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Flörsheim: Hilfe aus dem Nachbarkreis

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Weil die Rettungsfahrzeuge nach Krankentransporten wegen der Pandemie oft aufwendig desinfiziert werden müssen, wird derzeit jeder verfügbare Wagen für Einsätze benötigt. FOTO: dpa
Weil die Rettungsfahrzeuge nach Krankentransporten wegen der Pandemie oft aufwendig desinfiziert werden müssen, wird derzeit jeder verfügbare Wagen für Einsätze benötigt. © dpa

Warum die vorgeschriebene Einsatzzeit für Rettungswagen nicht immer einzuhalten ist.

Flörsheim -Gleich zweimal mussten Rettungskräfte am Sonntag in Richtung Keramag-Falkenberg ausrücken. Ein Brand und ein Unfall hielten die Helfer fast zeitgleich in Atem. Der erste Alarm sei gegen 14.10 Uhr eingegangen, berichtet Stadtbrandinspektor Peer Neugebauer. Auf einer Wiese zwischen dem Abenteuerspielplatz und dem Gewerbegebiet West V hatte ein Bauwagen Feuer gefangen.

Zunächst stellten sich die Brandschützer nur auf einen Brand im Außenbereich ein. Nachdem bekannt wurde, dass sich manchmal Obdachlose im betroffenen Bauwagen aufhalten, erhöhte die Leitstelle die Alarmierungsstufe. Aufgrund der möglichen Gefährdung von Menschen rückten alle drei Stadtteil-Wehren aus. Die Retter trafen jedoch keine Verletzten am Einsatzort an und konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Der Bauwagen sei komplett herunter gebrannt, berichtet Peer Neugebauer. Ein Übergreifen der Flammen auf die umgebende Wiese konnten die Einsatzkräfte allerdings verhindern. Ohne das schnelle Einschreiten hätte sich der Brand mit Sicherheit ausgeweitet, meint der Stadtbrandinspektor, der daran erinnert, dass derzeit Waldbrandgefahr besteht.

Während der Brandherd am Ortsrand noch qualmte, kam es zu einem weiteren Zwischenfall: An der Einfahrt von der Hochheimer Straße nach Keramag stießen zwei Pkw beim Abbiegen zusammen. Die Feuerwehr habe einen Rüstwagen aus Wicker und einen Teleskopmast aus Flörsheim an die Unfallstelle geschickt, um die Straße zu sichern, erklärt Neugebauer. Die Durchfahrt blieb für die Dauer des Einsatzes gesperrt. Eine am Unfall beteiligte Person wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Zur Versorgung der Verletzten mussten zwei Rettungswagen und ein Notarzt aus benachbarten Landkreisen anrücken. Im Main-Taunus-Kreis stand nämlich zeitnah kein Fahrzeug bereit. Dies klingt überraschend - vor allem weil es in Flörsheim neben der hauptamtlich betriebenen Rettungswache in Wicker auch noch den ehrenamtlichen Rettungsdienst des DRK-Ortsvereins gibt. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass alle Rettungswagen im Kreis belegt sind, erläutert Stadtbrandinspektor Neugebauer.

DRK-Geschäftsführer Franz-Josef Eckert kann dies bestätigen. Es komme genauso vor, dass seine Mannschaft zu Einsätzen nach Groß-Gerau fährt, erklärt der Sanitäter. Die Bereichsplanung auf Grundlage des Rettungsgesetzes sehe vor, das immer das räumlich nahste Fahrzeug alarmiert wird.

Der Flörsheimer Ortsverein biete nur an bestimmten Tagen einen Rettungsdienst in Bereitschaft an, erläutert Eckert. Dann müssen die ehrenamtlichen Sanitäter zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort sein. Am Sonntag sei die Flörsheimer DRK-Wache jedoch nicht besetzt gewesen. "Da dauert es schon mal länger", räumt der Geschäftsführer ein. Nicht alle Sanitäter würden in Flörsheim wohnen. Aufgrund dieser größeren Vorlaufzeit seien an diesem Tag Retter aus den Nachbarkreisen zum Einsatz gekommen.

Grundsätzlich sei die Unterstützung der ehrenamtlichen Rettungswagenbesatzung in den vergangenen Jahren gefragt gewesen. "Es gab schon andere Zeiten, in denen wir uns um einen Einsatz bemühen mussten", erzählt Franz-Josef Eckert. Während der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage deutlich an. Die Zahl der verfügbaren Rettungswagen sei gesunken, weil die Fahrzeuge nach Krankentransporten oft aufwendig desinfiziert werden mussten. Dies bedeutete, dass jeder verfügbare Wagen gebraucht wurde. "Wir hatten nie so viele Transporte wie 2021", stellt Franz-Josef Eckert fest. sas

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