Wann es wieder Zumba-Veranstaltungen, wie hier beim TV Wicker, geben wird, weiß niemand. Doch die Turnvereine bereiten sich auf die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes vor. Archiv-Foto: Nietner
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Wann es wieder Zumba-Veranstaltungen, wie hier beim TV Wicker, geben wird, weiß niemand. Doch die Turnvereine bereiten sich auf die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes vor. Archiv-Foto: Nietner

Corona-Krise

Flörsheim: Hoffnung, dass Zumba und Co. möglich sind

Nach den angekündigten Lockerungen der Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stehen die Sportvereine in den Startlöchern - doch es gibt noch Klärungsbedarf.

Flörsheim -Seit Monaten sind die Flörsheimer Sportvereine beinahe vollständig lahm gelegt. Nun offenbart sich ein erster Lichtblick. Mit der neuen von Bund und Ländern beschlossenen Öffnungsstrategie könnte ein Stückchen Normalität zurückkehren. Der ab heute geltende Öffnungsschritt sieht vor, dass kontaktloser Sport mit maximal zehn Personen im Freien möglich ist, wenn eine 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner nicht überschritten wird. Am Freitag konnte Flörsheim eine Inzidenz von 32 vorweisen, während der Wert im gesamten Main-Taunus-Kreis bei 51 lag.

Treffen im Freien

Die drei Flörsheimer Turnvereine stehen in den Startlöchern. Die Nachfrage des Kreisblatts ergab aber auch, dass weiterer Klärungsbedarf besteht. Der Turnverein Flörsheim habe am Freitag eine Videokonferenz mit seinem Trainingspersonal abgehalten, berichtet die Vorsitzende Gerit Kaus. "Die Trainer müssen es auch wollen", erläutert die Flörsheimerin.

Gleichzeitig warte der Verein auf genaue Auslegungen der neuen Öffnungsperspektive. "Wir müssen erst mal wissen, was geht", so Gerit Kaus. Bisher habe es immer ein paar Tage gedauert, bis sich eine Verordnung der Bund- und Länderebene "gesetzt" hat. Die Stadt habe die Vereine jeweils über neue Bestimmungen informiert. "Wir warten händeringend darauf", so Gerit Kaus. Für den Anfang könne sie sich vorstellen, dass zwei Gruppen aus dem Kindersport wieder aktiv werden. Der Kurs "Zumba4Kids" und eine Tanzgruppe könnten sich im Freien treffen. Darüber hinaus habe der Verein bei seinen Handballern angefragt, welche Trainingsangebote unter freiem Himmel möglich sind.

Nachvollziehbare Regeln

Der TV Wicker möchte seine weiteren Schritte heute bei einer virtuellen Vorstandssitzung abstimmen. Aufgrund des großzügigen Vereinsgeländes spreche nichts dagegen, Training im Freien anzubieten, erklärt Vereinschef Karsten Sell. Man müsse jedoch schauen, dass die Angebote mit nachvollziehbaren Regeln umgesetzt werden. Teilweise gebe es Gruppen mit mehr als 20 Teilnehmern. "Wir sind noch nicht sicher, wie wir das gerecht verteilen", erläutert Sell. Außerdem sei noch nicht ganz klar, ob die Lockerung unterhalb einer Inzidenz von 50 für den Kreis oder das Stadtgebiet gelten.

Wenn gelockert wird, sollen zuerst die Angebote für Kinder zurückkehren. Im Handball gebe es Mannschaften mit Aktiven unter 14 Jahren, sagt der Vorsitzende. Diese könnten voraussichtlich in kleinen Gruppen im Außengelände trainieren. Die weiteren Öffnungsmöglichkeiten bis Ostern müsse der Verein noch beraten.

Austritte von Mitgliedern

Auch die TG Weilbach sei derzeit noch in der "Konzeptionsphase", berichtet der Vorsitzende Gerald Benisch. "Die Auslegungsverordnungen sind noch nicht zu hundert Prozent eindeutig", erklärt der Weilbacher. Er geht davon aus, dass sich die Leichtathleten bis zum Alter von 14 Jahren bei schönem Wetter wieder auf dem Sportplatz treffen können. "Alles, was möglich ist, wird gemacht", betont Benisch. Die Abteilungsleiter müssten sich mit den Übungsleitern abstimmen. Dabei sei auch die Frage, was das Wetter zulasse. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei 5 Grad viel Interesse besteht", sagt der Vorsitzende. Deshalb hoffe er, dass auch der nächste Öffnungsschritt bald greift und kontaktfreier Sport in Gebäuden ermöglicht wird. Grundsätzlich sei er froh, dass Sportangebote in der Strategie berücksichtigt werden. "Das kam ja bisher oft an letzter Stelle", so Benisch.

Alle drei Vereine hatten während des Lockdown Austritte von Mitgliedern zu verzeichnen, die sie bisher verschmerzen konnten. Den TV Flörsheim verließen im Jahr 2020 rund 70 Mitglieder. "Überproportional viele Kinder", sagt Gerit Kaus. Normalerweise werde diese Entwicklung durch Neueintritte aufgefangen, die in den vergangenen Monaten gefehlt hätten. "Wir hoffen, dass die Kinder in Zukunft wiederkommen", so die Vorsitzende.

Auch Gerald Benisch weist darauf hin, dass der TG Weilbach die Eintritte fehlen. Die Austritte seien etwas mehr als üblich. Allgemein sei er froh, dass die überwiegende Mehrheit zur TG Weilbach gehalten habe. Für den TV Wicker sieht Karsten Sell keine nennenswerten negativen Auswirkungen. Es habe keine gesteigerten Austrittszahlen gegeben. "Die Leute halten dem Verein die Treue", freut sich Karsten Sell.

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