Mit farbigen Klebepunkten markierten die Teilnehmer der Ergebniswerkstatt ihre bevorzugten Maßnahmen für das Stadtentwicklungskonzept.
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Mit farbigen Klebepunkten markierten die Teilnehmer der Ergebniswerkstatt ihre bevorzugten Maßnahmen für das Stadtentwicklungskonzept.

Politik

Flörsheim: Klares Stimmungsbild bei einigen Vorschlägen

Empfehlungen für das Stadtentwicklungskonzept sehen unter anderem den Herrnberg-Komplex sowie die städtischen Grünanlagen als verbesserungswürdig an.

Flörsheim -"Was wird gewollt in Flörsheim?" Diese Frage von Architekt Martin Fladt stand im Mittelpunkt einer Ergebniswerkstatt in der Stadthalle. Dort ging es am Dienstag um das Flörsheimer Stadtentwicklungskonzept. Insgesamt 28 Projekte hat das Planungsbüro UmbauStadt in den vergangenen Monaten nach Bürgerbefragungen erarbeitet. Doch wo liegen die Schwerpunkte? Und was kommt weniger gut an? Diese Fragen sollten die rund 70 Teilnehmer in der Stadthalle beantworten.

"Bewaffnet" mit farbigen Aufklebern durfte jeder Anwesende insgesamt zehn Punkte vergeben. Die Flörsheimer konnten markieren, ob sie eine Maßnahme gut, wichtig, unwichtig oder sogar schlecht fanden. Die Planer von UmbauStadt hatten die Ideen in vier Leitprojekte und sechs weitere Themengebiete mit mehreren Projekten unterteilt.

Besonderen Vorrang sollen die Leitprojekte genießen. Einheitliche Zustimmung erhielten jedoch nur drei der Vorschläge. Die Teilnehmer der Ergebniswerkstatt befürworteten die Aufwertung des Weilbacher Ortszentrums durch eine Beruhigung der Frankfurter Straße, die attraktive Neugestaltung der Nordseite des Flörsheimer Bahnhofs sowie die Sanierung und den barrierefreien Umbau der Alten Goldbornschule in Wicker. Ein gemischtes Abstimmungsergebnis zeigte sich hingegen bei der Empfehlung, eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Main zu errichten. Obwohl der Zuspruch überwog, fanden mehrere Teilnehmer die Vorstellung eines Bauwerks über dem Hafenbecken und der Wickerbachmündung schlecht.

Großen Zuspruch gab es für einige Projekte aus dem Bereich "Wohnen und Infrastruktur". Vor allem die Empfehlung einer nachhaltigen Flächenentwicklung im Bereich des Herrnberg-Komplexes an der Kapellenstraße erhielt viel Unterstützung. Martin Fladt hatte das Gebäude, das unter anderem Wettbüros und eine Shisha-Bar beherbergt, als Beispiel herausgegriffen und vorgeschlagen, die Stadt solle eine Sanierung und Neubauten für diesen Bereich anstreben. Viele Fürsprecher hatte auch der Vorschlag einer verbesserten Nahversorgung in den Stadtteilen. Es müsse nicht unbedingt ein Supermarkt sein, "eher eine Kleinmarkthalle", hatte jemand dazu notiert. Wenig Interesse bestand hingegen an der Schaffung weiterer öffentlicher Toiletten.

In der Kategorie "Freiraum, Naherholung" gab es Zuspruch für die geringere Versiegelung öffentlicher Flächen und die Aufwertung der Flörsheimer Grünanlagen. Der Vorschlag, das Angebot von Kleingartenanlagen auszuweiten, spaltete die Teilnehmer: Bei diesem Punkt überwogen die ablehnenden Stimmen knapp. Auch das Thema "Gewerbe und Einzelhandel" weckte gemischte Reaktionen. Zur Idee, ein Wochenmarktangebot auf dem Rathausplatz einzurichten, gab es wenige Meinungen - die Schaffung weiterer Gewerbeflächen im Gebiet West V.2 wurde von einigen Teilnehmern als unwichtig und von einer Person als schlecht beurteilt.

Unter "Soziales und Freizeit" fiel die Aufwertung des Gallusplatzes, die viel Zustimmung erhielt. Jede Menge Befürworter fand zudem der Ausbau der Radwege. Genauso einheitlich positiv bewertet wurden alle Projekte aus dem Bereich "Ökologie und Klimaschutz" - darunter Dachbegrünung und nachhaltiges Bauen. Der größte Widerspruch regte sich gegen den Vorschlag Wohnmobilstellplätze einzurichten - unter anderem am Parkplatz der Flörsheimer Warte.

Architekt Fladt wies darauf hin, dass das Stimmungsbild der Ergebniswerkstatt nicht den politischen Beschluss ersetze. Die Stadtverordneten sollen in ihrer Sitzung am 4. November über das Konzept abstimmen. Einzelne Maßnahmen könnten dann in den Haushaltsberatungen berücksichtigt werden. sascha kröner

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