Germania-Chef Michael Schmidt zeigt auf eine Stelle, an der eine Sprinkler-Abdeckung herausgerissen wurde.  Foto: Kröner
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Germania-Chef Michael Schmidt zeigt auf eine Stelle, an der eine Sprinkler-Abdeckung herausgerissen wurde. Foto: Kröner

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Flörsheim: "Jetzt nimmt es überhand"

Ungebetene Besucher verhalten sich rücksichtslos und verursachen Schäden auf Germania-Sportplatz.

Weilbach -Michael Schmidt versteht den Drang nach Bewegung. Der Vorsitzende des FC Germania Weilbach kann es nachvollziehen, wenn sich junge Leute in Zeiten der Corona-Krise nach Plätzen sehnen, an denen sie sich austoben können. Überhaupt kein Verständnis hat Schmidt allerdings dafür, dass Vandalen in das geschlossene Vereinsgelände eindringen und dabei eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach mehreren Vorkommnissen haben die Fußballer die Polizei verständigt.

Mit dem verschärften Lockdown im Dezember fing es an. Nachdem der Verein seine Aktivitäten einstellte und die Pforten schloss, seien regelmäßig Leute auf dem Gelände gesichtet worden, erzählt Michael Schmidt. Selbst Väter hätten das Verbot missachtet, um auf dem Kunstrasen einen Trainings-Parcours für ihre Kinder aufzubauen. Anfangs habe man die Menschen noch eindringlich darauf hingewiesen, das der Zutritt verboten ist. Der FC Germania habe einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Flörsheim abgeschlossen und müsse sich an alle Corona-Regeln halten. Auf die Belehrungen folgte jedoch keine Einsicht. Mitglieder seien angepöbelt worden, erzählt Schmidt. Die Dreistigkeit der unerwünschten Besucher hat zugenommen. So kann der Vorsitzende gleich in mehreren Ecken des Germania-Areals Schäden nachweisen. Was als lästige Störung begann, hat mittlerweile kriminelle Ausmaße angenommen.

"Jetzt nimmt es überhand", betont Michael Schmidt. Die Spuren beginnen an einem kleinen Seiteneingang neben dem Parkplatz der Germania. Dort ist ein winziger Tresor mit einer Zahlenkombination am Torpfosten angebracht. Der gesicherte Behälter enthielt einen Schlüssel, den Platzwart Hans Spiegel oder die Putzfrau nutzen konnten. Die Betonung liegt auf "enthielt". Denn Unbekannte haben den Verschluss aufgebrochen und den Schlüssel entwendet. Die Eindringlinge begnügten sich allerdings nicht mit dem Schlüssel. Nur wenige Schritte entfernt zeigt Michael Schmidt auf einen mehrere Meter langen Zaunabschnitt. Der Maschendraht wurde komplett abgerissen und rücksichtslos zu Boden getrampelt. Ein ähnliches Bild zeigt sich an einem wesentlich höheren Zaun im hinteren Bereich des Sportplatzes. Dort wurde der Draht gelöst und nach oben gebogen, um darunter hindurchzuschlüpfen. Nun schlugen die Einbrecher Anfang dieser Woche zu. Ein kleines Zugangstor aus Richtung Kiesgruben wurde aus den Angeln gehoben, der Türgriff fehlt, Metallstreben sind durchtrennt. Auch auf dem Spielfeld selbst hinterlassen die Eindringlinge Schäden. "Die Fußballtore stehen immer an einem anderen Platz", sagt der Vereinschef. Durch das unsachgemäße Verschieben der schwere Tore könne der Kunstrasen kaputt gehen. Der Weilbacher verweist außerdem auf zwei Öffnungen für die Sprinkleranlage, die normalerweise mit einem Deckel verschlossen sind. Diese Abdeckung inmitten des Spielfeldes wurden herausgerissen. Für Spieler bestehe Verletzungsgefahr. "So lange das kaputt ist, pfeift hier kein Schiedsrichter ein Spiel an", sagt Michael Schmidt. Es sei nun schon so weit, dass Platzwart Hans Spiegel bei jedem Rundgang immer zuerst schaue, was kaputt ist. Der Germania-Chef geht von Schäden im vierstelligen Bereich aus. "Wir werden konsequent jeden anzeigen", kündigt Michael Schmidt an. sas

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