Felix Predikant wird morgen im Limburger Dom zum Diakon geweiht.
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Felix Predikant wird morgen im Limburger Dom zum Diakon geweiht.

Porträt

Flörsheim: Geistlicher Neustart

Warum sich Felix Predikant zum Diakon weihen lässt.

Wicker -Felix Predikant hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Es hat etwa zehn Jahre gebraucht, um zu reifen", erklärt der Wickerer, der morgen eine neue Abzweigung auf seinem Glaubensweg nimmt. Der 53 Jahre alte Familienvater wird von Bischof Georg Bätzing im Limburger Dom zum Diakon geweiht. Das Bistum bietet die Möglichkeit an, die morgige Weihe-Liturgie im Internet zu verfolgen. Am Sonntag hält er erstmals die Predigt und die Fürbitten bei Gottesdiensten in Flörsheim und Hochheim.

Glaubensfragen sind für Predikant ein Teil seines Lebens. "Beruflich befasse ich mich schon lange mit Religion", erzählt der Wickerer. Der angehende Diakon hat Theologie studiert und arbeitet als Religionslehrer. Mittlerweile sei er in der Ausbildung neuer Lehrkräfte tätig, erläutert der Katholik. In der Wickerer Gemeinde habe er sich früher in der Jugendarbeit engagiert. Mittlerweile beschäftigt er sich mit Themen, die für Entwicklungsländer wichtig sind. Die Idee ein Weihesakrament zu empfangen, sei ihm zunächst nicht gekommen, berichtet Felix Predikant.

Zuspruch kam von Bekannten

Außenstehende hätten ihn darauf angesprochen, dass er sich für ein kirchliches Amt eigne. "Warum machst du das nicht?", sei er von Bekannten gefragt worden, erinnert sich der Pädagoge. Auch nach Schulgottesdiensten habe er positive Rückmeldungen bekommen. Dies sei der Auslöser dafür gewesen, dass er vor zehn Jahren erstmals Gespräche in Limburg führte. Anfangs noch zögerlich, habe er sich vor vier Jahren dann endgültig auf den Weg gemacht, berichtet Predikant, der gestern von seinen Exerzitien - einer mehrtägigen inneren Einkehr - im Limburger Priesterseminar zurückkehrte.

Einsätze in Hochheim und Flörsheim

Einsatzgebiet des Familienvaters soll anschließend der Pastorale Raum Flörsheim-Hochheim sein. Dort wird Felix Predikant unter anderem predigen, Sakramente wie beispielsweise die Taufe spenden und in der Seelsorge mitarbeiten. Er wollen nun erst einmal das Team kennenlernen und schauen, wo er gebraucht werde, sagt der 53-Jährige, der mit seiner Frau und den drei Töchtern in Wicker lebt. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass Predikants geistlicher Neustart unter ungewöhnlichen Voraussetzungen stattfindet. Das Zwischenmenschliche komme aufgrund der Hygienebestimmungen zu kurz. "Davon lebe ich eigentlich", betont der Theologe. Die momentane Situation habe aber zumindest den Vorteil, dass etwas Tempo herausgenommen werde und er sich langsam einarbeiten könne. Felix Predikant wird seine neue Berufung als "Diakon mit Zivilberuf" ausüben - das heißt, dass er seine bisherige berufliche Tätigkeit als Lehrer behält.

Der Flörsheimer Pfarrer Friedhelm Meudt erklärt das Amt eines Diakons mit den Worten, dass ein Diakon "mit seinem Glauben und der kirchlichen Beauftragung in seine Berufswelt und in die Gemeinden hinein wirksam werden kann". Solche Diakone könnten zudem ihre familiären Erfahrungen mit in die neue Tätigkeit einbringen.

Neben Familie, Beruf und kirchlichen Aktivitäten hat Felix Predikant noch einige andere Interessen, die er als Diakon unter einen Hut bringen möchte. Der Wickerer singt in der Flörsheimer Kantorei und beim Gesangsverein Sängerlust. Für den Verein steht er alljährlich als einer der "Stammtischsänger" auf der Fastnachtsbühne. Ebenfalls nicht zu kurz kommen soll künftig seine Begeisterung für die Spiele der Frankfurter Eintracht. "Die Eintracht bringe ich unter", ist sich Fußball-Fan Predikant gewiss. sas

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