Gedränge am Einstieg, wie auf dem Archiv-Foto, soll bei Schulbussen künftig vermieden werden. Foto: mkn
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Gedränge am Einstieg, wie auf dem Archiv-Foto, soll bei Schulbussen künftig vermieden werden. Foto: mkn

Politik

Flörsheim: Mehr Schulbusse sind nötig

Stadtverordnete stimmen einem FDP-Antrag zum verstärkten Bus-Einsatz für Schüler zu.

Flörsheim -Was bringen Abstand und Alltagsmasken in Schulen, wenn die Schüler vorher im Bus Schulter an Schulter stehen? Diese Frage warf die FDP mit einem Antrag in der Stadtverordnetenversammlung auf. Die Schutzmaßnahmen an Schulen stünden "im krassem Gegensatz zu den beengten Fahrten auf dem Weg zur Schule", bemängelten die Freidemokraten. Die Lage scheint tatsächlich paradox. Helfen könnten wohl nur zusätzliche Busse.

Keine Option sind hingegen die Staus, die sich momentan vor mancher Schule bilden, weil besorgte Eltern ihre Kinder morgens mit dem Auto bringen und nachmittags wieder abholen. Dies könne nicht die Lösung sein, meinten die Antragsteller von der FDP. Zum Schutz der Kinder solle es mehr Schulbusse geben, schlugen sie stattdessen vor. "Für die Gesundheit der Schüler sollten wir ein zusätzliches Angebot schaffen", erklärte FDP-Fraktionschef Thorsten Press.

Bis nach den Sommerferien sei es noch möglich gewesen, einen Mindestabstand in den öffentlichen Verkehrsmitteln einzuhalten, erläuterte die FDP in ihrem Antragstext. Seit dem Schulbeginn sehe die Situation anders aus: Aufgrund der großen Schülerzahl seien die Busse besonders in den Morgen- und Nachmittagstunden erheblich voller. Viele Schüler, die in den vergangenen Monaten mit dem Fahrrad zur Schule kamen, würden nun den Bus nutzen. Ein weiteres Problem sehen die Liberalen in der kommenden Grippe-Saison. Es sei damit zu rechnen, dass auch die Zahl der Grippe-Kranken in den nächsten Monaten steigt. Alles in allem wäre es aus Sicht der FDP deshalb sinnvoll, die Passagiere pro Fahrzeug zu reduzieren. "Abstand wird hier das Kriterium der Wahl sein", betonten die Liberalen, die den Magistrat beauftragen wollen, Gespräche mit dem Main-Taunus-Kreis und den zuständigen Verkehrsbetrieben aufzunehmen.

Die Idee fand bei allen übrigen Fraktionen Zustimmung und wurde schließlich einstimmig auf den Weg gebracht. CDU-Mann Frank Neugebauer äußerte allerdings die Befürchtung, dass ein Angebot zusätzlicher Busse ausgeschrieben werden müsste. "Bis dahin wäre das Winterhalbjahr vorbei", gab der Christdemokrat zu bedenken.

Solange der Magistrat noch nicht mit dem Kreis verhandelt hat, blieb den Stadtverordneten nichts weiter übrig, als ihre Absicht zu unterstreichen. "Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", sprach sich Peter Kluin (Galf) für eine schnelle Lösung aus. Die Gesundheit der Schüler müsse an erster Stelle stehen, forderte der Grüne. Melanie Ernst (SPD) beklagte, dass die Kinder in der gegenwärtigen Situation die Leidtragenden seien. Es sei schade, dass die Landesregierung die Schulen bisher nicht besser unterstützt habe. Als Möglichkeit, kurzfristig mehr Kapazitäten zu schaffen, schlug die Sozialdemokratin vor, auf Reiseunternehmen zuzugehen. Vielleicht bestünde die Möglichkeit, deren Fahrzeuge demnächst als Schulbusse einzusetzen. Sascha Kröner

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