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Flörsheim: Trotz Bauverbotszonen wurde die Kita "Mainglück" errichtet

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Bereits im Jahr 2019 wurde mit einem Tag der offenen Tür die Kita an der Opel-Brücke, die nun "Mainblick" heißt, vorgestellt. Nun wurde der Bebauungsplan für die Einrichtung in die Wege geleitet. ArchivFOTO: nietner
Bereits im Jahr 2019 wurde mit einem Tag der offenen Tür die Kita an der Opel-Brücke, die nun "Mainblick" heißt, vorgestellt. Nun wurde der Bebauungsplan für die Einrichtung in die Wege geleitet. ArchivFOTO: nietner © Hans Nietner

Eine Ausnahmegenehmigung machte dies möglich - Standort für Kindertagesstätte war von Anfang an umstritten.

Flörsheim -Die große Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen kann dazu führen, dass gewohnte Abläufe auf den Kopf gestellt werden. Auffällig ist dies im Fall der Kita "Mainglück": Die Betreuungseinrichtung wurde bereits 2018 zwischen den Sportplätzen und der Opel-Brücke an der Hauptstraße errichtet. Erst jetzt läuft jedoch ein Bebauungsplanverfahren. Die damalige Baugenehmigung ist nämlich auf zehn Jahre begrenzt und erhält erst durch einen Bebauungsplan ihre Gültigkeit. So kommt es, dass die Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange eingingen, nachdem das Gebäude längst stand. Der Bebauungsplan soll demnächst öffentlich ausgelegt werden. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die bereits bestehende Kita ab. Der Standort sei zu weit von jeglicher Wohnbebauung entfernt, heißt es in der Stellungnahme. Trotz der Verlegung einer Bushaltestelle würden die Kinder von Eltern gebracht und abgeholt. Der BUND erwarte, dass die Stadt in zehn Jahren einen geeigneten Standort in zentraler Lage finde. Da der Kita-Bau in der Hauptstraße kein Provisorium darstelle, sei eine Stellungnahme zur jetzigen Zeit eine Absurdität, finden die Umweltschützer. Der Magistrat erwidert, dass das Grundstück in Bezug auf Größe und Erschließung als am besten geeigneter Standort bewertet worden sei. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen sei gering.

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil sieht die Nähe zur Opel-Brücke (B 519) als Problem. Die Bauverbotszone von 20 Metern zur Bundesstraße werde nicht eingehalten. Der Magistrat weißt dies zurück. Nach Angaben der Verwaltung liegt das Gebäude 26 Meter von der Außenkante der Brücke entfernt und damit außerhalb der Bauverbotszone. Zwischen Gebäude und Brücke befinde sich eine Fläche mit Stellplätzen und Abfallbehältern, denen Hessen Mobil zugestimmt habe. Darüber hinaus erklärt Hessen Mobil, dass kein Anspruch auf Schutzmaßnahmen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz bestehe. Der Kita-Betrieb erfolge in Kenntnis der Emissionen, die von der B 519 ausgingen. Der Magistrat verweist auf eine schalltechnische Untersuchung, die "Konfliktpotenziale" zwischen der Kita-Nutzung und dem Verkehrslärm aufgezeigt habe. In der Summe von Schienen-, Straßen- und Flugverkehr sei ein Lärmpegel von bis zu 68 Dezibel an der Kita-Fassade festgestellt worden. Als Lösung sollen passive Schallschutzmaßnahmen in den Bebauungsplan aufgenommen werden.

Der Flughafenbetreiber, die Fraport AG, weist darauf hin, dass sich das Kita-Grundstück innerhalb der Bauhöhenbeschränkung befindet. Der Standort liege zudem innerhalb des Siedlungsbeschränkungsgebiets, das neue Mischgebiete im Flughafen-Umfeld verbiete. Nach Ansicht des Magistrats wurden diese Hinweise bereits berücksichtigt. Der zweigeschossige Kita-Bau sei mit einer Höhe von acht Metern nicht höher als umliegende Gebäude. Zur Siedlungsbeschränkung meint der Magistrat, dass das Grundstück als Kita-Standort geeignet sei, weil es in der am wenigsten belasteten Tagschutzzone 2 liege. Für die Genehmigung der Einrichtung habe der Magistrat bereits 2017 die Zulassung einer Ausnahme von den Bauverboten gemäß Fluglärmgesetz beantragt. Das Regierungspräsidium Darmstadt habe die Ausnahmegenehmigung für den Kita-Neubau erteilt, weil dies zur Versorgung der Bevölkerung dringend geboten gewesen sei. sas

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