Die Freien Bürger (dfb) hatten sich für die Kreistagsliste den Freien Wählern angeschlossen. Dieses Bündnis präsentierten vor der Kommunalwahl (v. re.) Thomas Probst vom dfb sowie Karl Heinz Spengler und Bernd Fuchs von der Freien Wählergemeinschaft.
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Die Freien Bürger (dfb) hatten sich für die Kreistagsliste den Freien Wählern angeschlossen. Dieses Bündnis präsentierten vor der Kommunalwahl (v. re.) Thomas Probst vom dfb sowie Karl Heinz Spengler und Bernd Fuchs von der Freien Wählergemeinschaft.

Politik

Flörsheim: "Keine Altherrenrunde"

Thomas Probst (dfb) fühlt sich als einer der Sieger bei der Kommunalwahl in der Mainstadt.

Flörsheim -Ganz entspannt zeigte sich Thomas Probst nach der Kommunalwahl. Hatten doch die Freien Bürger (dfb) sehr gut abgeschnitten. Fast gleichauf mit der SPD (18,99) und den Grünen (19,49) im Endergebnis, konnten die Freien Bürger mit 18,14 Prozent der abgegebenen Stimmen sieben Sitze in der Stadtverordnetenversammlung für sich verbuchen. Die gleiche Anzahl an Sitzen haben auch GALF und SPD. Kein Wunder also, dass sich der bisherige dfb-Fraktionschef Thomas Probst bestätigt fühlt. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht eine Altherrenrunde sind, wie uns manchmal nachgesagt wurde", sieht sich der Flörsheimer in der strategischen Ausrichtung für die Kommunalwahl bestätigt. Denn auf der Kandidatenliste hatten die Freien Bürger viele junge Leute stehen, die vorher nicht politisch aktiv waren. Dass es den dfb-Protagonisten zudem gelungen ist, bekannte Flörsheimer wie beispielsweise Frank Herzog in ihren Reihen aufzunehmen, erfüllt Thomas Probst mit Genugtuung. Adele dies doch irgendwie die jahrelange Arbeit der dfb-Fraktion. Die Freien Bürger möchten mit einem Mix aus bereits bekannten sowie neuen Ideen in die künftige Legislaturperiode starten. "Die jungen Leute werden ihre Vorschläge einbringen und das ist auch richtig und gut so", bekräftigt Thomas Probst den personellen Umbruch. Er selbst werde kürzer treten. Er hänge nicht an einem Posten und wolle etwas zurückstecken. Mit anderen Worten: Thomas Probst möchte sich nicht mehr als dfb-Fraktionsvorsitzender engagieren.

Zuerst wichtige Themen gesetzt

Der dfb-Mann erinnerte daran, dass andere Parteien die Freien Bürger bei einigen Themen teilweise kopiert hätten. "Wir hatten zuerst die Themen Markthalle in der alten Goldbornschule in Wicker angesprochen." Auch beim Herrnberg seien die dfb-Stadtverordneten diejenigen gewesen, die dortige Probleme artikuliert hätten. Auch beim Thema bezahlbarer Wohnraum, beziehungsweise Förderung von jungen Familien beim Erwerb von Wohneigentum, sehen sich die Freien Bürger in der Vorreiterrolle. Diese Themen sowie der Hinweis auf die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die Ablehnung der einstmals vorgeschlagenen Bebauung am Untertor hatte den dfb-Vertretern einigen Zuwachs bei den Wählerstimmen verschafft. Nach wie vor steht Thomas Probst zu der ablehnenden Haltung, am Untertor ein verdichtetes Bauen in der Form von neuen Wohngebäuden zuzulassen. Die Grünflächen wären dadurch auf dem Areal ziemlich verschwunden. Solch eine Umgebung mache die Leute depressiv, ist Thomas Probst sicher. Alleine schon deshalb sei für die Freien Bürger eine Bebauung nicht infrage gekommen. Die Fehler, die in anderen Kommunen mit dem verdichteten Bauen gemacht werden, sollen in der Mainstadt nicht wiederholt werden.

Und bei noch einem Bau-Thema waren die Freien Bürger als erste in den Ring gesprungen: Beim ehemaligen Kinderhort an der Riedschule. Das war nach dem Ende des Schulkinderhorts an dieser Stelle bekanntlich während der damaligen Amtszeit von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) einige Jahre als Asylantenunterkunft von Familien genutzt worden. Die freien Bürger hatten mehrmals darauf hingewiesen, dass die Hort-Räume nicht für Wohnzwecke geeignet sind. Mit dem Amtsantritt des auch von den Freien Bürgern unterstützten Rathaus-Duos, Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) und Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF), änderte sich die Situation. Das Gebäude ist zu einer Bewegungs-Kita umgebaut geworden.

Bewegung hat es für die dfb-Vertreter zudem bei der Ortsbeiratswahl gegeben. Die Freien Bürger konnten einen umfassenden Erfolg feiern. Die Wählergemeinschaft, die bisher nur in der Stadtmitte vertreten war, kann jetzt Sitze in allen vier Ortsbeiräten besetzen. Thomas Probst hat auch dies am Wahlabend mit Genugtuung registriert. meh

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