aber auch darauf hin, dass sich in der Vergangenheit mehr Anbieter für die Teilnahme am Wickerer Weinfest bewarben. Stände von Nebenerwerbswinzern wie den Brüdern Wollstädter oder der Familie Langer verschwanden in den vergangenen Jahren. Juliana Venino bestätigt, dass die Zahl der Winzer, die nebenberuflich Wein herstellen, abgenommen hat. "Irgendwann steht die Arbeit, die man im Weinberg und im Keller hat, in keiner Relation mehr", erklärt sie die Herausforderungen des Nebenerwerbs. Mittlerweile seien so gut wie alle Teilnehmer des Weinfestes Vollerwerbswinzer. Die Familie Kopp sei in diesem Jahr nicht mehr dabei, weil sich kein Nachfolger für den Weinanbau fand. Das Weingut von Alexander Venino sei nur noch mit einem Stand vertreten, anstatt wie bisher mit zwei. Über die Zukunft des Weinfestes macht sich Juliana Venino dennoch keine Sorgen. Die Besetzung der Standplätze sei weiterhin sicher, erklärt die junge Winzerin. In diesem Jahr erwarte die Besucher ein vielfältiges Angebot an 15 Weinständen. Die Winzer rotieren von Jahr zu Jahr innerhalb des Festgebietes, damit jeder einmal in den Genuss der besonders stark frequentierten Plätze kommt. Sechs Höfe laden dazu ein, die Rebensäfte abseits der Straße zu verkosten. Außerdem sollen zehn Essensstände für abwechslungsreiche Verpflegung sorgen. "Im Großen und Ganzen steht das Wickerer Weinfest", so Juliana Venino.

Die Vorsitzende hat auch keine Bedenken, dass sich das Weinfest mehr und mehr vom ursprünglichen Festgebiete in die Weinberge verlagert. "Das würde ich nicht sagen", erklärt Venino. In den vergangenen Jahren haben einige Winzer ihren Ausschankbereich am Rand der Weinberge in der Straße "Am Steinweg" aufgebaut. Die Vorsitzende sieht darin jedoch keine Konkurrenz für das traditionelle Festgebiet. "Wir haben an allen drei Tagen Live-Musik", sagt Juliana Venino. Dies locke viele Besucher vor die Bühne an der Ecke Taunusstraße/Vorderstraße.

Für Venino steht im August das erste richtige Weinfest bevor, das sie als Vorsitzende mitorganisiert. In den vergangenen beiden Jahren stellte der Winzerverein ein Höfefest auf die Beine, weil große Ansammlungen wegen Corona nicht möglich waren. "Man muss sich nach zwei Jahren Pause erst mal wieder reinfinden", sagt die Winzerin, die während der Pandemie an die Vereinsspitze gewählt wurde. Große Neuerungen seien für das erste Weinfest nach zweijähriger Unterbrechung nicht geplant. Der Verein müsse erst mal schauen, wie die Veranstaltung in diesem Jahr angenommen wird - dann könne man darüber nachdenken, ob es in Zukunft Neuerungen gibt. Fest steht schon, dass im kommenden Jahr größer gefeiert werden soll. Dann stemmt der Winzerverein das 50. Wickerer Weinfest. sas

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