Auf dem Rathausplatz könnte im Sommer zeitweise ein kleiner Biergarten errichtet werden. Archiv-Foto: nietner
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Auf dem Rathausplatz könnte im Sommer zeitweise ein kleiner Biergarten errichtet werden. Archiv-Foto: nietner

Ortsbeirat

Flörsheim: Kein Biergarten an der Holzgasse

Andere Standorte für Festivitäten im neuen Sommerfest-Rahmen werden noch geprüft.

Flörsheim -Im Freien sitzen und ein kühles Getränk in der Sonne genießen - dies erfreut sich nicht nur während der Corona-Krise großer Beliebtheit. Außengastronomie ist in den Sommermonate angesagt. Neben Gaststätten bietet das Sommerfest jedes Jahr eine Anlaufstelle an der frischen Luft. Die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung führen jedoch dazu, dass die Veranstaltung mit Musik und Verkaufsständen nicht in üblicher Form vor der Gallus-Kirche stattfindet. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, soll sich das Fest über mehrere Termine in der Stadt verteilen.

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) berichtete im Ortsbeirat Stadtmitte, dass es in diesem Jahr kein großes Sommerfest an einem einzelnen Wochenende geben werde. Stattdessen würden Ausrichter gesucht, die dabei helfen, das Fest als Veranstaltungsreihe an verschiedenen Orten umzusetzen. Denkbar sei etwa ein Sonntagvormittag mit Bewirtung im Hof des Stadtmuseums.

Auslöser für den Hinweis des Rathauschefs war eine Diskussion über Außenbewirtung in der Altstadt. Die Mitglieder des Ortsbeirats befassten sich mit einem Antrag der Freien Bürger (dfb), die den Magistrat mit der Prüfung eines Biergartens im Bereich zwischen Rathausgasse und Holzgasse beauftragen wollten. Die Stadt solle eine "Sommergastronomie" zusammen mit einem interessierten Betreiber einrichten. Im Antragstext ist von bis zu zehn Biertischgarnituren für 50 bis 60 Personen die Rede. Frank Herzog (dfb) warb mit der Idee für eine Belebung der Altstadt. Die Stadt solle prüfen, wer als Betreiber in Frage komme.

Bürgermeister Blisch zeigte sich etwas verwundert über die Form des Vorstoßes: "Einen interessierten Gastwirt kenne ich nicht." Der normale Ablauf wäre es aus seiner Sicht, dass ein Gastwirt auf die Stadt zugehe. Das fiele dann jedoch unter das normale Verwaltungshandeln und bedürfe keines Antrags. Die Verwaltung würde in solch einem Fall die Rahmenbedingungen wie Lärmschutz und Auswirkungen auf den Verkehr prüfen. Dass die Stadt einfach einen Biergarten zwischen Holzgasse und Rathausgasse errichte, halte er für riskant, weil es in diesem Bereich bereits einige Gaststätten gebe. SPD-Mann Uwe Dicks erinnerte daran, dass ein Antrag zum Biergarten bereits 2010, 2012 und 2017 gestellt worden sei - zuletzt ebenfalls als Prüfantrag an den Magistrat, ohne dass bisher ein Ergebnis vorliege. Dr. Blisch erklärte, dass die Prüfung schwer zu realisieren sei, solange keine konkrete Anfrage vorliege. Sabine Görig (CDU) riet den Freien Bürgern, falls diese einen Gastwirt im Hinterkopf hätten, solle dieser sich direkt bei der Stadt melden. Dies nutzte Carola Gottas (GALF) zu dem Hinweis, dass generell keinen Gefälligkeitsanträge gestellt werden sollten. Frank Herzog verteidigte die Absicht des Antrags indem er erläuterte, dass die dfb-Fraktion mit vielen Bürgern im Gespräch sei. Jens Weckbach (CDU) schlug eine geteilte Bewirtung vor - ähnlich dem Weinprobierstand am Mainufer, der von mehreren Winzern betrieben wird. Vielleicht finde sich ja eine Möglichkeit, den Rathausplatz im Wechsel zu bewirten, meinte er. Daraufhin erläuterte Dr. Blisch die neuen Pläne für das Sommerfest, die in eine ähnliche Richtung gehen. Die Freien Bürger zogen ihren Antrag zurück. sas

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