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Flörsheim: Terra soll die Geschäftsräume umbauen lassen

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In diese ehemaligen Geschäftsräume sollte die Schulbetreuung einziehen. Daraus wird nichts; die Immobilie an der Schulstraße hatte die Stadt aber bereits gekauft. FOTO: kröner
In diese ehemaligen Geschäftsräume sollte die Schulbetreuung einziehen. Daraus wird nichts; die Immobilie an der Schulstraße hatte die Stadt aber bereits gekauft. © kRÖNER

Gescheiterte Schülerbetreuung in der Schulstraße: SPD ist ebenfalls für Wohnnutzung.

Weilbach -Die einst geplante Unterbringung der Schulkinderbetreuung in von der Stadt erworbenen ehemaligen Geschäftsräumen in einem privaten Wohn- und Geschäftshaus an der Schulstraße ist bekanntlich gescheitert. Von der entsprechenden Entscheidung der Weilbacher Grundschule sowie des Main-Taunus-Kreises sei die Stadtverwaltung anscheinend überrascht worden, meint die SPD-Fraktion. Etwas verwundert darüber seien die SPD-Stadtverordneten schon, weil "in den städtischen Gremien erhebliche Skepsis gegenüber dem Erwerb der Gebäude bestand" und auf kritische Nachfragen insbesondere von der Ersten Stadträtin Renate Mohr (GALF) mehrfach geantwortet worden sei, dass alle Einzelheiten mit dem Main-Taunus-Kreis abgestimmt seien. Offenkundig müsse die Kommunikation zwischen der Stadt, dem Kreis und den Schulen zukünftig deutlich verbessert werden, monieren die Sozialdemokraten.

Da die erworbenen Räume weiterhin der Stadt gehören und zudem einiger Aufwand für Erwerb, Planung und die rechtliche Vorbereitung der Umnutzung entstanden sei, stelle sich jetzt die Frage, was mit den Räumen geschehen soll. Dazu schlägt die SPD-Fraktion eine Wohnnutzung vor. "Die Räumlichkeiten sollten an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Terra veräußert und von ihr als Sozialwohnungen oder für altersgerechtes Wohnen genutzt werden. Das ist zwar angesichts des großen Mangels in Weilbach an solchen Wohnungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immer noch besser als gar nichts", erklärte die Fraktionsvorsitzende Melanie Ernst.

Ein Rückblick zeigt, wie schnell Beschlüsse von der Realität überholt werden können. Denn noch im Juli des vergangenen Jahres hatte alles anders ausgesehen. Die Pläne, die Schulkindbetreuung der Weilbacher Grundschule vorübergehend in einem Container unterzubringen, lagen zu diesem Zeitpunkt bereits in der Schublade. Die Stadt hatte sogar schon ein Grundstück für die Installation der benötigten Fläche vorbereitet. Dann kam plötzlich eine Alternative ins Spiel: Die Verwaltung befürwortete den Erwerb von zwei freien Gewerbeeinheiten in der Schulstraße Hausnummer 5 und 7. In den ehemaligen Geschäftsräumen schräg gegenüber der Schule sollten die Schüler nach dem Unterricht betreut werden. Die Stadtverordneten gaben damals einstimmig grünes Licht für das Grundstücksgeschäft. Doch die Freidemokraten hatten viel Kritik an dem Vorhaben geäußert.

FDP-Fraktionschef Thorsten Press hatte um Beispiel daran erinnerte daran, dass bereits im Jahr 2019 Gespräche mit dem Main-Taunus-Kreis aufgenommen worden seien. Der Kreis sollte die Schulkindbetreuung in rund zehn Jahren übernehmen. "Jetzt, zwei Jahre später, haben wir eine komplett andere Geschichte", bemängelte der Weilbacher bei der Stadtverordnetensitzung im Sommer 2021. Aus der Sicht des FDP-Mannes war der Standort in der Schulstraße 5 und 7 "alles andere als gut". Thorsten Press hatte kritisiert, dass sich die Betreuung künftig nicht auf dem Schulgelände befinden würde und die Kinder die Schulstraße überqueren müssten. Trotzdem stimmte damals die FDP-Fraktion dem Kauf zu, weil sich die Räume künftig als Wohnraum nutzen ließen. Auch der SPD-Stadtverordnete Markus Ochs hatte betont, dass seine Fraktion den Standort nicht als ideal ansehe. Aufgrund des großen Betreuungsbedarfs trage die SPD die Entscheidung mit.

Frank Laurent (GALF) hatte der FDP in der damaligen Sitzung vorgeworfen, immer nur die Nachteile zu sehen. Durch die Initiative der Verwaltung böte sich eine schnelle Lösung für die Betreuung an. Das Bild des Schreckens, das die FDP an die Wand male, irritiere ihn. Laurent betonte, dass die Kinder eine Straße in einer Tempo-30-Zone überqueren müssten, über die ein Zebrastreifen führt, der direkt neben einem Blitzer verlaufe. Dabei würden sie von Betreuerinnen begleitet.

CDU-Mann Marcus Reif hatte in der Sitzung Thorsten Press Recht gegeben, dass die Schulkindbetreuung auf das Gelände der Grundschule gehöre. Doch eine rasche Umsetzung der Pläne für eine Betreuungsmöglichkeit sei nun wichtig, hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende erklärt. meh

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