Für solch eine Gartenidylle gibt es eine große Nachfrage. Das Angebot in Flörsheim ist derzeit aber begrenzt.
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Für solch eine Gartenidylle gibt es eine große Nachfrage. Das Angebot in Flörsheim ist derzeit aber begrenzt.

Politik

Flörsheim: Gärten werden oft unterder Hand vergeben

Stadtverordnete möchten Nutzung von Kleingärten fördern und diskutierten über Erweiterungsmöglichkeiten.

Flörsheim -Angesichts der Pandemie-Situation zieht es viele Menschen ins Freie und in - wenn vorhanden - private Gärten. Unter anderem aus diesem Grund sollen in Flörsheim neue Kleingartenflächen entstehen. Ein entsprechender Antrag der SPD rannte bei der Verwaltung gewissermaßen offene Türen ein. Die Verantwortlichen im Rathaus haben das Thema bereits auf dem Schirm.

Die Pandemie zeige, dass sich ein Wandel vollziehe, argumentierte Hasan Aggül (SPD). "Die Menschen wollen einen Kleingarten zur Erholung", erklärte der Sozialdemokrat. Seine Fraktion bat den Magistrat, weitere Flächen für die Kleingartennutzung zu prüfen. Neben der Erweiterung der Anlage "In den Auwiesen" sollen auch Flächen der Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) in die Überlegungen einbezogen werden.

Luana Schnabel (CDU) stimmte zu, dass viele Menschen während der Corona-Krise auf ihre Gartenanlagen angewiesen seien. Die Ausweisung von Kleingärten sei einer der Punkte, die mit der Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts geprüft werden sollen. Die CDU-Frau warb dafür, zunächst die bestehende Situation im Stadtgebiet anzuschauen, bevor man neue Areale ausweise. Sie wisse von Flächen, die bereits unter der Hand weitervermietet würden. "Wir brauchen mehr Transparenz", erklärte Schnabel, die zunächst einen Bericht des Magistrates abwarten wollte. Es sei zudem eine Überlegung wert, ob die Gründung eines Kleingartenvereins für mehr Struktur sorgen könnte.

Die Aussicht auf längeres Warten missfiel den Antragstellern. "Wir müssen mal dazu übergehen praktisch und schnell zu arbeiten", meinte die SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Ernst. Das wäre, aus ihrer Sicht, ein wichtiges Signal in Zeiten der Pandemie. Ernst merkte außerdem an, dass der Stadt sicherlich schon bekannt sei, welche Gartenflächen ihr gehören und welche nicht. FDP-Fraktionschef Thorsten Press fand, dass der SPD-Antrag gut in die Zeit passe. "Die Leute wollen im Freien sein", betonte der Liberale, der versuchte, beide bisherigen Positionen zu vereinen. Der von der CDU gewünschte Prüfbericht schließe die Ausweisung neuer Flächen im SPD-Antrag nicht aus. Press brachte die Überlegung eines gemeinsamen Prüfantrags ins Spiel, der in den Ausschüssen weiterbehandelt werden solle.

Die Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF) versuchte die Sorge der SPD zu beruhigen, dass sich die Umsetzung zu lange hinzieht. Mohr erläuterte, dass die Verwaltung gerade erst eine Bestandsaufnahme der Gärten gemacht habe. Dabei habe sich unter anderem gezeigt, dass Gärten tatsächlich oft unter der Hand weitergegeben werden. "Beide Anträge kommen uns sehr entgegen", erklärte die Erste Stadträtin.

Sie stellte in Aussicht, dass die Verwaltung im Juni klare Aussagen im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss treffen könne. Unter diesen Vorzeichen stimmten die Stadtverordneten dem Antrag einstimmig zu. sas

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