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Flörsheim: Neue Heizung spart Energie

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In der Halle des TV Wicker soll noch in diesem Monat eine neue Heizung installiert werden. FOTO: kröner
In der Halle des TV Wicker soll noch in diesem Monat eine neue Heizung installiert werden. © Kröner, sascha

Wie sich die Sportvereine auf die schwierigen Zeiten in Herbst und Winter vorbereiten.

Flörsheim -Sporthallen schlucken jede Menge Energie. Angesichts der steigenden Strom- und Gaspreise stehen Vereine, die eigene Räumen bewirtschaften, vor der Herausforderung, wie sie die Kosten in den Griff bekommen. Jede Einsparung ist willkommen - auch wenn dies manchmal Einschränkungen bedeutet. Der Turnverein (TV) Wicker hat gerade noch rechtzeitig auf die Erneuerung seiner Heizung gesetzt. Der Verein habe sich unabhängig von der Gasknappheit für eine neue Heizungsanlage entschieden, erzählt Vorsitzender Karsten Sell. Weil das bisherige System schon 30 Jahre alt ist, habe der TV im Februar eine neue Heizung bestellt. Lieferschwierigkeiten führten dazu, dass das Material erst jetzt ankam. Die neuen Anlage solle in diesem Monat installiert werden, so Sell. Es handelt sich zwar immer um eine Gasheizung, doch der Vorsitzende erhofft sich aufgrund eines besseren Brennwerts einen rund 20 Prozent geringeren Verbrauch. „Es war wichtig, dass wir das jetzt gemacht haben“, sagt Karsten Sell.

Die Energiekrise werde weitere Anstrengungen erfordern, meint der Vereinschef. Vielleicht müsse der TV Wicker die Temperaturen in seiner Halle senken. Bei Übungen, die viel Bewegung erfordern, sei die kältere Luft okay. „Beim Yoga ist es wahrscheinlich nicht so angenehm“, meint Karsten Sell. Neben der vereinseigenen Halle nutzt der TV Wicker noch die städtische Goldbornhalle für Handball-Training. Die Stadt habe bisher keine zusätzlichen Kosten angekündigt, sagt Sell.

Die Turngemeinde (TG) Weilbach hatte schon vor der gegenwärtigen Krise mit Energiekosten zu kämpfen. Der Sportverein bat seine rund 600 Mitglieder um einen Energiezuschlag von 10 Euro für dieses Jahr. „Unsere Finanzen sind sehr begrenzt“, erklärt Pressesprecher Werner Siebel. Nach bisherigem Stand gelte im kommenden Jahr noch der bisherige Vertrag mit dem Gasversorger, sagt der Weilbacher. Trotzdem werde die TG wahrscheinlich nicht um eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge herumkommen. Die Jahnturnhalle sei im Winter jeweils ab dem Nachmittag belegt, und neben den Gaspreisen würden auch die Stromkosten explodieren, betont Siebel. Die TG verbrauche über 7000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Als Einsparung sieht Siebel die Möglichkeit, das Duschwasser nicht mehr zu heizen. Das Absenken der Wassertemperatur bringe allerdings weitere Probleme mit sich. In den Leitungen könnten sich Krankheitserreger wie etwa Legionellen verbreiten. Vor einer Inbetriebnahme müsse dann zunächst wieder die Wasserqualität geprüft werden, so Siebel.

Was die Sportler in den Stadtteilen künftig erwartet, ist für viele Aktive in der Kernstadt bereits kalte Realität. Mitglieder des Turnvereins (TV) Flörsheim müssen seit einigen Wochen auf warme Duschen verzichten. Der Verein hat keine eigene Sportstätte und nutzt mehrere Schulsporthallen des Main-Taunus-Kreises, in denen das Wasser nicht mehr erwärmt wird. „Natürlich ist es für Sportler blöd, kalt zu duschen“, erklärt die Vorsitzende Gerit Kaus. Aus Solidarität sei es jedoch wichtig, gemeinsam Energie zu sparen. Die Flörsheimerin rechnet damit, dass in den nächsten Monaten auch die Heizung in der Halle begrenzt wird. Kaus weist darauf hin, dass der Nachbarkreis Groß-Gerau die maximale Temperatur in Sporthallen auf 15 Grad gesenkt habe. Für Herzsport- und Reha-Gruppen sei dies wahrscheinlich unangenehm, meint die Vereinschefin. Diese Sportlerinnen und Sportler müssten sich künftig vielleicht eine Decke mitbringen. „In diesen sauren Apfel müssen wir wohl beißen“, sagt Gerit Kaus. „Wem es zu kalt ist, der kann dann keinen Sport machen.“ Die TV-Vorsitzende ist zufrieden, wenn die Hallen überhaupt für die Vereine geöffnet bleiben. „Eine komplette Schließung wäre das Schlimmste“, sagt die Flörsheimerin.

Sportvereine zahlen für die Nutzung der Kreishallen nur eine Buchungsgebühr bei der Stadt. Mit anderen Vereinen, die Energiekosten für ihre eigene Halle stemmen müssen, möchte Gerit Kaus momentan nicht tauschen. Der TV Flörsheim habe in den vergangenen Jahren zwar selbst für den Bau eines Domizils gespart, verrät die Vorsitzende. „Im Moment sind wir aber froh, dass es noch nicht geklappt hat.“ sas

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