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Flörsheim: Närrischen Ritterschlag erhalten

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Das Schwert auf der Stirn, den Orden um den Hals - so wurde FNC-Chef Heinz Schäfer gestern von Hubert Klein zum Ritter geschlagen.
Das Schwert auf der Stirn, den Orden um den Hals - so wurde FNC-Chef Heinz Schäfer gestern von Hubert Klein zum Ritter geschlagen. © Kröner

Verdiente Unterstützer des Flörsheimer Narrenclubs erhielten das „Goldene Vlies“.

Flörsheim -Sie kamen als närrischer Generalstab an den Bahnhof und verließen den Platz als Ritter. Hochrangige Unterstützer des Flörsheimer Narrenclubs (FNC) beugten gestern Mittag das Knie, um die höchste Fastnachtsauszeichnung entgegen zu nehmen - das „Goldene Vlies“. Auf Passanten, die noch schnell ihren Zug erwischen mussten, wirkte das Schauspiel vielleicht etwas befremdlich: Immerhin kniete ein Mann in prachtvoller grün-gelber Montur mitten auf dem Bahnhofsvorplatz auf einem roten Teppich, während ihm ein anderer Mann ein Schwert auf die Stirn legte. Für die begeisterten Flerschemer Fassenachter war der Ordensempfang jedoch ein festlicher Anlass.

„Wir haben wieder Fassenacht und lassen uns das nicht nehmen“, rief FNC-Chef und Zugmarschall Heinz Schäfer den versammelten Närrinnen und Narren zu. Schäfer war der erste, der das „Goldene Vlies“ entgegen nehmen durfte. Generalstabsveteran Hubert Klein führte den Ritterschlag durch. Wie Schäfer zuvor erläutert hatte, geht die Auszeichnung auf Philipp den Guten, Herzog von Burgund zurück, der den Ritterorden anlässlich seiner Vermählung 1430 ins Leben rief. Jahrhunderte später übernahmen närrische Vereinigungen Auszeichnung und Zeremonie. Mythologischer Hintergrund ist das sagenumwobene „Goldene Vlies“, das der griechische Held Jason und seine Argonauten einem Drachen entwenden. Die Flörsheimer Narren verdienten sich das „Goldene Vlies“ ebenfalls mit besonderen Leistungen.

Jeder der Ausgezeichneten habe viel Geld, Arbeit und Zeit investiert, verkündete Generalstabssprecher Simeon Dimitriadis. Die finanzielle Unterstützung jedes einzelnen liege im Bereich eines Mittelklassewagen. Das „Goldene Vlies“ stehe für Tugenden wie Fleiß, Verlässlichkeit, Demut, Lebensfreude und natürlich Großzügigkeit mit Spenden. Die herausragende Auszeichnung war jedoch nur die Spitze der FNC-Ordensfeier, in deren Verlauf Garde, Tanzgruppen und alle weiteren anwesenden Aktiven den diesjährigen Kampagnenorden umgehängt bekamen. Der neue Orden besticht durch sein besonderes Motiv, das Grund für den ungewohnten Schauplatz des Empfangs am Bahnhof war. Die Auszeichnung ist nämlich der Skulptur des „Hall die Gailer“ nachempfunden, die vor 22 Jahren vom Flörsheimer Künstler Tommy Reinelt am Bahnhof installiert wurde. In dieser Kampagne feiert das Wahrzeichen ein närrisches Jubiläum (zweimal elf Jahre). Reinelt war nach Gestaltung des Ordens überraschend Anfang Dezember verstorben. Der FNC hielt gestern eine Schweigeminute für den Künstler und alle verstorbenen Vereinsmitglieder ab.

Die Nachfrage von Menschen, die den diesjährigen Orden kaufen wollen, sei größer als üblich, erklärte Schäfer. Der FNC habe 600 bis 700 der Miniatur-Kunstwerke produzieren lassen, müsse aber erst abwarten, wie viele übrig bleiben, bevor sie in den Verkauf gehen. Nicht ganz so groß ist derweil die Nachfrage für den Fastnachtsumzug. Einige Gruppen seien nach Corona nicht mehr aktiv, so Schäfer. „Wir werden einen Zug haben, der normal ist“, so der FNC-Chef. Dass die gestern am Bahnhof gehisste FNC-Flagge abstürzte, während der Flörsheimer Musikverein „Am Rosenmontag“ spielte, werten die Narren jedenfalls nicht als schlechtes Vorzeichen. Schließlich hing die Fahne nach schnellem Eingreifen der Akiven schon beim folgenden „Humba Humba Täterä“ wieder straff im Wind. sas

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