Skeptische Blicke: Diese Sechslinge wurden fotografiert, nachdem sie wenige Minuten vorher beringt wurden.
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Skeptische Blicke: Diese Sechslinge wurden fotografiert, nachdem sie wenige Minuten vorher beringt wurden.

Naturschutz

Flörsheim: Steinkauz-Bestand istfür dieses Jahr gesichert

BUND führt Zählung in mehreren Kommunen des Main-Taunus-Kreises durch.

Flörsheim -Das bekannte Sprichwort "Eulen nach Athen tragen" bezieht sich auf den Steinkauz, der als Symbol der griechischen Göttin Athene galt. Steinkäuze nach Flörsheim zu tragen, wäre derzeit allerdings genauso überflüssig. Aktive des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben nämlich in diesem Jahr eine gute Verbreitung der kurzschwänzigen Eulenart festgestellt. Der BUND-Sprecher und pensionierte Lehrer Bernd Zürn bewertete die Situation der Steinkäuze in der Mainstadt mit einer "Zwei Minus".

36 Steinkauzröhren hängen in den Gemarkungen Flörsheim, Wicker und Weilbach. Knapp ein Drittel der von den Naturschützern installierten Behausungen wurden in diesem Jahr nachweislich von Steinkäuzen genutzt. Bei den Kontrollen im Mai und der Beringung am 12. Juni fanden die BUND-Mitglieder 16 Altvögel, mindestens 23 Junge und ungefähr zehn Eier.

Die Erfassung des Steinkauznachwuchses sei in diesem Jahr schwierig gewesen, berichtet Bernd Zürn. Als Ursache nennt er die relativ großen Unterschiede in der Entwicklung der Jungtiere. Während sich in einigen Gelegen schon leicht gefiederte Jungen zeigten, sei in anderen Nestern die Eiablage noch nicht beendet gewesen. "Klar, dass das Zählen der Eier kaum möglich ist, wenn das Weibchen darauf sitzt und brütet", erläutert der Naturfreund. Vor diesem Hintergrund sei es zu erheblichen Differenzen bei der Erfassung der Vögel gekommen.

Das Verbreitungsgebiet der kleinen Eulen erstreckt sich über Eurasien und Nordafrika. Steinkäuze bevorzugen eine Baumsteppe mit spärlicher oder niedriger Vegetation als Lebensraum, da sie meist auf dem Boden jagen. Einem einmal gewählten Revier bleiben die Vögel über viele Jahre treu - manchmal sogar lebenslang. Der BUND hat inzwischen die Ergebnisse der Steinkauzzählungen aus mehreren Gemeinden des Main-Taunus-Kreises ausgewertet. Das sehr gute Ergebnis: Von 70 gezählten Brutpaaren hatten 56 nachweislich Eier ausgebrütet. Die Beobachtung der Umweltschützer kam auf mindestens 165 Junge. Daraus ergeben sich rund 2,9 Junge pro Brutpaar, rechnet Bernd Zürn vor. Aus Sicht der Naturschützer eine erfreuliche Zahl. Sie zeige, dass die Reproduktion und damit auch die Bestandserhaltung in diesem Jahr gesichert ist.

Ein zufriedenstellendes Zeugnis erhält letztlich nicht nur Flörsheim. Ex-Lehrer Bernd Zürn vergibt auch eine gute Note für die Steinkauz-Verbreitung im nahe gelegenen Kriftel. Dort freuten sich die Aktiven des BUND über 25 Jungkäuze. Eher mangelhaft fiel das Ergebnis hingegen im Hattersheimer Stadtteil Okriftel aus. Dort fand Bernd Zürn bei der Kontrolle im Mai nur in zwei von insgesamt 14 Röhren Nachwuchs. Die Ausbeute von acht Eiern und zwei Altvögeln bezeichnet Zürn als "recht dürftiges Ergebnis". sas

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