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Flörsheim: Parkplatzumbau animiert zu Fragen

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Wie das Mainufer um das Jahr 1900 aussah, zeigt eine alte Postkarte, die Dr. Bernd Blisch präsentierte.
Wie das Mainufer um das Jahr 1900 aussah, zeigt eine alte Postkarte, die Dr. Bernd Blisch präsentierte. © Kröner, Sascha

Rathauschef und Planer informieren über Mainufer-Gestaltung und Deichsanierung

Flörsheim -Als Visitenkarte Flörsheims und wichtigen Beitrag zur Naherholung lobte Stadtverordnetenvorsteher Michael Kröhle das Mainufer. Wenn er das Ufer betrachte, entstehe bei ihm ein Gefühl der Heimatverbundenheit und auch ein wenig Stolz, schwärmte der CDU-Mann zur Einleitung einer Bürgerversammlung, die sich mit der Neugestaltung der Promenade befasste. Die über 100 Besucher in der Stadthalle interessierten sich eher für die Zukunft des Parkplatzes.

Verwaltungschef Bernd Blisch (CDU) erläuterte auf Nachfrage eines Bürgers, dass die Stellplatzzahl von 200 auf 180 sinke. Die Fragen des Publikums waren damit aber längst nicht erschöpft. Ein Flörsheimer erkundigte sich, ob künftig nur Autos am Mainufer parken dürfen und wie die Zufahrt geregelt wird. Christian Wild vom Planungsbüro BHM führte aus, dass es zwei Zufahrten geben soll - eine im Westen auf Höhe der Straße Am Strohpförtchen und eine im Osten auf Höhe der Obermainstraße. Bürgermeister Bernd Blisch ergänzte, dass die Stadt keine abgestellten Anhänger auf diesem Parkplatz wolle, Wohnmobile jedoch zugelassen werden. Ein anderer Fragesteller regte an, Bodenschwellen zu installieren, da der Parkplatz oft als Rennstrecke missbraucht werde. Außerdem kam die Frage nach Ladesäulen für Elektroautos auf. Wild räumte ein, dass Gespräche es über ein solches Angebot gab. Die Installation der Stromtankstellen sei jedoch problematisch, weil der Parkplatz im Hochwassergebiet liegt.

Eine Besucherin warnte vor Gefahren, wenn Autos und Fußgänger über dieselben Flächen an das neu gestaltete Ufer gelangen. Christian Wild machte deutlich, dass der östliche Zuweg getrennt erfolge. Im Westen erwartete der Planer keine Gefahr, weil die Zufahrt in Verlängerung des Strohpförtchens sieben bis acht Meter breit sei. Fahrspur und Fußweg sollen sich aber optisch voneinander abheben. Ein anderer Besucher betonte die Gefährdung, die sich aus dem Zusammentreffen von Radfahrern und Autos an der Ecke Strohpförtchen/Konrad-Adenauer-Ufer ergebe. Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF) verwies auf laufende Gespräche mit dem Ordnungsamt. Der Autoverkehr solle ausgebremst und der Radverkehr sicher weitergeleitet werden.

Zur eigentlichen Neugestaltung, die sich über drei optisch hervorgehobene Flächen von der Altstadt bis ans Ufer erstreckt, kamen nur wenige Fragen. Ein Flörsheimer erkundigte sich, ob der geplante Flachwasserbereich auf Höhe des Berliner Brunnens verbreitert werden könne. Christian Wild wies darauf hin, dass eine Ausdehnung des Ufer-Beckens in Richtung Brunnen nicht möglich sei, weil dort die Pipeline zum Shell-Hafen verlaufe. Seitlich sei der Bereich durch die Gedenkstele für den Verlobten Tag begrenzt. Ein Teilnehmer der Versammlung äußerte harsche Kritik an der geplanten Gestaltung. Die Stahlgeländer, die den Ufersteg im Westen und Osten abschließen sollen, seien „hässlich wie die Nacht“.

Der Berliner Brunnen soll durch einen langsam ansteigenden Rand besser in den Platz eingebettet werden. Christian Wild argumentierte, dass dies auch die Attraktivität im Winter erhöhe, wenn kein Wasser fließe. Eine Besucherin wollte wissen, ob Sicherheitsvorkehrungen und Kameras geplant seien. Bürgermeister Blisch wies darauf hin, dass am Brunnen in 50 Jahren nie etwas passiert sei. Eine Kameraüberwachung des Mainufers würde nicht genehmigt, weil es sich um keine besondere Gefahrenstelle handelt. Schließlich kam die Frage nach dem Zeitplan auf. Nach Angaben des Planers sollen die Arbeiten im nächsten Jahr starten. Wegen der Rücksicht auf die Flörsheimer Kerb sei noch unklar, ob die Maßnahme vor oder nach dem Fest beginnt. Gut ein Jahr später könnte die Neugestaltung abgeschlossen sein. Die Vorentwürfe seien beim Wasser- und Schifffahrtsamt eingereicht.

Nur ein Besucher stellte eine Frage zur Sanierung des Maindeichs, die an diesem Abend ebenfalls Thema war. Der Mann aus der Artelbrückstraße sorgte sich um die Enteignung der Anwohner. Bernd Blisch räumte ein, dass der Deich breiter wird. Es könne sein, dass die Besitzer der angrenzenden Grundstücke auf einem schmalen Streifen nichts mehr anpflanzen dürfen. Weitere Gespräche mit den Betroffenen seien vorgesehen. sas

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