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Flörsheim: Verlobter Tag im Zeichen des Krieges

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Alljährlich wird mit einem Festgottesdienst und eine Prozession durch die Altstadt der Verlobte Tag gefeiert. ArchivFOTO: Reuß
Alljährlich wird mit einem Festgottesdienst und eine Prozession durch die Altstadt der Verlobte Tag gefeiert. Archiv © Maik Reuß

Festprediger Vasyl Bahlei stammt aus der Ukraine.

Flörsheim -Meist waren und sind es vieldiskutierte Ereignisse, die thematisch beim Verlobten Tag eine Rolle spielten. In diesem Jahr ist es nicht anders. Doch nicht die Corona-Pandemie oder die Zusammenlegung der Pfarreien zu großen Verwaltungseinheiten sowie der unselige Zustand der katholischen Amtskirche stehen dieses Mal im Vordergrund. Vielmehr ist es der Krieg in der Ukraine.

Der Verlobte Tag 2022 wird in diesem Jahr in der Sommerferienzeit des Landes Hessen liegen. So weit es derzeit scheint, werden alle Einschränkungen der letzten Pandemie-Zeit diesmal nicht mehr zur Anwendung kommen, hofft Pfarrer Friedhelm Meudt in einer Mitteilung an die Gemeindemitglieder. Der Verlobte Tag beginnt am Montag, 29. August, mit einem Festgottesdienst um 9 Uhr in der Gallus-Kirche. Anschließend findet die Prozession durch die Straßen der Altstadt statt.

"Der Krieg in der Ukraine und die Sorge um den Frieden in der Welt haben dazu angeregt, einen Gast einzuladen, der mit dieser Situation besonders in Verbindung steht: Pfarrer Vasyl Bahlei stammt aus Lwiw in der Ukraine und betreut derzeit geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die in Dänemark Aufnahme gefunden haben", berichtet Friedhelm Meudt weiter. Pfarrer Bahlei ist ebenso wie Pfarrer Meudt von Papst Franziskus zu einem ,Missionar der Barmherzigkeit' ernannt worden. Durch diese gemeinsame Tätigkeit kam die Verbindung zustande, wie Meudt erläutert. "Nun wird Pfarrer Vasyl Bahlei also den Gottesdienst mitfeiern und auch die Predigt zum Festtag halten. Er wird von der großen Sehnsucht der Menschen nach Frieden berichten - und von der Hoffnung, die der Glaube in diesen schwierigen Zeiten für viele bedeutet."

Das Motto des Verlobten Tages 2022 ist dem Buch des Propheten Jesaja entnommen: "Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt". In schwierigen Zeiten brauche es Menschen, die Schritte zum Frieden gehen und Hoffnung auf Heilung schenken, erläuterte Pfarrer Meudt. Genauso wie die Pest im 17. Jahrhundert, die ja der Hintergrund für das Versprechen Flörsheims sei, so würden auch Krieg und Hunger als "Geißeln der Menschheit" bezeichnet. "Und immer wieder bitten gläubige Menschen Gott um Hilfe und Trost in solch schwierigen Situationen", weist der Theologe auf die menschlichen Reaktionen hin.

Derzeit gestalteten sich die Planungen so, dass am Sonntag, 28. August, um 18 Uhr das Gedächtniskonzert in der Pfarrkirche stattfindet, mit anschließendem Bußgang zum Pestkreuz, wie der Seelsorger weiter erklärte. Die übrigen gottesdienstlichen Angebote am Verlobten Tag selbst (in Sankt Gallus um 6 Uhr, in Sankt Josef um 7 Uhr und die Vesper in Sankt Gallus um 18 Uhr) fänden wie gewohnt statt. Auch der "Lebenslauf" werde wieder stattfinden.

Eine Besonderheit in diesem Jahr sei am Sonntag, 28. August, um 10.30 die Messe in der Gallus-Kirche. Sie werde in ukrainischer Sprache gefeiert, kündigte Pfarrer Meudt an. "Alle Geflüchteten aus der Ukraine sind herzlich zur Mitfeier dieses besonderen Gottesdienstes eingeladen. Pfarrer Bahlei wird schon zu diesem Tag anwesend sein und der Messe vorstehen", so Friedhelm Meudt. Er stehe dann auch für Begegnungen mit Menschen aus der Ukraine zur Verfügung. Gemeindemitglieder könnten sich laut Pfarrer Meudt übrigens an Küster Wilhelm Bachmann wenden, wenn es um Fahnen oder Prozessionsschmuck geht.

Die Prozession nimmt den Weg von der Gallus-Kirche bis zur Christkönigskapelle, dann über die Kreuzung und die Grabenstraße entlang links abbiegend in die Untermainstraße bis zum Pestkreuz, von dort zum Altar bei der "Lebenshilfe" hin zum Gänskippel und zurück zur Kirche. meh/red

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