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Flörsheim: Keltenstraße soll verkehrsberuhigt bleiben

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Auf dem Foto sind keine Fahrzeuge zu sehen, die auf der Keltenstraße fahren. Doch das ist nicht immer so. Anwohner der Keltenstraße beschweren sich über den zunehmenden Schleichverkehr in ihrem Viertel. FOTO: kröner
Auf dem Foto sind keine Fahrzeuge zu sehen, die auf der Keltenstraße fahren. Doch das ist nicht immer so. Anwohner der Keltenstraße beschweren sich über den zunehmenden Schleichverkehr in ihrem Viertel. © Kröner, Sascha

Anwohner beschweren sich bei der Verkehrskommission über zunehmende Belastung durch Schleichverkehr und Raser.

Weilbach -Der Stadtteil Weilbach hat bekanntlich ein Verkehrsproblem. In dem nahe an der A 66 gelegenen Stadtteil stauen sich immer wieder Fahrzeuge auf den Hauptdurchgangsstraßen. Weil sich Autofahrer nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, wurden mehrere Tempomessgeräte im Ortskern installiert. Es gibt jedoch eine Straße, in der diese Belastungen keine Rolle spielen sollten: Die relativ noch "junge" Keltenstraße am östlichen Ortsrand ist als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Gehwege am Straßenrand gibt es dort nicht, weil sich Fußgänger sicher auf der Straße bewegen sollten - so die Theorie.

Die Stadt hat einiges unternommen, um die Anbindung an die Hauptdurchfahrtsstraßen zu erschweren. An der Einfahrt vonseiten der Frankfurter Straße ist die Durchfahrt für Autos und Motorräder verboten. Eine Ausnahme gilt für Anlieger. In umgekehrter Richtung greift im nördlichen Bereich der Keltenstraße eine Einbahnstraßenregelung. Ab der Abzweigung der Frankenstraße ist die Durchfahrt zur Frankfurter Straße untersagt. Dies reicht aber offensichtlich nicht aus, um die Straße als Abkürzung unattraktiv zu machen. Die Freien Bürger (dfb) beantragen, den Verkehr in der Keltenstraße durch weitere Maßnahmen zu verringern. Zur Diskussion über das Thema in der Verkehrskommission waren am Montag mehrere Anwohner erschienen, die mit der derzeitigen Situation unzufrieden sind.

Ordnungsamtsleiterin ist gegen Sperrung

Die Keltenstraße werde missbraucht, um auf schnellstem Weg von der Ortseinfahrt aus Richtung Hattersheim nach Eddersheim zu kommen, erklärte dfb-Mann Jens Valenteijn. Ziel seiner Fraktion sei eine Verbesserung der Sicherheit. Dies sei am besten zu erreichen, wenn die Einfahrt aus Richtung der Frankfurter Straße nicht mehr möglich wäre. CDU-Fraktionsvorsitzender Marcus Reif sprach sich dafür aus, die Einfahrt vonseiten der Frankfurter Straße testweise komplett zu sperren.

Ordnungsamtsleiterin Heike Schiller ging dieser Schritt zu weit. Die Verwaltungsmitarbeiterin, die Flörsheim verlässt, pochte in ihrer letzten Verkehrskommissionssitzung auf die Einhaltung von Verfahrensregeln. Grundsätzlich sei die Keltenstraße eine sehr ruhige Straße, argumentierte Schiller. Wenn viel Betrieb auf der Autobahn herrsche, komme es zu Schleichverkehr. Die Messungen in der Keltenstraße würden jedoch "in keinster Weise" eine Sperrung rechtfertigen. Bevor man diesen Schritt gehe, solle die Stadt zunächst Parkplätze im nördlichen Bereich der Keltenstraße markieren, um die Durchfahrt weniger attraktiv zu machen. Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) bot an, elektronische Tafeln mit Smiley-Gesichtern aufzuhängen, die Autofahrer auf Geschwindigkeitsübertretungen hinweisen. Diese Schilder zählen auch den Verkehr.

Marcus Reif erinnerte daran, dass die Keltenstraße als Abschnitt "mit Leben auf der Straße" - sprich beispielsweise spielende Kinder oder Jugendliche mit Fahrgeräten auf der Fahrbahn - geplant gewesen sei. Dies sei nicht so eingetreten wie von der Politik erhofft. Der Christdemokrat befürwortete weiterhin, die nördliche Zufahrt mit Blumenkübeln zu sperren, um "für dieses Jahr mal Ruhe zu schaffen". Es müsse nur eine Übergangslösung geschaffen werden, da sich das Problem des Durchgangsverkehrs mit dem Bau der Kleinen Umgehung Weilbach löse. Alois Mhlanga (dfb) schlug vor, die Keltenstraße schon auf Höhe der Frankenstraße zu sperren, um Anwohnern im Norden weiterhin die Ein- und Ausfahrt zu ermöglichen. Eine Anwohnerin wies darauf hin, dass jetzt schon "kreuz und quer" in der Keltenstraße geparkt werde. Die Markierung von Parkplätzen werde niemanden abschrecken, der die Straße als Abkürzung nutzt. "Es ist einfach nur unmöglich", klagte die Weilbacherin. Regelmäßig seien Autos zu schnell unterwegs.

185 Fahrzeuge waren zu schnell

Ein weiterer Anwohner bezeichnete eine bauliche Lösung als beste Lösung. Für ihn habe die Keltenstraße momentan ganz klar den Charakter einer Durchfahrtsstraße. Dies passe nicht mit dem verkehrsberuhigten Bereich zusammen.

Ein weiterer Besucher der Verkehrskommission gab die Zahlen einer dreitägigen Messung des Ordnungsamtes wieder. Dabei seien 99 Fahrzeuge in Richtung Frankfurter Straße festgestellt worden, von denen 18 zwischen 15 und 40 Stundenkilometer fuhren. Aus der Frankfurter Straße kommend, seien sogar 260 Fahrzeuge gemessen worden - 185 davon mit einer überhöhten Geschwindigkeit zwischen 15 und 40 Stundenkilometern.

Heike Schiller erklärte, dass man die genannten Zahlen nicht absolut betrachten dürfe, sondern das Verhältnis zu anderen Straßen beachten müsse. Sie erwiderte den Anwohnern, dass die emotionale Ebene bei der Entscheidung nicht maßgebend sei. Man müsse eine Sperrung später auch gegenüber Anwohnern aus anderen Straßen rechtfertigen können.

Frank Laurent (GALF) äußerte Verständnis für die Ordnungsamtsleiterin. Wenn man eine Entscheidung nicht belegen könne, bestehe die Gefahr vor dem Verwaltungsgericht zu scheitern. Der Grüne befürwortete ebenfalls sich dafür einzusetzen, dass der verkehrsberuhigte Bereich künftig funktioniert. Die Diskussion darüber wird im Ortsbeirat sicher weiter gehen. sas

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