Die schlicht gehaltenen CDU-Wahlplakate präsentierten "acht Punkte für eine gute Zukunft Flörsheims".
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Die schlicht gehaltenen CDU-Wahlplakate präsentierten "acht Punkte für eine gute Zukunft Flörsheims".

Kommunalwahl

Flörsheim: Wähler hieven die CDU an die Spitze

SPD-Chef Gerd Mehler gesteht die Niederlage ein und kündigt Neuausrichtung der Partei an.

Flörsheim -Die Würfel bei der Kommunalwahl 2021 sind noch nicht alle gefallen, schließlich wird das eigentliche Endergebnis erst am Dienstag feststehen. Geht es nach dem Trend-Ergebnis, dann ist die SPD mit 19.3 Prozent hinter die Grüne Alternative Liste Flörsheim (GALF) gefallen, die 20,1 Prozent erzielten. Sehr knapp zwar, aber immerhin. Über 11 Prozent hat die SPD eingebüßt im Vergleich zu ihrem Ergebnis im Jahr 2016. Das ist ein gehöriger Schreck für die Sozialdemokraten, die deutlich vor der GALF ins Ziel gehen wollten. Flörsheims SPD-Vorsitzender Gerd Mehler gibt denn auch unumwunden zu: "Da gibt es nichts zu beschönigen. Minus zehn Prozent, das ist schon heavy." Ein Neuanfang sei notwendig, kündigte der langjährige Parteifunktionär an. Überhaupt, die Flörsheimer SPD befinde sich derzeit im Umbruch. Dies und die Tatsache, dass Bundes- und Landespolitik nicht gerade förderlich für die örtlichen SPD-Aktiven gewesen seien, spiele bei den Verlusten mit Sicherheit eine Rolle. Wobei die bundespolitisch öffentlich gewordene Selbstzerfleischung der Sozialdemokraten für den ehemaligen Flörsheimer SPD-Fraktionschef keine Entschuldigung für die Wahlniederlage in der Mainstadt ist.

Doch an wen könnte die SPD etliche Stimmen verloren haben? Gerd Mehler geht davon aus, dass seine Partei sowohl an die Grünen wie auch an die Freien Bürger (dfb) Wählerstimmen abgeben musste. Fakt ist, dass die ständigen Querschüsse von Ex-Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) mittels Leserbriefen eher kontraproduktiv gewirkt haben. Verhindern konnte das Mehler nicht. Bezeichnend: Die Absicht einer Kandidatur von Antenbrink auf der Flörsheimer SPD-Kandidatenliste zur Stadtverordnetenversammlung wies die SPD-Wahlkommission zurück. Die Jungen in der Partei sollten zum Zuge kommen, hieß es damals. Ebenfalls verloren haben FDP (von 9 Prozent in 2016 auf nun 7,97 Prozent) und die Freien Bürger (von 19 auf 17,8 Prozent). Da aber erfahrungsgemäß die komplette Auszählung noch Änderungen von 2 bis über 3 Prozent nach oben oder unten bringt, ist noch nichts endgültig protokolliert.

"Erfolgreiches Duo im Rathaus"

Als Sieger können sich aber sowohl die CDU wie auch die GALF fühlen. Die CDU legte von 26,6 auf nun 34.87 Prozent zu, die GALF von 15,3 auf 20,06 Prozent. Klar ist: An der CDU führt eigentlich kein Weg bei einer Koalitionsbildung vorbei. Die Christdemokraten feiern so etwas wie ein Comeback: Sie haben nun unangefochten die Mehrheit der Wählerstimmen gewonnen und stellen seit rund zweieinhalb Jahren wieder den Bürgermeister. Gefragt, ob nun der Weg frei wäre für eine CDU/GALF-Koalition, erklärte CDU-Fraktionschef Marcus Reif gestern Abend, dass mit allen Parteien entsprechende Gespräche geführt würden. Aber zuerst möchte die CDU abwarten, bis alle Stimmen ausgezählt und das endgültige Ergebnis feststeht. Marcus Reif führt den CDU-Erfolg auf "unsere Sacharbeit und die gute Arbeit von Bürgermeister Bernd Blisch" zurück. Gemeinsam mit GALF-Frau Renate Mohr arbeite ein insgesamt "erfolgreiches Duo im Flörsheimer Rathaus".

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