Ingmarie Gundlach sieht ihre Waren als "Mädchenkeramik".
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Ingmarie Gundlach sieht ihre Waren als "Mädchenkeramik".

Kultur

Flörsheim: Große Auswahl und "Empty Bowls"

Auf dem Töpfermarkt gab es mit den neuen Regeln aber auch viele Unsicherheiten.

Flörsheim -"Ich finde, ich mache klassische Mädchenkeramik", sagt Ingmarie Gundlach. Am Stand der Keramikermeisterin aus Seeheim-Jugenheim kaufen Besucher des Töpfermarktes am Wochenende farbenfrohe Teller und Schalen mit schnörkeligen Verzierungen. Dazwischen sitzen kleine Figuren mit Feenflügeln.

Die Vielfalt an den Ständen im Stadtgarten ist groß. Doch gibt es tatsächlich eindeutige Männer- und Frauenkeramiken? "Ja, total", meint Ingmarie Gundlach. Die Arbeiten von Frauen seien oft verspielter. Und: "Männer kaufen bei mir eher die gestreiften Sachen."

Als typisch männlich schätzt die Keramikerin die Arbeiten am Nachbarstand ein. Dort verkauft Jörn Meißner Tassen, Schalen und Töpfe in schlichter blauer Farbgestaltung. Sogar rohe Tongefäße ohne Glasur sind im Sortiment des Keramikermeisters aus Rohrbach im Hunsrück. Verspielte Muster mit Herzchen seien nicht sein Stil, räumte Meißner ein.

Einer grundlegenden Unterscheidung zwischen dem Handwerk von Männern und Frauen stimmte der Standbetreiber trotzdem nicht zu: Die Ergebnisse seien eher Ausdruck der individuellen Persönlichkeit jedes einzelnen. "Oft schaut man sich den Keramiker an, der die Arbeiten gemacht hat, und denkt sich: Das passt."

Bei einer Unterscheidung waren sich Meißner und Gundlach jedoch einig: Je größer die Keramikarbeiten werden, desto wahrscheinlicher finde man sie am Stand eines Mannes. So hatte Jörn Meißner etwa einen riesigen Blumentopf im Angebot, dessen Gewicht er auf 20 Kilo schätzt.

Egal ob Männer oder Frauen - die Besucher des Töpfermarkts hatten die Wahl. Die Teilnehmerzahl im Stadtgarten war gegenüber 2020 von 20 auf 35 gewachsen. Die Zahl sei allerdings immer noch geringer als vor der Pandemie, weiß Jürgen Riebe, der den Markt für den Verein "Keramik Hessen" organisierte. Nicht alle Mitglieder, die im Stadtgarten Platz gefunden hätten, seien angereist. Dies liege daran, dass mittlerweile wieder andere Märkte parallel stattfinden.

Mit dabei war die KAB Flörsheim mit ihrem Projekt "Empty Bowls" (Leere Schüsseln). Der katholische Verein verkaufte Essen in insgesamt 125 Schalen, die von Teilnehmern des Töpfermarktes gespendet wurden. Der Erlös geht an ein Straßenkinderprojekt in Kolumbien.

Für Unsicherheit bei einigen Besuchern sorgte das Hygienekonzept für die Veranstaltung. Obwohl am Eingang zu lesen war, dass Besucher eine Maske tragen sollen, teilte das Personal am Eingang den Gästen mit, sie könnten die Mund-Nase-Abdeckung abnehmen. Impf-, Test- oder Genesenennachweise wurden nicht kontrolliert. Unter diesen Voraussetzungen fühle sie sich unwohl, sagte eine Besucherin dem Kreisblatt.

Jürgen Riebe erläuterte, dass andere Vorgaben einschließlich einer 3G-Regelung vorgesehen waren. Die neueste Verordnung des Landes vom Donnerstag lasse jedoch mehr Freiräume zu.

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