Germania-Chef Michael Schmidt steht vor einem der Zäune am Sportgelände, der aufgerissen wurde.
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Germania-Chef Michael Schmidt steht vor einem der Zäune am Sportgelände, der aufgerissen wurde.

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Flörsheim: Unerwünschte Kicker sind weiter am Werk

Die Germania ärgert sich über Beschädigungen; die DJK kommt derzeit noch gut weg.

Weilbach/Flörsheim -Der Geduldsfaden ist längst gerissen. Der Vorstand des FC Germania Weilbach will das unerlaubte Betreten seines Sportplatzes nicht länger hinnehmen. Eindringlinge verstoßen nicht nur gegen die Auflagen im Corona-Lockdown - sie hinterließen dem Verein bisher auch schon erhebliche Schäden. Eine letzte Hoffnung setzte Germania-Chef Michael Schmidt in der vergangenen Woche unter anderem auf einen Pressebericht. Darin machte der Weilbacher unmissverständlich klar, dass Verstöße gegen das Nutzungsverbot bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. Trotzdem hält das unerwünschte Gekicke auf dem Kunstrasen an.

Kicker flüchten vor der Polizei

"Auch nach dem Bericht sind noch fast täglich Leute auf dem Platz", erklärt Michael Schmidt auf Nachfrage des Kreisblatts. Am Freitag habe er die Polizei angerufen, nachdem ihn ein anderes Vorstandsmitglied auf unbefugte Fußballspieler aufmerksam machte. Als die Beamten auf dem Gelände eintrafen, sei jedoch keiner mehr von den kickenden Personen auf dem Platz gewesen.

Die Probleme des FC Germania begannen mit dem verschärften Lockdown im Dezember. Seit die Vereinsaktivitäten eingestellt wurden, fanden andere Nutzer ihren Weg auf den abgesperrten Sportplatz - wobei sie nicht vor Sachbeschädigung zurückschreckten. Der Schlüssel zu einem der Zugangstore wurde aus einem kleinen Tresor am Torpfosten gestohlen. Außerdem wurden an mehreren Stellen rund um das Areal Zäune aufgerissen oder niedergetrampelt. Die Einbrecher haben ein Tor im hinteren Bereich des Geländes beschädigt und aus den Angeln gehoben. Die Abdeckungen der Sprinkleranlage inmitten des Kunstrasens wurden abgerissen.

Einen Teil der Kosten trägt die Stadt, die dem Verein das Gelände über einen Nutzungsvertrag zur Verfügung stellt. Michael Schmidt rechnet mit Gesamtkosten zur Behebung der Schäden im vierstelligen Bereich. Das ist viel Geld für einen Verein wie die Germania, der ja noch laufende Ausgaben zu begleichen hat. Die Germania werde voraussichtlich einen Beitrag zu den Reparaturen leisten müssen. "Im Moment können wir uns das gar nicht leisten", klagt der Vorsitzende. Wegen der Corona-Krise habe der FC den Einzug der Mitgliedsbeiträge ausgesetzt. Das Geld reiche momentan zwar noch für alle laufenden Kosten wie Versicherung, Strom, Gas und die Beschäftigung eines Platzwartes. "Bei solchen Ausnahmen wird es aber schon eng", sagt Schmidt mit Blick auf die unnötigen Schäden. Innerhalb des Vereins sei deutlich kommuniziert worden, dass der Vorstand gegen das unerlaubte Betreten des Platzes durchgreife. Michael Schmidt ist sich allerdings sicher, dass es sich bei den Eindringlingen nicht um Germania-Mitglieder handelt. Der Vereinschef wünscht sich eine Stellungnahme der Stadt, um die Aufmerksamkeit für das Problem der Fußballer zu erhöhen.

Nicht nur Germania Weilbach macht die Erfahrung, dass sich junge Leute während des Lockdowns ihren eigenen Weg auf das Spielfeld suchen. "Uns ist das Problem bekannt", berichtet Hans Hartmann, Sportlicher Leiter der Fußballabteilung der DJK-Flörsheim. Auch dort sei es vorgekommen, dass trotz Lockdown auf dem Platz an der Hauptstraße gekickt wurde. Eigentlich ist das Sportgelände an der Opel-Brücke ebenfalls gesperrt. "Bei uns ist abgeschlossen", sagt Hartmann. So massiv wie im Stadtteil Weilbach wird das Zutrittsverbot in Flörsheim allerdings nicht missachtet. "Es ist in den vergangenen Wochen nicht gravierend gewesen", sagt der Sportliche Leiter. Vor allem sei bisher nichts beschädigt worden. sas

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