Derzeit ist noch unklar, ob das Pfarrzentrum von Sankt Gallus für einen Neubau Platz machen soll.
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Derzeit ist noch unklar, ob das Pfarrzentrum von Sankt Gallus für einen Neubau Platz machen soll.

Kirchen

Flörsheim: Gallus-Zentrum bekommt "Steckbrief"

Fachleute sollen ein Immobilienkonzept für die Pfarrgemeinde erarbeiten - danach wird über Abriss oder Neubau entschieden.

Flörsheim -Still und dunkel ist es im Saal des Gemeindezentrums von Sankt Gallus. Genau wie viele andere Veranstaltungsräume bleibt das Gebäude während der Corona-Krise ohne Besucher. Beim Gemeindesaal der Flörsheimer Katholiken trägt jedoch nicht alleine die Pandemie schuld an den verschlossenen Türen: Schon lange bevor von Covid-19 die Rede war, fielen Großveranstaltungen dem Zustand des Gebäudes zum Opfer. Zwei Jahre sind vergangenen, seit Fastnachtssitzungen im Gallus-Zentrum untersagt wurden, weil die Brandschutzauflagen nicht mehr als 200 Personen zuließen. Seither wird über Sanierung oder Neubau diskutiert.

Lange gab es nichts Neues von den Zukunftsplänen für das Gemeindezentrum zu hören. Nun sieht es so aus, als habe die Gemeinde eine Perspektive auf den Weg gebracht. In der jüngsten Verwaltungsratssitzung sei die Entscheidung für eine vom Bistum Limburg geforderte, sogenannte Kirchliche Immobilien Strategie (KIS) gefallen, berichtet Pfarrer Friedhelm Meudt. Das Strategiekonzept, das derzeit in 30 weiteren Pfarreien des Bistums läuft, soll einen Überblick über den derzeitigen Stand der Gemeinderäume bieten. Normalerweise komme ein KIS nur dort zum Einsatz, wo der Zusammenschluss zur Großpfarrei unmittelbar bevorsteht. In Flörsheim solle die Analyse jedoch aufgrund der dringend benötigten Arbeiten am Gemeindezentrum vorgezogen werden, erläutert Meudt. "Für so einen großen Schritt wollen wir eine solide Datengrundlage haben." Das Bistum nennt den verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Umgang mit den kirchlichen Immobilien als Ziel des KIS. Die Datenerhebung soll von einem unabhängigen Unternehmen durchgeführt werden und in zwei Phasen verlaufen. Am Anfang stehen die bauliche Erfassung von Räumen und die Einschätzung des Instandhaltungs-Staus. Dabei sollen "Steckbriefe" der einzelnen Gebäude entstehen. Die Flörsheimer Gemeinde habe bereits eine Übersicht über die Belegung ihrer Räume erstellt, sagt Pfarrer Meudt. In Phase zwei folge die strategische Entwicklung von Gebäude-Nutzungskonzepten. Dieser Abschnitt solle Informationen dazu liefern, welche Räume in den kommenden Jahren gebraucht werden und welche Immobilien die Gemeinde eventuell veräußern möchte. Die Notwendigkeit für die umfassende Immobilienstrategie ergebe sich zum einen aus den erheblichen Kosten für eine Erneuerung des Gemeindezentrums, erklärt Friedhelm Meudt. Zum anderen werde die Kirche infolge der Corona-Krise noch lange mit massiven Steuereinbrüchen zu kämpfen haben. Dass Sankt Gallus ein Gemeindezentrum benötigt, steht für den Seelsorger jedoch außer Frage. Es gehe nun eher darum zu klären, was man sich leisten kann. Bisher sei in Gesprächen mit Experten immer von einem Neubau gesprochen worden, erklärt Meudt. "Darauf können wir uns aber nicht einfach ausruhen." Die bisherige Einschätzung, dass das Gemeindezentrum von Grund auf erneuert werden müsste, solle durch eine belastbare Kostengegenüberstellung im Rahmen der KIS bestätigt werden.

Wenn die Corona-Krise keine Verzögerungen verursacht, erwartet Friedhelm Meudt eine Entscheidung zur Zukunft des Gebäudes im Sommer. Für das zweite Halbjahr hofft der Pfarrer auf den Planungsbeginn sowie die Beauftragung eines Architekturbüros "Ich hätte es auch gerne etwas schneller gehabt", sagt Meudt. Aber: "Lieber genau geplant, als später mitten im Bau stecken bleiben", betont er. sas

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