Einige Holzteile an dem Gebäude sind morsch und müssen ausgetauscht werden.
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Einige Holzteile an dem Gebäude sind morsch und müssen ausgetauscht werden.

Ortsbeirat

Flörsheim: Haus am Weilbach ist in die Jahre gekommen

Gebäudeschäden sollen nun zügig behoben werden, kündigte der Magistrat an.

Weilbach -Nicht nur wegen seiner zentralen Lage gilt das Haus am Weilbach vielen Weilbachern als ihr Ortsmittelpunkt. Das Gebäude mit der schmucken rot-braunen Fachwerkfassade steht außerdem im Zentrum regelmäßiger Feiern und Veranstaltungen. So etwa während der Kerb und dem Weihnachtsmarkt, wenn die Fläche vor dem Haus zum Festplatz wird. Einen weitere Attraktion ist das angrenzende Weilbacher Glockenspiel, das im Vorjahr erneuert wurde. Trotz der Beliebtheit des Treffpunkts, sollte man derzeit jedoch nicht zu genau hinschauen. Das Haus am Weilbach ist nämlich deutlich in die Jahre gekommen. Und das obwohl schon seit längerem klar ist, dass etwas getan werden muss.

Der Weilbacher Wilfried Theiß hat zahlreiche Schäden dokumentiert und als SPD-Vertreter im Ortsbeirat einen Antrag gestellt. Der Magistrat soll einen Sachverständigen mit der Prüfung des Anwesens beauftragen. Dieser soll untersuchen, welche kurzfristigen baulichen Maßnahmen notwendig sind und wie hoch die benötigten Haushaltsmittel ausfallen. "Das sind nicht nur optische Schäden", betonte Wilfried Theiß die Dringlichkeit. "Es geht um die Bausubstanz."

Wer nicht nur im Vorbeigehen das Fachwerk bestaunt, sondern vor dem Gebäude verweilt, der erkennt einige der offensichtlichsten Probleme: Die vom Denkmalschutz vorgeschriebenen Fenstereinfassungen und Fensterbänke aus Holz zeigen deutliche Spuren der Witterung. Manche Stellen sind morsch und faul - teilweise sind ganze Ecken weggebrochen. "Die Fensterbretter waren schon länger etwas weich", erklärt Theiß auf Nachfrage des Kreisblatts. "Aber wenn man sie jetzt anfasst, platzt der Lack ab." Auch die Fassade hat schon bessere Zeiten gesehen. Über dem Durchgangsbogen zum Innenhof sind graue Flecken sichtbar, an denen der Putz abgeblättert ist - genauso an einer Wand neben dem Fallrohr der Regenrinne. Weniger auffällig sind Risse in den Fachwerkbalken - den sogenannten Gefachen. Sie stellen aus Sicht von Wilfried Theiß jedoch ein größeres Probleme dar: Durch die Öffnungen laufe Wasser hinter die Balken, so der SPD-Mann, der sich auch privat mit der Sanierung eines Fachwerkhauses befasst hat. Die Feuchtigkeit könne dazu führen, das ganze Balken ausgetauscht werden müssen.

Im Ortsbeirat stieß das SPD-Anliegen auf offene Ohren. "An der Notwendigkeit besteht kein Zweifel", erklärte die Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF). Sie erinnerte daran, dass schon 2016 ein ähnlicher Antrag der CDU eingebracht wurde. Einen Sachverständigen einzuschalten, sei nicht notwendig. Die Stadt werde sich der Mängel annehmen und müsse dabei ohnehin den Denkmalschutz mit ins Boot holen. Gerlinde Goldbach-Thimm (CDU) erklärte, dass bereits im Jahr 2015 ein Betrag von 20 000 Euro für die Reparaturen in den Haushalt eingestellt worden sei. Die Verwaltung habe diesen Ansatz nach 2016 verschoben, ohne dass etwas umgesetzt wurde. FDP-Mann Thorsten Press betonte, dass etwas getan werden müsse, damit die Schäden nicht größer werden. Alois Mhlanga (dfb) bat um Berichterstattung darüber, ob mittlerweile bereits Schäden an der Gebäudesubstanz verursacht wurden.

Das Haus am Weilbach stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde ursprünglich als Wohnhaus einer kleinen Hofreite genutzt. Der Anbau, an dem das Weilbacher Glockenspiel angebracht ist, war damals der Pferdestall. Später beherbergte das Gebäude das Weilbacher Bürgermeisteramt und das Ortsgericht.

Die denkmalgerechte Sanierung des historischen Baus wurde im Jahr 1994 abgeschlossen. Heute wird das Haus vom Ortsgericht sowie von verschiedenen Vereinen genutzt. sas

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