Dieses Foto wurde anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kita Maria Himmelfahrt aufgenommen. Damals war Rosi Reinelt (2. v. re.) die Leiterin der Betreuungseinrichtung.
+
Dieses Foto wurde anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kita Maria Himmelfahrt aufgenommen. Damals war Rosi Reinelt (2. v. re.) die Leiterin der Betreuungseinrichtung.

Jubiläum

Flörsheim: "Ich hatte immer das Ganzheitliche im Blick"

Die ehemalige Leiterin des Kindergartens Maria Himmelfahrt war von Anfang an dabei und erzählt über die Umsetzung der pädagogischen Ideen.

Weilbach -Rosi Reinelt steckte voller Ideen, als sie vor einem halben Jahrhundert die Kita "Maria Himmelfahrt" aufbaute. "Ich hatte Träume, wie man so etwas umsetzt", erzählt die frühere Leiterin. Wenn die 71-Jährige heute über die Weilbacher Betreuungseinrichtung spricht, ist ihr die Begeisterung immer noch anzuhören. Reinelt war nicht nur zur Stelle, als die Kita am 18. Mai 1971 den Betrieb aufnahm - sie leitete die Einrichtung schließlich auch 37 Jahre lang.

Ein Brand sorgt für Veränderungen

"Ich hatte immer das Ganzheitliche im Blick", erzählt Rosi Reinelt, die sich anlässlich des 50. Kita-Bestehens zurückerinnert. Vernetzen und verzahnen - darum sei es ihr gegangen. Sie habe darauf geachtet, dass die Kinder im Fokus stehen und die katholische Kita Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde ist. Die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Vereinen sei ihr wichtig gewesen. Beispielsweise hätten Mädchen und Jungen aus der Kita bei der Einweihung der Schwefelquelle in Bad Weilbach gesungen. Rosi Reinelt zog 1969 nach Weilbach, wo sie zunächst die Leitung der städtischen Kindertagesstätte übernahm. Als sie von den Plänen zum Bau einer kirchlichen Einrichtung hörte, reizte sie das neue Projekt. "Ich war jung und wollte einen großen und neuen Kindergarten", sagt die Pädagogin. Sie habe den Neubau von Beginn an begleitet und Möbel, Spielzeug und sogar Gardinen ausgewählt. Die Kita, die heute über drei Kindergartengruppen und eine Krippe verfügt, startete 1971 mit vier Gruppen, die über den Tag verteilt waren. Weil Personal fehlte, seien zwei Gruppen am Vormittag und zwei am Nachmittag betreut worden, erzählt Reinelt. Die langjährige Leiterin erlebte einige Veränderungen mit - unter anderem infolge eines Brandes, der das Gemeindehaus samt Kita Anfang der neunziger Jahre beschädigte. Die Gemeinde ließ daraufhin den Eingangsbereich erweitern.

Hühner gehören zum Alltag

Nicht nur Kinder werden auf dem Gelände der Kita betreut: Eine Besonderheit, die bis heute besteht, ist die Hühnerhaltung. Rosi Reinelt erinnert sich, dass alles mit dem kleinen Hühnchen eines Nachbarn begann. Hühner-Küken Frieda sei durch den Außenbereich der Kita spaziert. Daraus habe sich die Idee eines ganzen Hühnerstalls ergeben. "Kinder mögen Tiere, aber fassen sie meist falsch an", erläutert die ehemalige Chefin. Bei Hühnern ergebe sich dieses Problem nicht, weil es ausreichte, das Federvieh zu beobachten und ab und zu Eier aus dem Nest zu holen. Nachdem sie sich im Zuge des Gickelschlags auf der Weilbacher Kerb einen Hahn und weitere Hühner schenken ließ, sei alles von selbst gegangen, berichtet Reinelt. Bald schon war die Kita Mitglied im Kleintierzuchtverein und die Eltern hatten einen Schlüssel, um am Wochenende nach den Tieren zu schauen.

"Die Eltern waren immer ein wichtiges Standbein", erklärt Rosi Reinelt. Dies habe sich auch bei der Neugestaltung des naturnahen Außengeländes gezeigt, das vom Land ausgezeichnet wurde. Die Eltern halfen bei der Finanzierung und gaben nach vorheriger Absprache grünes Licht für riskante Elemente wie etwa große Steine. "Unfallfreiheit darf nicht Ziel pädagogischer Arbeit sein", findet Rosi Reinelt. Herausforderungen und Schrammen gehören aus ihrer Sicht zur kindlichen Entwicklung. "Dinge, die wir machen konnten, gibt es heute nicht mehr, weil der gesetzliche Rahmen enger gefasst wurde", sagt die ehemalige Leiterin. Vieles, was mittlerweile streng reglementiert werde, habe die Leitung damals auf ihre Kappe genommen.

In der Kita sorgt das 50-jährige Bestehen für Feierlaune. Der besondere Tag werde heute in Form einer Geburtstagsfeier mit Waffeln und Kuchen gewürdigt, berichtet Leiterin Monika Schubert. Aufgrund der Corona-Pandemie ist derzeit kein großes Fest möglich. Schubert hofft jedoch, das Jubiläum im kommenden Jahr noch einmal mit einem großen Fest zu begehen. Dann würde Rosi Reinelt gerne mitfeiern. Sie halte noch Kontakt zur Kita Maria Himmelfahrt, berichtet sie . "Das Interesse ist geblieben." sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare