Die Rathaus-Villa an der Bahnhofstraße.  Archiv-Foto: nie
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Die Rathaus-Villa an der Bahnhofstraße. Archiv-Foto: nie

Sanierungsstau

Flörsheim: Rathaus-Villa wird barrierefreien Zugang bekommen

Jahrelanger Stillstand bei den Baumaßnahmen soll nun möglichst schnell beendet werden.

Flörsheim -Auch wenn von außen keine Veränderung erkennbar ist, haben die Vorbereitungen für die Sanierung der Rathaus-Villa hinter den Kulissen endlich begonnen. In diesem Jahr sollen auch die ersten sichtbaren Arbeiten vorangehen, erklären Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF) und Ulrich Schreiber, Leiter des Hochbauamtes. Die in Folge von Corona verlängerte Frist für Fördermittel läuft Ende 2021 aus.

Zunächst erfordern die Pläne zur Erneuerung der historischen Villa aber noch umfangreiche Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde. Die Vorgaben der Denkmalschützer führte dazu, dass in den vergangenen Monaten alle Wände und Decken des historischen Gebäudes überprüft wurden. Dabei ging es um die Frage, wo Türen und Durchbrüche erlaubt sind. Ein Gutachter hatte die Aufgabe herauszufinden, welche Wände zur ursprünglichen Bausubstanz gehören, und welche nachträglich eingezogen wurden.

So wurden Proben von jeder Wand ausgewertet und schriftlich fixiert worden. Teilweise seien Stellen entdeckt worden, an denen neue Wände in den früheren Bestand übergehen. Die Auswertung bildet nun die Grundlage für die weiteren Schritte auf dem Weg zum Bauantrag. Über die jahrelange Verzögerung bei der Rathaussanierung kann man sich nur wundern. Bereits im September 2017 zogen die Verwaltungsmitarbeiter unter dem damals noch amtierenden Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) aus der Rathaus-Villa aus. Das Ende des 19. Jahrhunderts von dem Arzt Dr. Emil Börner errichtete Gebäude wurde geräumt, um Platz für die anstehende Sanierung zu machen.

"Das heißt aber nichts", sagt Renate Mohr. Seit dem Auszug habe die frühere Verwaltung nicht mehr viel für die Baumaßnahme getan. Erst im Februar 2020 sei das Projekt mit der Ausschreibung für ein Architekturbüro auf den Weg gebracht worden. Nachdem die Architekten ihre Vorplanung vorlegten, habe der Denkmalschutz die Frage nach dem historischen Ursprung der Wände gestellt, erläutert Amtsleiter Ulrich Schreiber. Die Planung musste an die Ergebnisse des Gutachtens angepasst werden, das lange nicht vorlag.

Weitere Gespräche mit den Denkmalschützern sind für diesen Monat vorgesehen. Mohr bezeichnet die Fortschritte als "zähen Prozess". Langwierige Baumaßnahmen seien in einem denkmalgeschützten Gebäude jedoch zu erwarten gewesen. Der Denkmalschutz zeige sich durchaus gesprächsbereit und für Kompromisse aufgeschlossen. So habe ein barrierefreier Zugang durch den Anbau eines Aufzuges beispielsweise Vorrang vor dem Schutz des Bestandes.

Und so geht es nun weiter: Wenn die überarbeiteten Sanierungspläne mit den Denkmalschützern abgestimmt sind, kann die Stadt den Bauantrag einreichen. Parallel könne bereits mit Rückbauarbeiten im Inneren des Gebäudes begonnen werden. Um die Fördermittel fristgerecht abrechenen zu können, solle in diesem Jahr definitiv mit den energetischen Arbeiten an der Gebäudehülle begonnen werden, erklärt Ulrich Schreiber.

Einen Termin für den Abschluss der Sanierung gibt es noch nicht. sas

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