Heute entscheidet sich, ob Markus Ochs die SPD als Stadtverordneter vertritt. ArchivFoto: nietner
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Heute entscheidet sich, ob Markus Ochs die SPD als Stadtverordneter vertritt. ArchivFoto: nietner

Politik

Flörsheim: Ochsentour: Vom zehntenauf den achten Rang

Der ehemalige Erste Stadtrat und CDU-Mann Markus Ochs engagiert sich nun für die Sozialdemokraten.

Wicker -Die Wähler investierten bei der jüngsten Kommunalwahl anscheinend mehr Zeit, um die Wahlvorschläge zu studieren. Mancher Wahlberechtigte mag sich dabei gewundert haben, den Namen von Ex-CDU-Mann Markus Ochs auf der SPD-Kandidatenliste zu finden. Der frühere hauptamtliche Erste Stadtrat war vor rund anderthalb Jahren zur SPD gewechselt. Im August 2019 beantragte Ochs die Aufnahme in die SPD und wurde vom Parteivorstand angenommen. Heute wird sich entscheiden, ob er einen Stadtverordnetensitz bekommt. Für heute Abend sei ein Gespräch mit den Kandidaten auf den oberen Listenplätzen angesetzt, erklärt Markus Ochs auf Anfrage des Kreisblatts.

Seine Chancen, in die Stadtverordnetenversammlung einzuziehen, stehen gut. Der 48-Jährige ist durch kumulierte Stimmen von der zehnten Position der SPD-Liste auf Platz acht geklettert. Den Sozialdemokraten stehen mit ihrem Wahlergebnis von 19 Prozent der Wählerstimmen sieben Sitze zu. "Ich wäre der erste Nachrücker", bestätigt Markus Ochs. Da auch noch Plätze im Magistrat besetzt werden, ist es wahrscheinlich, dass der Wickerer in das Gremium einzieht. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wolle er das Mandat annehmen. "Es wäre ja schlimm, wenn nicht", meint Markus Ochs. Dafür sei er schließlich gewählt worden.

Einen SPD-Stadtverordneten mit ähnlicher Vorgeschichte wie Ochs gab es in Flörsheim noch nicht: Von 2007 bis 2013 war der damalige CDU-Mann Erster Stadtrat im Magistrat der hauptamtliche Kollege von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD). Im Bürgermeisterwahlkampf 2012 trat Ochs dann gegen den Sozialdemokraten an und unterlag. Nach seiner Zeit als Erster Stadtrat gab es erste Spannungen mit der Flörsheimer CDU. Ochs ließ sich vom CDU-Ortsverband Hattersheim auf die Liste für die Kreistagswahl setzen. Nachdem das Viererbündnis CDU-Mann Bernd Blisch als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2018 nominiert hatte, bewarb sich Markus Ochs - ohne Rücksprache mit der CDU - als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeister-Direktwahl. Nach der Wahl, die Blisch klar gewann, leitete die CDU ein Parteiausschlussverfahren gegen Ochs ein. Dieser erklärte daraufhin seinen Austritt.

Nun setzte sich Ochs im Wahlkampf für die SPD ein. Dabei sei es ihm nicht in erster Linie um eine gute Platzierung für sich selbst gegangen, erläutert der 48-Jährige: "Der Wahlkampf hat mir Spaß gemacht." Die SPD habe trotz des nicht zufriedenstellenden Wahlergebnisses immerhin noch das viertbeste SPD-Resultat im Kreis geholt. Und wie wird künftig der Umgangston mit seinen Ex-Parteifreunden sein? Markus Ochs gibt sich gelassen. Es gehöre zur Politik dazu, verschiedene Positionen einzubringen, sagt der Wickerer. "Ich baue darauf, dass ein Zerfleischen, wie es in der Vergangenheit vorkam, nicht stattfindet", sagt der SPD-Mann. sas

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