So ähnlich wie auf diesem Foto, das bei einer Razzia in Frankfurt gegen Drogenschmuggler aufgenommen wurde, gingen Polizisten im Wickerer Ortskern gegen Verdächtige vor.
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So ähnlich wie auf diesem Foto, das bei einer Razzia in Frankfurt gegen Drogenschmuggler aufgenommen wurde, gingen Polizisten im Wickerer Ortskern gegen Verdächtige vor.

Kriminalität

Flörsheim: Razzia wegen Drogenhandel

Polizeibeamte stellen in einem Haus im alten Ortskern umfangreiches Beweismaterial sicher.

Wicker -Es sind Bilder wie aus einer amerikanischen Krimiserie: Polizeibeamte schleppen Kisten und Metallbehälter aus einem Hauseingang zu einem auf der Straße geparkten Transporter. Es handelt sich um Beweismittel auf der Jagd nach Rauschgiftschmugglern und Drogenköchen, die gestern in einer weltweit koordinierten Aktion über die Bühne ging. Die beschriebene Szene spielte sich jedoch nicht im Hinterhof einer Großstadt oder auf einer versteckten Farm in der Wüste ab, sondern mitten im Wickerer Ortskern. Die Ermittler waren frühmorgens in der Kirchstraße angerückt und bei ihrer Suche nach möglichem Beweismaterial anscheinend fündig geworden.

Der Flörsheimer Stadtteil, bekannt vor allem als uriges und romantisches Weindorf sowie als Standort des benachbarten Deponieparks, reiht sich damit in die unrühmliche Liste von mehr als 50 Standorten ein, die in Hessen untersucht wurden. "Hessen war heute ganz offensichtlich einer der Schwerpunkte", erläuterte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Dr. Benjamin Krause gestern dem Kreisblatt auf Nachfrage.

"Wir sind noch auf der Jagd"

Zur Zahl der Einsätze und damit zusammenhängenden Verhaftungen wollte sich der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht äußern. "Wir sind noch auf der Jagd nach Personen und Objekten", schilderte Krause gestern Nachmittag. Manchmal ergebe sich erst aus der Situation vor Ort die Suche nach einem neuen Objekt. Dass mehrere Verdächtigte in Gewahrsam genommen wurden, konnte der Oberstaatsanwalt allerdings bestätigen. "Es gab einzelne Verhaftungen."

Dr. Krause spricht von einem weltweit vereinbarten "Joint Action Day", zu Deutsch also einem vernetzten Aktionstag. Es habe sich um eine große internationale Zusammenarbeit gehandelt, die aufgrund der Zeitverschiebung so gut wie möglich abgestimmt gewesen sei. Neben der internationalen Ermittlung habe es bei den Drogenfahndungen eine deutschlandweite Komponente gegeben, die vom Bundeskriminalamt und dem ZIT gesteuert wurde. Auf der dritten Ebene sei dann Hessen als Bundesland ins Visier genommen worden.

Schon aus diesen Schilderungen wird deutlich, dass es sich um keine gewöhnliche Razzia handelte. Eine Aktion dieses Ausmaßes sei mit Blick auf die vergangenen Jahre herausragend, bestätigte der Oberstaatsanwalt. Andere Medien berichteten gestern, dass Auswertungen eines verschlüsselten Nachrichtendienstes den Ausgangspunkt für den Einsatz bildeten. Auch in Nordrhein-Westfalen waren Polizeibeamte im Einsatz.

Heute gibt es weitere Details

Hauptkommissar Johannes Neumann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westhessen, erläuterte, dass mehrere Sicherheitsbehörden wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, das Landeskriminalamt und die Zollfahndung zusammenarbeiteten. Es sei zum Handel mit Betäubungsmitteln im großen Stil ermittelt worden. Dabei habe die Polizei Wohnungen und Lagerhallen durchsucht - unter anderem in Wicker. Um den Einsatz nicht zu gefährden, sollen weitere Details und Ergebnisse erst heute bekanntgegeben werden. sas

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