1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Flörsheim

Flörsheim: Gedenken an einen unerschrockenen Polizisten

Erstellt:

Kommentare

Zum Gedenken an Gisbert Beck wurde dieser Kreisel an der Ecke Wickerer Straße/Elisabeth- Jakobi-Straße nach ihm benannt. Das Bauwerk wurde auf der Innenfläche bereits mehrfach umgestaltet.
Zum Gedenken an Gisbert Beck wurde dieser Kreisel an der Ecke Wickerer Straße/Elisabeth- Jakobi-Straße nach ihm benannt. Das Bauwerk wurde auf der Innenfläche bereits mehrfach umgestaltet. © Mehrfeld, Niklaus

Partei erinnert an den ermordeten Gisbert Beck - Tat jährt sich am 3. Juni zum 39. Mal.

Flörsheim -Mehrere Solar-Paneele sind auf dem Gisbert-Beck-Kreisel installiert, die zur Stromerzeugung für die Beleuchtung des Straßenbauwerks genutzt werden. Das wurde bereits vor einigen Monaten von der Verwaltung mitgeteilt. Die Gestaltung des Kreisels war ebenso ein Thema, da in Verbindung mit den von vielen Naturschützern nicht gerne gesehenen Schottergärten die Frage aufkam, wie es denn die Stadt bei der Bestückung des Innenteils des Kreisels mit Pflanzen und Steinen handhabe. Wochenlang wurde darüber diskutiert, wie denn nun der Innenraum des Bauwerks aussehen könnte oder sollte. Solange wurde darüber gestritten, dass es eigentlich schon würdelos war, auf welche Art und Weise die Diskussion darüber geführt wurde. Mit einer typischen dogmatischen Haltung wurden einige Vorschläge so behandelt, als ginge es um die städtebauliche und naturschutzrechtliche Verbesserung und Vorgaben für einen ganzen Stadtteil. Dabei spricht das Bauwerk für sich: Täglich fahren Hunderte Autos am Kreisel entlang. Die Aufmerksamkeit für das Bauwerk ist deshalb automatisch gegeben.

Doch alle diese Themen können nicht davon ablenken, für was der Bau des Kreisels eigentlich steht: Nämlich für den selbstlosen Einsatz eines Polizeibeamten aus Flörsheim namens Gisbert Beck, der dafür mit seinem Leben bezahlte. Durch die Berichte über den jüngsten Amoklauf an einer US-amerikanischen Schule kommen bei vielen Flörsheimern und Eppsteinern die Erinnerungen an ein ähnliches Ereignis in der Burgstadt, die über Jahre die Stadtgesellschaft in dem Taunusort erschütterte und für einige Familien sowie ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch heute ein Trauma darstellt. Am morgigen Freitag jährt sich nämlich zum 39. Mal der furchtbare Amoklauf in Eppstein. "Der 3. Juni 1983 ist ein dunkler Tag in der Geschichte. Ein Amokläufer tötete fünf Menschen und verletzte 14 weitere in einer Schule in Eppstein. Und wie jedes Jahr am 3. Juni gedenken wir unseres ehemaligen Mitglieds und Stadtverordneten der CDU-Fraktion Gisbert Beck, der bei dieser wahnsinnigen Tat ums Leben kam", erklärte dazu CDU-Fraktionschef Marcus Reif. Der CDU-Stadtverordnete hat versucht, die damaligen Ereignisse und die Tat des wahnsinnigen Attentäters in Worte zu fassen: "Ein wolkiger Freitag im hessischen Eppstein-Vockenhausen. Es ist 10.45 Uhr am 3. Juni 1983, als der Attentäter die Freiherr-vom-Stein-Schule in Eppstein-Vockenhausen betritt und wild um sich schießt. Der Lehrer, der sich schützend vor die Kinder stellte, wurde mehrfach angeschossen und überlebte schwer verletzt. Zwei Mädchen der sechsten Klasse und ein Junge werden von ihm erschossen, ebenso der Rektor der Schule und ein Polizist. Der Polizist ist unser Freund, Stadtverordneter der CDU-Fraktion und Flörsheimer CDU-Mitglied Gisbert Beck. Gisbert Beck, vielen Schülern aus der Verkehrserziehung an Schulen im Umkreis bekannt, gab an diesem Morgen auf dem Schulhof Fahrrad-Unterricht. Als er die Schüsse hörte, eilte er unbewaffnet in die Schule, um zu helfen. Beck ruft dem Amokläufer zu: ,Waffe weg! Polizei!', woraufhin dieser unverzüglich das Feuer eröffnet. Beck wird tödlich getroffen. Als die Polizei die Schule stürmt, erschießt sich der Attentäter selbst."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcus Reif schließt seinen Rückblick in der Mitteilung mit den Worten: "Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser schrecklichen Tat und allen Angehörigen. Besonders bei Gisberts Witwe Liesel, die auch heute noch die Politik der CDU mitgestaltet."

Die Stadtverordnetenversammlung hatte - übrigens einmütig - den Kreisel an der Wickerer Straße/Ecke Elisabeth-Jacobi-Straße nach ihm benannt. Im Jahr 2010 wurde er eingeweiht. meh

Auch interessant

Kommentare