Demnächst wird eine neue Ausstellung im Kunstforum Mainturm per Internet den Interessenten präsentiert.
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Demnächst wird eine neue Ausstellung im Kunstforum Mainturm per Internet den Interessenten präsentiert.

Kultur

Flörsheim: Im Turm ist kein Publikum in Sicht

Rathauschef Dr. Bernd Blisch erklärt, was in nächster Zeit im Kunstforum Mainturm geplant ist.

Flörsheim -Seit fast einem Jahr liegt die Kulturarbeit in der Mainstadt erneut brach. Nachdem sie vor einigen Jahren wegen der einstmaligen Haushaltssperren während der Amtszeit von Ex-Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) für viele Monate schon einmal auf Null heruntergefahren worden war, kam es nun erneut zum Erliegen der kulturellen Angebote in der Mainstadt. Doch dieses Mal gibt es keine durch die Politik verschuldete kulturlose Zeit. Vielmehr macht de Corona-Krise durch die Schließung von Galerien, Auftritts- und Konzerträumen den Kunstschaffenden und Kulturvereinen sowie dem gesamten kulturellen Leben in der Kommune zu schaffen. Und sie trifft immer noch das wichtige Rückgrat der Mainstadt. So gibt es derzeit weder Konzerte noch Auftritte im Kleinkunstkeller oder Ausstellungen im Kulturforum Mainturm - und Publikum ist nicht in Sicht. Doch wie soll es weitergehen?

Künstler geben Auskünfte

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) kann wenigstens einen Hoffnungsschimmer für Kunstfreunde in Aussicht stellen. So werden Künstler aus Wiesbaden in den nächsten Tagen im Kunstforum Mainturm eine Präsentation vorbereiten, die sie dann für eine Übertragung auf der Internetseite der Stadt Flörsheim präsentieren. So wird die Kunst auf einem anderen Weg als gewohnt den Interessenten angeboten. Also nicht wie üblich mit Besuchern, die sich in aller Ruhe die Kunstwerke im Kunstforum ansehen können, sondern eben mit Zuschauern vor den PC-Bildschirmen zu Haut. "Es ist auch daran gedacht, dass es Online-Gespräche mit Künstlern gibt, bei denen sie ihre Kunstwerke erklären", erläutert der Rathauschef, der einst selbst im Kulturamt der Stadt gearbeitet hatte. Dass diese Form von Kunstpräsentation einen Besuch im Mainturm nicht ersetzen kann, ist zwar bedauerlich. Doch das Anschauen von Kunstwerken mit Hilfe des geplanten Internetauftritts bietet nicht nur eine rar gewordene Sichtweise an. Die Präsentation auf den PC-Bildschirmen ist vor allem für die Künstler wichtig. Denn dadurch werden sie und ihre Arbeiten wieder wahrgenommen. Wie sehr es die Künstlerseelen treffen kann, wenn deren Produkte sozusagen plötzlich unter Verschluss sind, haben die Malerin Gabriele Beinlich sowie der Fotograf Jürgen Lecher erfahren müssen. Die gemeinsame Ausstellung der beiden Kunstschaffenden im Kunstforum Mainturm musste nach der Vernissage Ende Oktober kurze Zeit später, wegen der Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, geschlossen werden. Nun gab es für die beiden Künstler eine gute Nachricht. Wie Bürgermeister Bernd Blisch erklärte, können die beiden Künstler noch einmal ihre Werke zu einem späteren Zeitpunkt im Kunstforum zeigen. Und zwar unter der Voraussetzung, dass in ein paar Wochen oder spätestens Monaten die öffentlichen Orte wie Galerien oder Museen in einem bestimmten Rahmen wieder besucht werden dürfen.

Es gibt in der Mainstadt noch eine Kunstgattung, die wegen der Corona-Krise auf das Internet ausweichen musste, nämlich die Musik. Bekanntlich mussten die öffentlichen Auftritte im Rahmen der Gallus-Konzertreihe abgesagt werden.

Konzerte wurden ins Internet "verlegt"

Die musikalischen Vorführungen konnten allerdings mit Hilfe des Internet angehört und angesehen werden. "Bei den Konzerten, die per Internet verfolgt werden konnten, sind circa 300 bis 400 Nutzer registriert worden", sagte Rathauschef Bernd Blisch, der zugleich als Vorsitzender des Förderkreises Musik Main-Taunus für die Gallus-Konzerte amtiert. Dies sei die übliche Zahl an Besuchern, die ebenso zu den Konzerten kommen würden. Eine Aufzeichnung darüber, wie lange die Internet-Nutzer an den Bildschirmen sich die Aufführungen anhörten, gibt es nicht. Klar ist: Am heimischen PC kann die Atmosphäre sowie das Klangerlebnis nicht so gehört und nachempfunden werden, wie es beim "Original" am Auftrittsort möglich ist. Nicht alles, was digital möglich ist, kann die Realität ersetzen. Wenigstens das ist sicher. meh

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