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Flörsheim: „Viel zu lang hat Corona gedauert“

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Steht wieder leibhaftig in der Bütt: FCV-Protokoller Gregor Stark.
Steht wieder leibhaftig in der Bütt: FCV-Protokoller Gregor Stark. Archiv © Hans Nietner

Beim „Ufftakt“ des FCV zur neuen Kampagne gab es zwei Bühnen und Krisenthemen.

Flörsheim -„Oh mein Gott - ist das schön, hier zu steh’n und euch dort leibhaftig sitzen zu seh’n“, reimte Gregor Stark am Samstag in der Stadthalle. Nach Jahren der Absagen und Aufzeichnungen ohne Publikum kehrte der Protokoller beim „Ufftakt“ des Flörsheimer Carneval Vereins (FCV) auf die Bühne zurück. „Viel zu lang’ sind wir Narren versauert, viel zu lang hat Corona gedauert“, fasst Stark die zurückliegende Durststrecke zusammen. Einen Vorzug konnte der närrischen Redner der Pandemie allerdings abgewinnen: „Meine Frau konnt’ nicht shoppen von Herbst bis April und war wegen des Mundschutzes öfter’s mal still.“

Doch wie ist es eigentlich, nach so langer Zeit einen närrischen Rückblick zu verfassen? Sich an den Vortrag zu setzen, sei einfacher gewesen, als zunächst befürchtet, erklärte Gregor Stark vor seinem Auftritt. Anfangs habe es etwas länger gedauert, bis die Formulierungen wieder „gepasst“ haben - die Motivation sei jedoch sofort wieder da gewesen. Nach zwei schwierigen Jahren überwiege die Freude über die Rückkehr der Veranstaltungen, erläuterte der Aktive auf Nachfrage. Hinter den Kulissen sei zuletzt viel Arbeit erbracht worden, ohne dass die Kampagnen planmäßig stattfinden konnte. Als es jetzt wieder so weit war, habe er zumindest keine Probleme gehabt, Themen für seinen neuen Vortrag zu finden. Angesichts der zahlreichen Krisen und Entwicklungen mangelte es dem Protokoller nicht an Stoff. Es sei eher so gewesen, dass er sich entscheiden musste, was tatsächlich in die Rede aufgenommen wird. Dies sei eine deutlich bessere Ausgangslage als in manch früherem Jahr, in dem es nur ein dominierendes Thema gab, findet Gregor Stark.

Eine Entwicklung, die der Protokoller natürlich nicht übergehen konnte, ist der Überfall Russlands auf die Ukraine. „Ich bin maßlos enttäuscht, denn wenn ich’s recht überleg’, war die Welt doch - seit Gorbi auf ’nem echt guten Weg“, stellte Stark fest. Er berichtete, dass russische Soldaten jetzt fluchen, weil sie in der Ukraine Nazis suchen sollen. „Nur finden sie keine, und merken geschwind, dass die offensichtlich woandersders sind.“ Die Lächerlichkeit von Putins Verhalten versuchte Gregor Stark durch einen Vergleich zu unterstreichen: „Stellt Euch vor, wir würden Mallorca begehr’n, die Insel für unabhängig erklär’n, und in dem Chaos, das wir damit schufen, behaupten, man hätt’ uns zu Hilfe gerufen.“

Die Folgen für die Energiepolitik verarbeitete der Flörsheimer genauso wie die Fußball WM in Katar. „Atomkraft nein danke, den Ölhahn zudrehe’ und wenn ich dann in meinen Geldbeutel sehe, dann stelle ich fest, es ist alles zerronnen - mein Kohleausstieg hat schon lange begonnen“, verkündete Stark. „Das was mich echt ärgert, und zwar kolossal: Wir sitzen im Dunkeln mit Pulli und Schal, und in Katar werden ganz ungeniert die Fußball-Stadien voll klimatisiert.“

Sabine Roth und Christian Greb führten durch das Programm des FCV-Kampagnenauftakts, der sich mit zwei gegenüber stehenden Bühnen in neuer Kulisse präsentierte. So saßen auch die vermeintlich hinteren Zuschauer mal in der ersten Reihe.

Im Scheinwerferlicht feierten viele bekannte FCV-Redner und Tanzgruppen ihre Rückkehr. Flörsheim früherer Pfarrer Sascha Jung war genauso dabei wie Dr. Patricia Lewin und der „Deutsche Michel“ Bernhard Knab. Premiere beim FCV hatten Rednerin Michelle Mönch und die Aktiven der Altrheingarde.

FCV-Vorsitzender Hans-Joachim Greb und sein Sohn Christian Greb kommentierten als Max und Moritz das gesellschaftliche Geschehen. Die beiden wussten, was sie tun würden, wenn Frankfurt so viel Geld hätte wie Mainz durch die Entwicklung des Biontech-Impfstoffes: In die Eintracht investieren und den Bayern den Titel wegschnappen.

Für die neue Kampagne „Hall die Gail im Westernstyle“ plant der FCV vier Sitzungen. Die närrischen Programme starten mit der ersten Sitzung am 28. Januar sowie 4., 10. und 11. Februar, jeweils um 19.11 Uhr in der Stadthalle. sas

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