Bis die neuen Radarsäulen stehen, sorgt ein mobiler "Blitzer" in der Hofheimer Straße für Verkehrsberuhigung.
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Bis die neuen Radarsäulen stehen, sorgt ein mobiler "Blitzer" in der Hofheimer Straße für Verkehrsberuhigung.

Verkehr

Flörsheim: Kein gutes Pflaster für Raser

Neue Radarsäulen zur Tempokontrolle sollen im Stadtgebiet für mehr Sicherheit sorgen

Flörsheim -Autofahrer aufgepasst! Gleich an vier Stellen im Stadtgebiet sollen in den kommenden Monaten neue "Blitzer" installiert werden. Drei der Kameras werden Temposünder im besonders stark vom Durchgangsverkehr belasteten Stadtteil Weilbach erfassen. Dort gibt es seit Mittwoch bereits einen Vorgeschmack. Kurz vor der Einmündung der Gänsgasse bremsen Autofahrer auf der Hofheimer Straße nun oft merklich ab. Dort fließt der Verkehr ortseinwärts normalerweise schneller - obwohl nur Tempo 30 erlaubt ist.

Seit zwei Tagen steht jedoch ein weiß-grauer Kasten am Straßenrand gegenüber der Bushaltestelle und nimmt Raser ins Visier. Wer bisher zu schnell gefahren ist, kann sich schon einmal daran gewöhnen, dass künftig dauerhaft kontrolliert wird. Bis zur Installation der festen Radarsäulen stellt der Kamerakasten eine Übergangslösung dar. Aus dem Ordnungsamt hieß es gestern, dass die mobile Station im Abstand von ein bis zwei Wochen an allen genehmigten Standorten für die neuen Geschwindigkeitskontrollen eingesetzt werde.

Nach Tempomessungen im Jahr 2019 hat die Polizei vier Standorte für stationäre Kameras zugestimmt. An zwei Positionen wird es erstmals feste Kontrollen geben: Es sind dies die Hofheimer Straße und die Rüsselsheimer Straße. Derweil werden an der Raunheimer Straße und an der Wickerer Straße sogenannte "Starenkästen" durch neue Säulen ersetzt. Alle Stellen befinden sich kurz hinter Ortseingängen, wo besonderes gerne schnell gefahren wird. Laut Ordnungsamt gehören häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen, Unfallschwerpunkte und schützenswerte Einrichtungen zu den Kriterien für ein positives Votum der Polizei.

Auf der Hofheimer Straße sollen künftig gleich zwei Radarsäulen eingesetzt werden, um den Verkehr aus beiden Richtungen zu überwachen. Die Polizei beurteilte den Straßenabschnitt auf Höhe der Gänsgasse als besonders schützenswert, weil sich dort zwei Bushaltestellen befinden. Auch die Unfallgefahr spielt eine Rolle: Aufgrund der schlechten Einsehbarkeit bei der Einfahrt in die Hofheimer Straße sei es in der Vergangenheit schon zu Unfällen gekommen. Dies dürfte auch am hohen Tempo liegen, mit dem mancher Autofahrer in den Ort hineinfährt. Geschwindigkeitsmessungen ergaben eine "sehr hohe Überschreitungsquote". 88 Prozent der gemessenen Fahrzeuge waren schneller als die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde. 15 Prozent hatten sogar mehr als 48 auf dem Tacho. Die zweite stationäre Radarsäule in Weilbach soll den Ortseingang aus Richtung Flörsheim auf der Rüsselsheimer Straße überwachen. Die Stadt lässt die Anlage auf Höhe des Fußgängerüberwegs in der Nähe der Dresdner Straße installieren.

Anlass für den Einsatz der Kamera ist, neben dem Lärmschutz und der Absicherung des Schulweges, erneut die sehr hohe Zahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen. 90 Prozent der Fahrer ignorierten die Tempo-30-Vorgabe. 15 Prozent fuhren schneller als 53.

In der Raunheimer Straße löst die moderne Radaranlage den alten "Starenkasten" vor der Jahnturnhalle ab. Ausschlag bei der Wahl des dritten Weilbacher Standortes gab die Kombination aus Bushaltestelle, Radweg und Fußgängerampel. Im Jahr 2016 war in diesem Bereich ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde überschritten 16 Prozent der gemessenen Fahrzeuge.

In der Wickerer Straße schließlich sollen Temposünder erfasst werden, weil sich in den vergangenen Jahren mehrere Unfälle zwischen Autos und Radfahrern ereigneten. Die Säule ersetzt einen "Starenkasten" in der Nähe der Bushaltestelle. Messungen ergaben, dass 31 Prozent der Fahrzeuge schneller als die erlaubten 50 Kilometer pro Stunde unterwegs waren. Mit Inbetriebnahme aller neuen Anlagen würde an insgesamt sieben Standorten im Stadtgebiet geblitzt. "Wir haben noch weitere Ideen", hieß es auf Nachfrage aus dem Ordnungsamt. Zunächst soll aber die Installation der vier genehmigten Radarsäulen vorbereitet werden. Ein Unternehmen wird die Anlagen aufstellen und betreiben. sas

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