Er arbeitet bald für die Großpfarrei Flörsheim-Hochheim: Matthias Böhm. Im Mai empfing er die Priesterweihe im Limburger Dom.
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Er arbeitet bald für die Großpfarrei Flörsheim-Hochheim: Matthias Böhm. Im Mai empfing er die Priesterweihe im Limburger Dom.

Pfarrgemeinden

Flörsheim: Suche nach Gott ist wie ein sinnvolles Lebensprogramm

Der neue Kaplan Matthias Böhm ist in Frankfurt-Rödelheim aufgewachsen.

Flörsheim/Wiesbaden -Einen Ratschlag aus Flörsheim hat sich Matthias Böhm bereits zu Herzen genommen: Am Montag, 30. August, solle er sich besser nichts vornehmen, habe man ihm empfohlen, erzählt der Geistliche, der in einigen Wochen als neuer Kaplan in die Mainstadt kommt. Am besagten Datum feiern die Flörsheimer ihren jährlichen Verlobten Tag, mit dem sie dem Ende der Pest im 17. Jahrhundert gedenken. "Da bin ich ja mal gespannt", sagt der 30 Jahre alte Priester. Eine Feier in dieser Form habe er bisher noch nicht kennengelernt.

Der Seelsorger wird künftig an der Seite von Pfarrer Friedhelm Meudt in Flörsheim und Hochheim tätig sein. Aufgewachsen ist Matthias Böhm im Frankfurter Stadtteil Rödelheim. Nach seinem Abitur studierte er zunächst verschiedene Fächer an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Der Kaplan spricht von einer "langen Annäherung", die ihn schließlich zur Priesterweihe geführt habe.

Von der Philosophie und Jura zur Theologie

Anfangs standen Geschichte und Philosophie auf dem Studienplan des Frankfurters - dann wechselte er zu Jura. Matthias Böhm wollte seinem Glauben jedoch mehr Raum geben und begann mit einem Theologiestudium auf Lehramt. Im Schulpraktikum habe er gemerkt, dass er auch damit nicht ganz zufrieden war. "Sie haben den Habitus eines Priesteramtskandidaten", habe ihm eine Lehrerin damals gesagt. Dies gab Böhm zu denken. 2014 traf er die Entscheidung, ein Theologiestudium an der Frankfurter Hochschule Sankt Georgen zu starten und ins Priesterseminar einzuziehen. "Ich habe schnell gemerkt, dass ich dort richtig bin", erklärt der Seelsorger. Viele Menschen in seinem Umfeld hätten ihm den Eindruck widergespiegelt, dass die Entscheidung gut zu ihm passt.

Am 22. Mai empfing Matthias Böhm die Priesterweihe im Limburger Dom. Sein selbst gewählter Primizspruch ist der Psalmvers 27,8: "Mein Herz denkt an dein Wort: Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen." Dieser Vers sei wie ein Lebensprogramm für ihn, erläutert Kaplan Böhm. In der Suche nach Gott stecke für ihn auch die Suche nach einem sinnvollen Leben. Er glaube, dass jeder Mensch diese Suche tief in sich trägt.

Wie viele alltäglich Dinge hat die Corona-Pandemie auch die Priesterausbildung beeinflusst. "Anfang des Jahres kam man sich ausgebremst vor", berichtet Matthias Böhm. Erstkommunion-Kurse hätten nur mit Unterbrechungen durchgeführt werden können. Außerdem sei die Schulausbildung in den vergangenen Monaten zu kurz gekommen. "Das ist alles etwas schade", sagt der Geistliche, der diesen Teil nach seiner Ankunft in Flörsheim nachholen möchte.

Einzug ins Pfarrhaus

Mitte August wird der Kaplan ins Pfarrhaus an der Hauptstraße einziehen. Ein wichtiges Projekt, dass er künftig in Flörsheim und Hochheim begleiten will, ist der Zusammenschluss zur sogenannten Pfarrei neuen Typs, einer Großpfarrei. Er sei überrascht gewesen, dass diese Aufgabe in den Mainstädten noch ansteht, sagt Böhm. Schließlich gebe es nur wenige Pfarreien im Bistum, in denen dieser Schritt noch nicht vollzogen ist.

Obwohl er in der Nähe seines künftigen Einsatzortes, nämlich in Frankfurt, aufwuchs, hatte der 30-Jährige bisher nur wenig Kontakt mit Flörsheim. Er sei einmal auf der Deponie im Stadtteil Wicker gewesen, um Gartenmüll abzugeben, erinnert sich Matthias Böhm. Nun sieht er die Mainstadt aus einem anderen Blickwinkel: Nachdem er wusste, dass er die Kaplanstelle übernimmt, sei er nach Flörsheim gefahren, um sich die Stadt anzuschauen. "Es ist schön", findet der Kaplan, der sich freut, Stadt und Menschen nun kennenzulernen. sas

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