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Flörsheim: Polizei vermutet Fahrlässigkeit

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In einem der Keller des Herrnberg-Zentrums löschte die Feuerwehr am Sonntagnachmittag einen Brand.
In einem der Keller des Herrnberg-Zentrums löschte die Feuerwehr am Sonntagnachmittag einen Brand. © Kröner

Nach dem Brand in einem Keller des Herrnberg-Gebäudes ist noch einiges unklar.

Flörsheim -Das Aufgebot an Einsatzkräften, die am vergangenen Sonntag in der Kapellenstraße anrückten, ließ Schlimmes befürchten. Mehrere Einsatzwagen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst steuerten das Herrnberg-Areal am Pérols-Kreisel an. Gegen 14.20 Uhr war Alarm ausgelöst worden, weil aus einem Eingang in Richtung Kettelerstraße Rauch aufstieg. Wenig später hatten Sanitäter bereits eine große Versorgungsstationen auf dem Parkplatz neben dem ehemaligen Hotel eingerichtet. Mehrere Rettungstrupps mit Schutzmasken bahnten sich den Weg in das verrauchte Treppenhaus.

Die Herrnberg-Immobilie, die sich direkt neben einer Tankstelle befindet, ist kein einfacher Einsatzort. Der Bau erstreckt sich über mehrere Geschosse und beherbergt Wohnungen, Flüchtlingsunterkünfte sowie Gewerbeflächen. Stadt und Polizei haben das frühere Hotel schon länger wegen anderer Zwischenfälle im Blick. So beklagten Anwohner etwa, dass Müll neben dem Gebäude gelagert wurde. Außerdem kam es zu Konflikten mit nächtlichen Besuchern der Lokale, die sich im Gebäude befinden. Im Rahmen des Flörsheimer Stadtentwicklungskonzepts hat sich die politische Mehrheit dafür ausgesprochen, das Areal zu erwerben und zu erneuern.

Am Sonntag konnten die Einsatzkräfte die Ausbreitung eines Brandes im Keller des Gebäudekomplexes verhindern. Während des rund dreieinhalbstündigen Einsatzes, an dem neben den drei Flörsheimer Stadtteil-Feuerwehren auch ein Löschzug aus Hochheim beteiligt war, musste ein Teil der Wohnungen auf der Westseite des Anwesens evakuiert werden. Die Gewerbeflächen auf der Nordostseite waren nach Angaben der Feuerwehr nicht betroffen.

Einsatzleiter Patrick Mehler bezeichnete das Gebäude aufgrund der verschiedenen Eingänge und der vielfachen Nutzung als ein sehr komplexes Objekt. Hinzu sei das Gerücht gekommen, dass sich Personen im verrauchten Keller aufhielten. Diese Berichte bestätigten sich jedoch nicht. Die Feuerwehr habe acht Atemschutztrupps, die aus jeweils zwei Personen bestanden, im Gebäude eingesetzt, so Mehler. Löscharbeiten und Personensuche in Kellern seien immer eine Herausforderung, weil sich Hitze und Rauch aufstauen und es sehr dunkel sei. Letztlich sei „nur“ ein Raum in dem verwinkelten Keller des Herrnberg-Anwesens vom Feuer betroffen gewesen. Ein Bettgestell und Möbel standen in einem abgeschlossenen Verschlag in Flammen. Personen kamen durch die Rauchentwicklung nicht zu Schaden.

Die Einrichtung des vom Brand betroffenen Raums legte nahe, dass dieser unberechtigt als Unterkunft genutzt wurde. Die Polizei gehe immer noch von dieser Einschätzung aus, erklärte Pressesprecher Johannes Neumann gestern auf Nachfrage. In dem Keller scheine zu irgendeiner Zeit jemand gehaust zu haben. Ob diese Wohnnutzung in Zusammenhang mit dem Brand steht, sei allerdings unklar. Bisher gehe die Polizei von einer fahrlässigen Ursache aus, nicht von mutwilliger Brandstiftung. Die Ermittler hatten die Höhe des Schadens auf 3000 Euro geschätzt. sas

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