Künftig sollen Trauerfeiern nicht nur in den Trauerhallen, wie hier in Weilbach, sondern auch im Freien möglich sein. Archiv-Foto: nie
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Künftig sollen Trauerfeiern nicht nur in den Trauerhallen, wie hier in Weilbach, sondern auch im Freien möglich sein. Archiv-Foto: nie

Bestattungen

Flörsheim: Trauerfeiern auf der Wiese sind erwünscht

Ortsbeiratsmitglieder diskutieren über neue Bestattungsformen im Freien - und über Gebühren dafür.

Flörsheim/Wicker -Die Planung der letzten Ruhe bietet heutzutage immer mehr Möglichkeiten. Neben den althergebrachten Reihengräbern gibt es Urnenwände, anonyme Wiesengräber oder auch Bestattungen unter Bäumen. Das Bedürfnis nach flexiblen Formen des Abschieds erstreckt sich bis zur Organisation der Trauerfeier. Im Ortsbeirat Stadtmitte stellte die Grüne Alternative Liste Flörsheim den Antrag, Trauerfeiern unter freiem Himmel zu prüfen. Die CDU griff die Idee in der Weilbacher Stadtteilvertretung auf. Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) stellte fest, dass heute nach immer individuelleren Lösungen gesucht werde. "Die Formen des Abschieds haben sich gewandelt", so Bernd Blisch

In beiden Ortsbeiräten stimmten die Vertreter der politischen Fraktionen einstimmig zu. Die Initiative von Grünen und CDU zielt auf die Fortsetzung eines Trauerformates, das momentan eher zwangsweise zur Gewohnheit geworden ist. Aufgrund der Infektionsgefahr während der Corona-Krise werden Trauerfeiern im Freien zur Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahme durchgeführt. Teilnehmer dieser Zeremonien gewannen in den vergangenen Wochen den Eindruck, dass dies aber mehr als nur eine bloße Notlösung sein könnte.

Die Grüne Alternative Liste Flörsheim beauftragt den Magistrat zu prüfen, ob die Wiese hinter der Flörsheimer Trauerhalle dauerhaft als Alternative genutzt werden kann. Gerade die erst kurz zurückliegenden Beerdigungen von Altbürgermeister Josef Anna sowie Ehrenstadtrat Georg Gottas hätten die Möglichkeiten eines angemessenen Abschieds im Grünen demonstriert. Es habe sich gezeigt, dass die Wiese einen schöner und feierlicher Rahmen bilde, erklärte Grünen-Ortsbeiratsmitglied Telja Wolters.

Im Weilbacher Ortsbeirat gab sich FDP-Mann Thorsten Press etwas zögerlich. Bisher habe man in der Trauerhalle für frische Luft gesorgt, indem man die Türen weit öffnete. Press gab zu bedenken, dass oftmals ältere Menschen an Trauerfeiern teilnehmen. Dieser Personenkreis könne nicht so lange stehen und sei auf Sitzgelegenheiten angewiesen, die draußen in geringerer Zahl vorhanden seien. "Die städtischen Mitarbeiter werden wohl nicht alle Bänke raustragen", meinte der Liberale. Schließlich fand aber auch Thorsten Press, dass man die Entscheidung jeder Trauergemeinschaft selbst überlassen sollte. Und CDU-Mann Manfred Schwammbach argumentierte, dass es leider auch immer wieder zu Trauerfeiern mit jüngeren Gruppen komme. Diesen solle man zumindest die Möglichkeit einer Feier im Freien bieten.

Frage nach den Kosten

Im Ortsbeirat Stadtmitte kam die Frage nach den Kosten für die Bereitstellung der Wiesen auf. Bürgermeister Bernd Blisch informierte die Ortsbeiratsmitglieder, dass während der momentanen Ausnahmeregelung in Corona-Zeiten keine Gebühren erhoben werde. Wenn die Verwaltung dieses Angebot fortsetzte, müsse sie jedoch schauen, dass die Alternative nicht ausgenutzt werde. Es könne nicht angehen, dass Leute künftig nur noch im Freien feiern, um die Kosten zu umgehen, so der Rathauschef. Die Friedhofssatzung müsse ohnehin überarbeitet werden. Im Zuge dessen solle dann eine Gebühr für die Nutzung der Wiesen neben den Trauerhallen festgeschrieben werden. Als Service werde den Nutzern dann notwendige Ausstattung, wie etwa ein Rednerpult und Lautsprecherboxen, zur Verfügung gestellt. sas

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