Erste Stadträtin Renate Mohr präsentiert den ersten neuen öffentlichen Aschenbecher am Stadtbüro (links) sowie die dazugehörigen Aufkleber. FOTO: stadt flörsheim
+
Erste Stadträtin Renate Mohr präsentiert den ersten neuen öffentlichen Aschenbecher am Stadtbüro (links) sowie die dazugehörigen Aufkleber.

Umweltschutz

Flörsheim: "Haste mal 'ne Kippe?"

30 neue Aschenbecher werden im Stadtgebiet installiert, zudem gibt es kostenlos Taschen-Ascher für Raucher.

Flörsheim -Die Sorgen reißen nicht ab: Klimawandel, Corona-Pandemie und Flutkatastrophe, dazu noch Giftstengel, die täglich achtlos einfach an fasst allen Stellen in der Gemarkung weggeworfen werden. Doch zumindest beim letzteren Problem wird in der Mainstadt nun energisch gegengesteuert. Die Zigarettenstummel seien ein sichtbares Problem, vermeldet die Stadtverwaltung. Doch deshalb wird nicht vor den Tausenden von Zigaretten-Resten im Stadtgebiet resigniert. Übrigens: Rund zwei Drittel aller gerauchten Zigaretten würden nicht ordentlich entsorgt, sondern landeten etwa auf Wegen und Grünflächen, teilte die Verwaltung mit. Gifte, die aus dem Tabak-Rest und hochkonzentriert aus dem Filter ausgewaschen würden und so ins Grundwasser gelangten, Zigarettenfilter, die sich nur schwer zersetzen und schließlich zu Mikroplastik würden - all das belaste die Umwelt, erklärt ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Untersuchungen hätten ergeben, dass beim Verbrennen einer Zigarette rund 7000 chemische Verbindungen entstehen, mindestens 50 davon würden als krebserregend gelten. Im Zigarettenfilter reichern sich Schadstoffe an, die nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Pflanzen und Tiere toxisch wirken könnten. Deshalb sei jede in die Natur geworfene Kippe eine zu viel. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Zigarettenstummel gehörten in den Müll.

Dabei helfe die Stadt Flörsheim nun und lasse 30 zusätzliche Ascher an besonders belasteten Stellen im Stadtgebiet montieren. Den Auftakt macht ein Ascher vor dem Stadtbüro auf dem Rathausplatz. Die übrigen folgten nach und nach in allen Stadtteilen. Zu erkennen sind sie an den Aufklebern mit der auffordernden Frage "Haste mal 'ne Kippe?". Auch die vorhandenen Abfalleimer, die bereits integrierte Ascher haben, würden noch gekennzeichnet.

"Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir die Zigarettenkippen aus der Umwelt verbannen", betont Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF). "Ich bin zuversichtlich, dass die neuen Ascher dazu beitragen, dass wir das Kippen-Problem in unserer Stadt besser in den Griff bekommen. Und bei Bedarf werden wir weitere Ascher nachrüsten", so die Stadträtin.

An den Stummeln, die schon auf den Wegen liegen und deren giftige Fracht mit jedem Regen weiter ausgewaschen und verteilt würde, änderten die Ascher aber nichts. Deshalb sei hier einmal mehr das Engagement der Bürger gefragt: Von Samstag, 20. November, bis Donnerstag, 25. November, werden in Flörsheim und in weiteren Kommunen im Main-Taunus-Kreis alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Zigarettenkippen von den Wegen, Parks, Spielplätzen und überall dort aufzusammeln, wo sie nicht hingehören. Der Main-Taunus-Kreis hat diese Aktion anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung initiiert. Die gesammelten Kippen können dann von Montag, 22. November, bis Donnerstag, 25. November, an einer zentralen Sammelstelle vor dem Mehrgenerationen-Treff, Rathausplatz 6, abgegeben werden. Zwischen 8 Uhr und 17 Uhr steht dort eine besonders gekennzeichnete orangefarbene Mülltonne für die aufgelesenen Zigarettenkippen bereit. Raucherinnen und Raucher können sich zudem einen kostenlosen Taschen-Ascher abholen, solange der Vorrat reicht. Diese Ascher werden übrigens von der Verwaltung des Main-Taunus-Kreises gesponsert.

Die "Ausbeute" der Sammelaktion wird am Freitag, 26. November, zur Abschlussveranstaltung an die Kreisverwaltung in Hofheim übergeben. red/meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare