Gerd Mehler war und ist bodenständiger Politiker und "Macher" im besten Sinne des Wortes.
+
Gerd Mehler war und ist bodenständiger Politiker und "Macher" im besten Sinne des Wortes.

Porträt

Flörsheim: Gerd Mehler: "Ich bin mit mir im Reinen"

Einer der ehemals einflussreichsten Gestalter der Rhein-Main-Region wird heute 70 Jahre alt - un d freut sich über die Abweisung einer Schadensersatzklage.

Flörsheim/Kirberg -Geht es nach den Fakten, so muss Gerd Mehler als einer der ersten und einflussreichsten Naturschützer im Rhein-Main-Gebiet bezeichnet werden. Heute kann Gerd Mehler seinen 70. Geburtstag feiern. Tatsächlich hat der einstige Mitbegründer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) so viele - noch heute deutlich sichtbare - Spuren hinterlassen, dass man sich fragen muss, wie er dies alles in wenigen Jahrzehnten bewerkstelligen konnte. Wenn es um die Anzahl der Bäume geht, die in der Ära von Gerd Mehler als Geschäftsführer der Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) sowie und Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR) von 1996 bis zum Jahr 2017. gepflanzt wurden, dann ist insgesamt eine vierstellige Zahl nicht übertrieben.

Noch weitere Beispiele gefällig? Dem RMV hat Gerd Mehler entscheidend auf die Schienen geholfen, weil er mit den damaligen Bürgermeistern, die zunächst ablehnend dem Projekt Verkehrsverbund im Rhein-Main-Gebiet gegenüberstanden, von den Vorzügen und der Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs überzeugt hat. Mehler war von 1991 bis 1995 Geschäftsführer der Vorbereitungsgesellschaft zur Gründung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Ist Gerd Mehler in Hessen unterwegs, so sieht er ab und an noch die Dorfgemeinschaftshäuser und Stadthallen. Während seiner Dienstzeit als Referent im Innenministerium in Wiesbaden (1984 bis 1989) war er für die Planung und Errichtung von vielen dieser Bauwerke zuständig.

Die Laudatio für den in Wicker aufgewachsenen und immer bodenständig gebliebenen Sozialdemokraten wäre nicht komplett, wenn sein Engagement im Main-Taunus-Kreis ohne Jahreszahlen aufgezählt würde. Dem Kreistag gehörte der Sozialdemokrat und frühere Juso-Chef bis 1997 an. Von 1977 bis 1981 war er ehrenamtliches Mitglied des Kreisausschusses, von 1985 bis 1989 SPD-Fraktionsvorsitzender und von 1990 bis 1996 Erster Kreisbeigeordneter sowie Umweltdezernent. Zuvor absolvierte der mit analytischem Können und Pragmatismus ausgestattete ehemalige Wickerer eine Parteikarriere. So arbeitete er von 1979 bis 1981 als Geschäftsführer der SPD-Fraktion im damaligen Umlandverband Frankfurt, dem Vorläufer des heutigen Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-.Main. Anschließend war Gerd Mehler von 1981 bis 1984 als Landesgeschäftsführer der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik tätig.

Wie schätzt Gerd Mehler, der 40 Jahre in Flörsheim Stadtverordneter war und die örtliche SPD weiterhin als Vorsitzender führt, heute die (Regional-)Politik ein? "Es wird viel angekündigt und es wird Symbolpolitik betrieben, wie zum Beispiel das Pflanzen von ein paar Blumen. Damit kann ich mich nicht anfreunden, das ist nicht meine Welt", gibt der Befürworter und Mitinitiator des Regionalparks frank und frei zu. Die Realisierung der Ankündigungen erfolge dann nicht mehr. Über Parteigrenzen hinweg seien früher viele Projekte realisiert worden. Dabei müsse in vielen Bereichen kurzfristig etwas getan werden - ob beim Wohnungsbau, für den Klimaschutz oder beim Radwegebau.

Gerd Mehler, der sich mit dem Kreis und der Region "tief verwurzelt" fühlt, ist ob der Kritik an der derzeitigen Politikern mit sich "im Reinen", wie er sagt. Der Vater von zwei erwachsenen Kindern und Großvater von fünf Enkeln widmet sich im Ruhestand nicht nur der Familie und seinen Hobbys - Oldtimer-Fahrzeuge sowie die HO-Eisenbahn von Märklin sind hier die Favoriten. Sondern er engagiert sich ehrenamtlich als Vorstandsmitglied beim Deutschen Roten Kreuz auf Kreisebene sowie bei der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft. So schließt sich bei der letztgenannten Institution der Kreis für Gerd Mehler.

Zufrieden ist der ehemalige "Müll-König" mit dem Ende einer juristischen Auseinandersetzung, die zwar sein Lebenswerk RMD und MTR samt dazugehörigen Begleitumständen nicht schmälern können, ihn aber doch getroffen haben. Es passt zum bekannt guten "Timing" von Gerd Mehler, dass er sich gestern über eine zufällig eintrudelnde Nachricht freuen konnte, die so etwas wie ein zusätzliches Geburtstagsgeschenk ist. Das Landgericht Wiesbaden wies eine Schadenersatzklage der RMD gegen ihn "vollumfänglich" (so das Gericht) zurück. Damit steht fest, dass Gerd Mehler für eine angeblich illegale Deponierung von Schlacke auf einem Abschnitt des Deponiegeländes in Wicker nicht haftet. Das Landgericht sah auch keine Pflichtverletzung des ehemaligen RMD-Geschäftsführers. meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare