Eklig und umweltschädlich: Zigarettenkippen auf den Treppenstufen einer öffentlichen Freizeitanlage in Flörsheim.
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Eklig und umweltschädlich: Zigarettenkippen auf den Treppenstufen einer öffentlichen Freizeitanlage in Flörsheim.

Abfallwirtschaft

Flörsheim: Kippen sollen künftig verwertet werden

Die Rhein-Main-Deponie GmbH ist nun Mitglied des in Köln ansässigen Vereins Tobacycle.

Wicker -Zigarettenkippen sind bekanntlich nicht nur hässliche Abfälle, sondern zudem schädlich für die Umwelt. Arsen, Blei, Cadmium, Formaldehyd, Nikotin - diese und eine Reihe anderer Giftstoffe finden sich nämlich in Zigarettenkippen. Deshalb ist es ein Problem, wenn diese achtlos in die Natur geworfen werden - der Regen spült die Giftstoffe aus, dadurch können diese ins Grundwasser gelangen. Rund 40 000 Tonnen Kippen würden davon jährlich in Deutschland anfallen, haben Experten ausgerechnet. Rund 80 Prozent davon würden einfach in die Umwelt geworfen. Jeder einzelne Zigarettenstummel aber könne viele Liter Wasser verseuchen.

Das soll nun künftig anders werden. Dieser Meinung sind auch die Verantwortlichen der Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD). Als gemeinsames öffentlich-rechtliches Unternehmen der beiden Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus mit der Abfallentsorgung beziehungsweise der Stilllegung der Wickerer Deponie betraut, sieht es die RMD als ihre Aufgabe an, bei der Lösung dieses Problems zu helfen. Das Unternehmen ist deshalb Mitglied des in Köln ansässigen - noch nicht im Vereinsregister eingetragenen - Vereins Tobacycle n. e. V. geworden, der sich speziell um die Sammlung und Verwertung der Zigarettenkippen kümmern möchte.

Die beiden Landkreise hätten sich bereiterklärt, für jede der 24 kreisangehörigen Kommunen je einen Sammelbehälter für Zigarettenkippen zu finanzieren, teilt die RMD weiter mit. Die Kommunen entschieden dann selbst, an welchen Stellen die Behälter aufgestellt würden. Privatpersonen, Unternehmen und andere könnten in diese Behälter die von ihnen gesammelten Kippen entsorgen. Passende Sammeldosen könnten sie über die Homepage des Vereins beziehen. Weitere zentrale Sammelbehälter für die Kommunen wiederum können zudem über die RMD bezogen werden. Die in diesen Behältern gesammelten Zigarettenkippen können ab sofort bei den Wertstoffhöfen der RMD in Wicker sowie Neu-Anspach (Brandholz) abgegeben werden.

RMD-Geschäftsführerin Beate Ibiß geht davon aus, dass sich alle Kommunen in den beiden Landkreisen an der Aktion beteiligen. "Ich appelliere außerdem an die Bürger, sich ihre individuellen Sammelbehälter zu besorgen und keine Kippen mehr auf die Straße oder in die Natur zu werfen."

Was mit den Kippen nach deren Sammlung passiert, hänge von der Qualität ab. Saubere und trockene Zigarettenstummel könnten stofflich wiederverwendet werden. So entstünden Recyclingprodukte, wie etwa Sammeldosen, die alle Raucher dabei haben sollten. Nasse und verschmutzte Kippen gelangten in Vergärungs- oder Verbrennungsanlagen und würden dort zur Stromerzeugung genutzt, teilt die Rhein-Main-Deponie Gesellschaft mit. red/meh

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