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Flörsheim: SPD-Kritik an fehlendenInfos zum Galluszentrum

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Was wird aus dem Gemeindezentrum Sankt Gallus (li.) neben der Kirchschule? Darüber gibt es bisher keine konkreten Angaben vom Bistum. ArchivFOTO: nietner
Was wird aus dem Gemeindezentrum Sankt Gallus (li.) neben der Kirchschule? Darüber gibt es bisher keine konkreten Angaben vom Bistum. ArchivFOTO: nietner © Hans Nietner

Rathauschef widerspricht den Sozialdemokraten und verweist auf Absprache mit der Pfarrgemeinde.

Flörsheim -Bekanntlich ist die Zukunft des katholischen Gemeindezentrums Sankt Gallus an der Hauptstraße ungewiss. Wegen baulicher Mängel ist es kaum noch nutzbar und muss dringend saniert oder sogar abgerissen und neu errichtet werden. Die Flörsheimer SPD vermisst derzeit Informationen von der Stadt dazu. "In den Gremien der katholischen Kirche und in der Diözesanverwaltung in Limburg gibt es offensichtlich sehr unterschiedliche Vorstellungen zur zukünftigen Nutzung, die wohl mehr oder weniger eingeschränkt werden soll. Insbesondere der Erhalt des großen Versammlungsraums ist wohl umstritten", heißt es in einer Mitteilung der Sozialdemokraten dazu.

Wegen des Nutzungskonzeptes, aber auch wegen der ebenfalls anstehenden Gestaltung des baulichen Umfeldes und des Gallusplatzes seien von der weiteren Entwicklung zugleich die städtischen Interessen betroffen, meinen die Genossen. Daher hatte die SPD-Fraktion bereits im Oktober des Vorjahres in der Stadtverordnetenversammlung einen Berichtsantrag eingebracht, um den aktuellen Stand der Überlegungen, die Vorstellungen des Magistrats sowie das weitere Vorgehen zu erfahren und darüber zu diskutieren. Der Antrag war von der Mehrheit aus CDU und GALF abgelehnt worden. Die Koalition-Fraktionen hatten sinngemäß argumentiert, dass zu Beginn dieses Jahres Gespräche unter Einbeziehung der Stadt stattfänden und der Bürgermeister dann informieren werde. "Der Bürgermeister hat die städtischen Gremien entgegen anderer Ankündigungen noch immer nicht informiert. Trotz der Bedeutung der Zukunft des Galluszentrums für die Stadt wird hinter verschlossenen Türen verhandelt und die städtischen Gremien werden nicht einbezogen", erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Ernst. Dabei sei es wichtig, bereits im Vorfeld der Entscheidungen des Bistums zu klären, welche Interessen und Absichten die Stadt verfolgen müsse. Anscheinend sollten die Stadtverordneten vor vollendete Tatsachen gestellt werden, meint Melanie Ernst. Sie kündigte eine Anfrage der SPD-Fraktion zum aktuellen Sachstand an, um die Informationen zu erhalten, "die bisher vom Bürgermeister vorenthalten werden".

Auf Nachfrage des Kreisblatts erklärte Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU), dass er den Vorwurf der SPD entschieden zurückweise, er informiere über den derzeitigen Stand nicht. Schon vor Monaten habe er mit Pfarrer Friedhelm Meudt über die Situation gesprochen. Dabei sei ihm mitgeteilt worden, dass nach einem Gutachten, das das Bistum in Auftrag gegeben habe, die Gremien dann eine Abstimmung herbeiführen wollten, was künftig mit dem Gemeindezentrum passieren soll. Die Entscheidung, ob es saniert oder abgerissen und neu aufgebaut wird, sei völlig offen. Bisher gebe es anscheinend noch keine gemeinsame Entscheidung vom Bistum sowie der neuen Pfarrgemeinde Flörsheim-Hochheim zum Thema Pfarrzentrum an der Hauptstraße. Bernd Blisch erläuterte, dass die Pfarrgemeinde nun am Zug sei, mit der Stadt über die künftige Nutzung beziehungsweise über die favorisierten Vorhaben zu sprechen.

Denkbar wäre zum Beispiel, dass Räume in der benachbarten Kirchschule von der Pfarrgemeinde genutzt werden und dafür die Stadt den großen Versammlungsraum für bestimmte Zwecke und Zeiten überlassen bekäme. Doch wie anfangs gesagt, es sei noch alles völlig offen, denn die Pfarrgemeinde müsse erst einmal mit dem Bistum eine einheitliche Linie finden, um die Zukunft des Standortes zu klären. Rathauschef Bernd Blisch ist sich sicher, dass die Verantwortlichen der Großpfarrei zu gegebener Zeit auf ihn zukommen. So sei es jedenfalls zwischen ihm und Friedhelm Meudt vereinbart gewesen. Von einer "nicht erfolgten Information" könne überhaupt keine Rede sein. Dr. Blisch ließ durchblicken, dass vielleicht Interna von einer Gremiensitzung der Pfarrgemeinde ausgeplaudert wurden und von der SPD dann so "verwertet" worden seien. meh

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