Dies belastet Flörsheim am meisten: Maschinen im Anflug auf die Nordwest-Landebahn, wie hier über der Innenstadt.
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Dies belastet Flörsheim am meisten: Maschinen im Anflug auf die Nordwest-Landebahn, wie hier über der Innenstadt.

Flughafen

Flörsheim: Grüne lehnen den weiteren Ausbau ab

  • Niklaus Mehrfeld
    vonNiklaus Mehrfeld
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Flörsheim ist extrem vom Fluglärm betroffen. Die Galf fordert den sofortigen Baustopp des neuen Terminals 3. Covid-19 habe gezeigt: Man muss nicht mehr so viel fliegen.

Flörsheim/Frankfurt -Die Grüne Alternative Liste Flörsheim (Galf) hat große Hoffnungen für die Zukunft. In den vergangenen Monaten seien aufgrund der Covid-19-Pandemie "neue Visionen und Konzepte für eine nachhaltige Zukunft entstanden", heißt es in einer Mitteilung der Galf. Die stetig steigenden Zahl der Menschen im Homeoffice habe insbesondere für den Flugverkehr gezeigt, dass man nicht zu jedem Meeting persönlich anreisen müsse. Nicht nur deswegen seien die Fluggastzahlen deutlich gesunden, was für die vom Flugverkehr massiv belasteten Flörsheimer einiges an Entlastung gebracht habe. Auch die Videokonferenzen hätten demonstriert, dass viele Geschäftsflüge überflüssig seien, vor allem auch auf den innerdeutschen Strecken.

Diese Erkenntnisse könnten genutzt werden für einen Umstieg "auf eine nachhaltige Nutzung von alternativen Verkehrsmitteln, die durchweg ökologischer als der Flugverkehr sind. Dies wäre eine wirksame Maßnahme zum Klima- und Umweltschutz", meint die Flörsheimer Grünen. Doch trotz der bereits einsetzenden Wirkungen des Klimawandels werde an dem Bau und der Eröffnung des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen festgehalten und somit in das Bauvorhaben weiter investiert. Mit einer Verspätung von einem Jahr soll der neue Bauteil des Flughafens, nach den Aussagen von Stefan Schulte, dem Vorsitzenden der Fraport AG, öffnen. So sei ab dem Jahr 2024 mit einer weiteren Belastung des Rhein-Main-Gebiets, und insbesondere Flörsheims, zu rechnen, da mit den steigenden Personenförderungskapazitäten "die Investitionen in Höhe von Milliarden Euro für die Geldgeber wieder erwirtschaftet werden müssten, möglichst mit einem fetten Gewinn", meint Galf-Fraktionschef Frank Laurent.

Nach den Plänen der Fraport sollen 21 Millionen Passagiere im Jahr zusätzlich befördert werden. Das entspreche bei der Auslastung des Terminals einem Wachstum von 29,8 Prozent in Bezug zu den letztjährigen Zahlen, rechnet der Galf-Mann vor. Dass der Flugverkehr sich erst nach mehreren Jahren erholen werde, könne die Chance sein, die Nutzung von umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln oder Kommunikationswegen zu steigern. Dabei würden dann zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, die die Verluste im Flugverkehr auffangen könnten.

Die Galf setze sich seit Jahrzehnten äußerst kritisch mit dem Ausbau und der Förderung des Flugverkehrs auseinander. Der Bau von Terminal 3 und die damit angestrebte weitere Steigerung der Fluggastzahlen, ist angesichts der Herausforderungen des Klimawandels fahrlässig und falsch. "Die Galf fordert den sofortigen Baustopp. Nur weil etwas begonnen wurde, muss es nicht, wenn man neue Erkenntnisse gewonnen hat, bis zum bitteren Ende fortgeführt werden. Die Kosten können und dürfen, vor dem Hintergrund der Belastungen durch den Klimawandel, keine Rolle spielen", erläuterte Frank Laurent.

"Eine große Hoffnung ist und bleibt das große Engagement der Jugend, Stichwort ,Fridays for Future', deren Forderungen nach einem ökologischen Umbau zwar aufgrund der aktuellen Einschränkungen nicht auf die Straßen getragen werden können, aber dennoch umgesetzt werden müssen. Es ist die Zukunft der Jugend und der Kinder, die auf dem Spiel steht", heißt es in der Mitteilung weiter. Auch die Galf werde dies im Interesse aller Flörsheimer weiterhin tun und auf ökologische Faktoren und die andauernde Belastung der Flörsheimer durch Lärm und Schmutz bei solchen Großprojekten hinweisen.

Ein Ausbau des Flughafens sei in einer Zeit, wo ökologische und wirtschaftliche Veränderungen so wichtig seien wie nie zuvor, alles andere als zukunftsorientiert und nachhaltig, heißt es abschließend in der Mitteilung der Galf. red

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